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Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2021

 

Vorlesungen

 

Systemkrisen, Revolutionen, Untergänge. Eine Niedergangsgeschichte politischer Ordnungen in der Frühen Neuzeit


asch_brbt Prof. Ronald G. Asch

Termin

Beginn: 21.04.2021

Mi., 10-12 Uhr c.t.

Die Vorlesung schließt mit einer Klausur - Details werden noch bekanntgegeben.

Für den Erwerb einer Studienleistung ist zwingend eine Anmeldung zur Veranstaltung auf HisInOne erforderlich.

Die Veranstaltung findet ausschließlich digital statt. Die Materialien werden asynchron auf Ilias bereitgestellt!

Kommentar

 

Die Vorlesung setzt sich mit dem Phänomen politischer und gesellschaftlicher Krisen in der Frühen Neuzeit an Hand ausgesuchter Beispiele auseinander. Sie soll fragen, wie scheinbar stabile Systeme aus dem Gleichgewicht geraten, oder wie sie mit der Zeit ihre Anpassungsfähigkeit verlieren. Systemische Reformunfähigkeit kann hier ebenso ein Faktor sein, wie „imperial overstretch“ oder ein zunehmendes Legitimationsdefizit. Die Beispiele, die im Mittelpunkt der Vorlesung stehen werden, sind: der Niedergang der spanischen Monarchie seit ca. 1590; die Krise der Reichsverfassung vor 1618 und der Dreißigjährige Krieg; die Krise der Stuart Monarchie und der englische Bürgerkrieg; die Destabilisierung des Ancien Régime in Frankreich im 18. Jahrhundert und der Untergang des alten Preußen 1806/07 und seine Vorgeschichte.

Literatur

 Eine umfassende Literaturliste wird im Laufe des Semesters auf Ilias eingestellt.
 


 

Das Heilige Römische Reich deutscher Nation

   Bild Kühner  PD Dr. Christian Kühner
Termin


Beginn: 20.04.2021

Fragestunde Di., 10-12 Uhr c.t.

Die Vorlesung selbst wird asynchron auf ILIAS umgesetzt.

Kommentar

Die Vorlesung will einen Überblick über die Geschichte des Heiligen Römischen Reiches von der Wende zur Neuzeit bis zum Untergang des Alten Reiches geben. Einleitend wird daher die Reichsreform ab 1495 behandelt werden, mit der die Institutionen des frühneuzeitlichen Reiches Gestalt annahmen. Als nächstes werden die Reformation und ihre Folgen zu behandeln sein; dies betrifft nicht nur den religiösen Bereich, sondern auch die aus der religiösen Spaltung erwachsenden politischen Konflikte. Die Einhegung dieser Konflikte gelang durch den Augsburger Religionsfrieden von 1555. In den Jahrzehnten nach diesem Frieden nahmen jedoch die Spannungen zwischen den Konfessionsparteien wieder zu, da sich zunehmend Auslegungsstreitigkeiten bezüglich des Religionsfriedens ergaben. Ab der Wende zum siebzehnten Jahrhundert kann man von einer Vorkriegszeit sprechen, was auch durch die rivalisierenden Militärbündnisse der protestantischen Union und der katholischen Liga unterstrichen wird. 1618 schließlich brach der Dreißigjährige Krieg aus; der Verlauf dieses komplexen Konfliktes wird eingehend betrachtet werden. Der Krieg konnte schließlich 1648 mit dem Westfälischen Frieden beendet werden. Die zweite Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts war einerseits von der Kultur des Barock, andererseits von den Kriegen Ludwigs XIV. gekennzeichnet. Im achtzehnten Jahrhundert zeichnete sich immer stärker der Aufstieg Brandenburg-Preußens ab; auch die Aufklärung prägte nun das geistige Klima in Deutschland. Gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts waren zunehmend Auflösungserscheinungen des Reiches im Zeichen des preußisch-österreichischen Dualismus zu beobachten. Die Vorlesung wird mit dem Untergang des Alten Reiches im Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons schließen.

Die Vorlesung kann als Überblicksvorlesung Neuere Geschichte (16. bis 18. Jh.) besucht werden.
Die Vorlesung schließt mit einer Klausur voraussichtlich am 23.07.2021.

