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Laufende Dissertationen

Sarah Brix

SarahBrix

    

Die schottischen Identitätsentwürfe des 16. Jahrhunderts. Patriotismus, Nation und Selbstwahrnehmung. (Arbeitstitel)

Das Promotionsvorhaben setzt sich mit den verschiedenen Identitätsentwürfen Schottlands im 16. Jahrhundert auseinander. In einem jahrhundert der konfessionellen und politischen Unruhen gab es mehrere Identifikationsmöglichkeiten. Dabei ist zu untersuchen, welche es gab, wo sie zu lokalisieren sind und wer sich wie identifiziert. Darüber hinaus ist auch die Frage der Selbstwahrnehmung zu klären. Nahmen sich die Schotten als solche wahr, wann sprach man von einer Nation und wie wurde sie verstanden? Die Arbeit möchte sich explizit gegen vorherrschende Nations- und Identitätstheorien wenden und mithilfe einer interdisziplinären Herangehensweise versuchen, Einblicke in die verschiedenen Identitätsentwürfe zu ermöglichen. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf den konfessionell geprägten Entwürfen liegen, die u.a. in historiographischen Werken skizziert wurden. Außerdem möchte die Arbeit einen damit einhergehenden Wandel in den (nationalen) Identitätsangeboten herausstellen.

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Gerrit Heim

Das Fortleben des konfessionellen Konflikts unter besonderer Berücksichtigung Kursachsens 1670-1760

In den Jahrzehnten nach 1648 konvertierten zahlreiche protestantische Reichsfürsten zum Katholizismus. Dies geschah in einer Phase, in der konfessionelle Konflikte vermeintlich ihre gesellschaftliche Sprengkraft verloren hatten, sodass Verrechtlichung und institutionalisierte Formen der Konfliktaustragung das Bild bestimmten. Die Konversion Friedrich Augusts I. von Sachsen im Jahr 1697 war einer der bedeutendsten Glaubenswechsel in dieser Zeit im Reich. Jedoch schlägt die lange Zeit in der Forschung verbreite Annahme, der wenig religiöse Herrscher hätte keine Religionspolitik betrieben, genauso fehl, wie die These, dass konfessionelle Konflikte im Kernland der Reformation erst durch diesen Schritt ausgelöst worden wären. Die in der Residenzstadt Dresden abgehaltenen katholischen Messen waren bereits in den 1670er Jahren zu einem Streitpunkt zwischen städtischem Rat und kurfürstlicher Verwaltung geworden.
Dieses Forschungsvorhaben befasst sich deshalb mit den Auswirkungen, die eine sich etablierende katholische Minderheit in protestantischen Territorien nach sich zog. In diesem Zusammenhang ist auch die Bedeutung einer Fürstenkonversion in einem durchkonfessionalisierten Territorium zu bewerten. Wie reagierte die lutherisch-orthodoxe Geistlichkeit auf die Gefahr eines „Simultaneums“? Welche gesellschaftlichen Auseinandersetzungen lösten die Etablierung katholischer Kirchen, Friedhöfe und anderer Einrichtungen aus? Welche Spannungen entstanden zwischen sächsischen protestantischen Adeligen und hinzugezogenen katholischen Adeligen, die von Friedrich August I. gezielt mit Hofämtern betraut wurden? Zudem können die Auswirkungen der innersächsischen Konflikte auf die Reichsebene nicht außer Acht gelassen werden, da Sachsen auch nach der Konversion seines Herrschers das Direktorium des Corpus Evangelicorum behauptete.

Kontakt: mail@gerrit-heim.de
 

 

 

Leo Vössing

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Die Umdeutung des Helden – Die Entstehung und Entwicklung heroischer Traditionen im Kontext proto-nationaler Identitäten in Schottland 1707-1830

Das Dissertationsprojekt will schottische Heldennarrative in ihrer Korrelation mit sich verändernden proto-nationalen Identitätsvorstellungen untersuchen. Im Zentrum der Arbeit soll die Entstehung und Entwicklung solcher Erzählungen im Zeitraum zwischen 1707, dem Ende der staatlichen Unabhängigkeit des Landes, und ca. 1830 stehen. In dieser Zeit wurden Heldendarstellungen in Schottland ein zentrales Element der popular culture und die veränderte politische Konstellation führte zu einer Transformation heroischer Überlieferungen, hauptsächlich infolge der Verschmelzung der eigentlich primär dynastisch/supranationalen Programmatik des Jakobitismus mit dem Kampf für nationale Autonomie. Die Konjunktur dieser jakobitischen Heldentraditionen sollte den Jakobitismus selbst, zumindest als politisch relevante Bewegung, weit überdauern. Nach dessen militärischer Niederlage 1746 setzte eine sentimentale Romantisierung ein, welche sie, da sie mit einer Entpolitisierung einherging, auch für das Establishment des sich verfestigenden britischen Staates salonfähig machte.
Ausgehend von diesen Betrachtungen soll die Untersuchung spezifischer Heroisierungsprozesse in Schottland Aufschluss darüber geben, welche unterschiedlichen Vorstellungen von Identität durch die um Heldenfiguren konstruierten Narrative hervorgebracht und gefördert wurden. Inwieweit vollzogen sich Heroisierungen entlang langfristiger gesellschaftlicher Konfliktlinien und wie wirkten die Art und Akzentuierung der heroischen Narrationen auf ihre Rezipienten, deren Selbstbild und Selbstverständnis? Da heroische Traditionen aber nicht nur Ursprung, sondern ihrerseits selbst auch Ausfluss solcher kollektiven Vorstellungen und Bilder waren, hier also weniger von einer einseitigen Beeinflussung, sondern vielmehr von einer Korrelation zwischen Narrativ und Umwelt ausgegangen werden muss, ist auch nach den politischen und religiösen Faktoren zu fragen, die ihre Entstehung und Entwicklung determinierten. Schließlich muss auch in den Blick genommen werden, auf welche Weise Heldengeschichten in Schottland produziert wurden und wer sie produzierte. Wer waren die jeweiligen Akteure, was ihre medialen Instrumentarien und wer ihre Zielgruppen? Neben den sich verändernden Leitbildern soll also zusätzlich nach der Entwicklung der Medienlandschaft und des Auditoriums heroischer Erzählungen gefragt werden.

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