Literatur

Karl Otmar von Aretin, Das Alte Reich 1648-1806, 4 Bde., Stuttgart 1993-2000; Ronald G. Asch, Vor dem Großen Krieg. Europa im Zeitalter der spanischen Friedensordnung 1598-1618, Darmstadt 2020; Johannes Burkhardt, Vollendung und Neuorientierung des frühmodernen Reiches, 1648-1763, Stuttgart 2006 (Gebhardt Handbuch der deutschen Geschichte, 10. Aufl., Bd. 11, hg. von Wolfgang Reinhard); Walter Demel, Reich, Reformen und sozialer Wandel, 1763-1806, Stuttgart 2005 (Gebhardt Handbuch der deutschen Geschichte, 10. Aufl., Bd. 12, hg. von Wolfgang Reinhard); Axel Gotthard, Das Alte Reich, 1495-1806, Darmstadt 5. Aufl. 2013; Peter Claus Hartmann, Das Heilige Römische Reich deutscher Nation in der Neuzeit, 1486-1806, Stuttgart 2005; Peter Claus Hartmann, Kulturgeschichte des Heiligen Römischen Reiches 1648 bis 1806. Verfassung, Religion und Kultur, Wien u.a. 2001; Heer, Friedrich, Das Heilige Römische Reich, Bern u.a. 1967; Klaus Herbers/Helmut Neuhaus, Das Heilige Römische Reich. Ein Überblick, Köln/Weimar/Wien 2010; Heinz Dieter Kittsteiner, Die Stabilisierungsmoderne. Deutschland und Europa 1618-1715, München 2010; Maximilian Lanzinner/Gerhard Schormann, Konfessionelles Zeitalter, 1555-1618/Dreißigjähriger Krieg, 1618-1648, Stuttgart 2001 (Gebhardt Handbuch der deutschen Geschichte, 10. Aufl., Bd. 10, hg. von Wolfgang Reinhard); Wolfgang Reinhard, Probleme deutscher Geschichte 1495-1806/Reichsreform und Reformation, 1495-1555, Stuttgart 2001 (Gebhardt Handbuch der deutschen Geschichte, 10. Aufl., Bd. 9, hg. von Wolfgang Reinhard); Georg Schmidt, Geschichte des alten Reiches. Staat und Nation in der Frühen Neuzeit, 1495-1806, München 1999; Barbara Stollberg-Rilinger, Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Vom Ende des Mittelalters bis 1806, München 4. Aufl. 2009; Joachim Whaley, The Holy Roman Empire. A very short introduction, Oxford 2018; Joachim Whaley, Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation und seine Territorien, 2 Bde., Darmstadt 2014; Peter H. Wilson, The Holy Roman Empire. A Thousand Years of Europe’s History, London 2016

 

Hauptseminare

 

Der „fiscal-military state“ im 17. und 18. Jahrhundert im europäischen Vergleich


asch_brbt Prof. Ronald G. Asch


Termin

Beginn: 20.04.2021

Di., 18-20 Uhr c.t.

Die Veranstaltung findet digital zur Echtzeit auf Zoom statt! Das Passwort wird vor der ersten Sitzung verschickt.

Kommentar
 
 
 
 
 
 

Die Finanzkrise mit der sich Europa aber auch die USA und andere Staaten zurzeit konfrontiert sehen, hat deutlich gemacht, dass eine nachhaltige Staatsfinanzierung ein zentrales Element politischer Stabilität ist, aber auch in scheinbar wohlhabenden Ländern relativ rasch aus dem Gleichgewicht geraten kann. Heute sind dafür jedenfalls in Europa primär aus dem Ruder laufende Sozialausgaben, ein ausbleibendes Wirtschaftswachstum und plötzliche Notfälle wie die gegenwärtige Pandemie verantwortlich. In der Frühen Neuzeit waren es hingegen in aller erste Linie Kriege, die einen plötzlichen Ausgabenschub bewirkten. Mit „Fiscal-Military State“ wird in diesem Zusammenhang ein Staat bezeichnet, der eine besondere Fähigkeit zur Extraktion fiskalischer Ressourcen entwickelt hat, Ressourcen, die im Wesentlichen der Finanzierung der Kriegführung dienen. Die Historiker Patrick O’Brien und John Brewer haben in den 1980er und -90er Jahren gezeigt, dass der lange für recht schwach gehaltene britische Staat des 18. Jahrhunderts seine Überlegenheit über seine Rivalen wesentlich auch seinem überlegenen Kreditsystem und seinem Steuersystem verdankte, und dass er finanzpolitisch sehr viel interventionistischer war als andere europäische Staaten der Epoche. Das Seminar will sich um eine vergleichende Bewertung des Zusammenhangs zwischen Kriegführung und Steuer/Kreditsystem im 17. und 18. Jahrhundert bemühen und dabei als exemplarische Fälle neben Großbritannien, Preußen, Spanien, die Habsburgermonarchie und Frankreich betrachten.

Literatur

W. Godsey, The Sinews of Habsburg Power: Lower Austria in a Fiscal-Military State 1650-1820; Oxford 2018; Aaron Graham and Patrick Walsh (Hrsg.), The British Fiscal-Military States, 1660-c.1783, 2016; Christopher Storrs (ed.): The Fiscal-Military State in Eighteenth-Century Europe. Essays in honour of P.G.M. Dickson, Aldershot 2009. P. Mandler, From "Fiscal-Military" State to Laissez-Faire State, 1760-1850, in: Jl. Of British Studies Vol. 32, No. 1 (Jan., 1993), pp. 44-70.
Siehe auch: https://www.oxfordbibliographies.com/view/document/obo-9780199730414/obo-9780199730414-0073.xml sowie https://www.lse.ac.uk/Economic-History/Assets/Documents/WorkingPapers/Economic-History/2001/WP6501.pdf (Patrick O’Brien, Fiscal Exceptionalism: Great Britain and its European Rivals)

 

 

Zeitungen und Zeitschriften im Europa der Frühen Neuzeit

   Bild Kühner  PD Dr. Christian Kühner
Termin

 

Beginn: 21.04.2021

Mi., 14 - 16 Uhr c.t.

Die Veranstaltung findet digital zur Echtzeit auf Zoom statt! Das Passwort wird vor der ersten Sitzung verschickt.

 
Kommentar

Spätestens seit der amerikanische Präsident Donald Trump heftige Angriffe auf angeblich lügnerische „Mainstream-Medien“ zu einem Kampfmittel seiner Politik machte, sieht sich das traditionelle Selbstverständnis der Medien als kritisches Gegenüber der Politik einer ungewohnt starken Infragestellung ausgesetzt. Auch in Deutschland wird aus dem Umkreis rechtspopulistischer Bewegungen der Vorwurf erhoben, die Medien verbreiteten im Interesse, wenn nicht gar im Auftrag der etablierten Parteien ein geschöntes Bild der Wirklichkeit. Die Ergänzung dazu sind Nachrichtenkanäle im Internet, in denen sich Verschwörungstheorien und – um einen Begriff der ehemaligen Trump-Beraterin Kellyanne Conway zu gebrauchen – „alternative Fakten“ finden lassen.
In dieser Situation empfiehlt es sich, die Thematik historisch zu betrachten und den Blick auf die vordemokratisch verfassten Gesellschaften des frühneuzeitlichen Europas zu richten, in denen es durchaus schon Zeitungen und Zeitschriften gab. Waren diese Medien in den zumeist autoritär und hierarchisch verfassten vormodernen Gemeinwesen dann tatsächlich willfährige Sprachrohre der Herrschenden? Oder artikulierte sich in ihnen nicht doch der Geist der Kritik und der Infragestellung hergebrachter politischer Ordnungen, die ihre Daseinsberechtigung nun vor einer entstehenden mündigen Öffentlichkeit rechtfertigen sollten? Wer schrieb eigentlich Zeitungen und Zeitschriften, und wer las sie? Welchen Themen widmete sich die Presse? Wie griff obrigkeitliche Zensur in das Medienwesen ein? Diesen und verwandten Fragestellungen wird sich das Seminar widmen und so versuchen, ein vielschichtiges Bild der frühneuzeitlichen Presselandschaft zu zeichnen.

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 10.09.2021.

Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 26. Juli und 01. Oktober 2021
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Literatur

Johannes Arndt/Esther-Beate Körber (Hg.), Das Mediensystem im Alten Reich der Frühen Neuzeit (1600-1750), Göttingen 2010; Johannes Arndt, Herrschaftskontrolle durch Öffentlichkeit. Die publizistische Darstellung politischer Konflikte im Heiligen Römischen Reich 1648-1750, Göttingen 2013; Johannes Arndt/Esther-Beate Körber, Periodische Presse in der Frühaufklärung (1700-1750), 2 Bde., Bremen 2020 (Presse und Geschichte, Bd. 138 und 139); Holger Böning, Dreißigjähriger Krieg und Öffentlichkeit. Zeitungsberichterstattung als Rohfassung der Geschichtsschreibung, Bremen 2. Aufl. 2019 (Presse und Geschichte, Bd. 130); Jürgen Habermas, Strukturwandel der Öffentlichkeit. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft, Frankfurt am Main 14. Aufl. 2015.

 

 

Kolloquium

 

Forschungskolloquium der Frühen Neuzeit

 

asch_brbt  Prof. Dr. Ronald G. Asch

Termin

Beginn: 26.04.2021

Mo, 18-20 Uhr c.t.

Die für die virtuellen Sitzungen verwendete Software wird Zoom sein. Nähere Hinweise gibt Ihnen bei Bedarf Luca Scalzini (luca.scalzini@geschichte.uni-freiburg.de). Das Passwort wird vor der ersten Sitzung verschickt.

Kommentar

Das Kolloquium wendet sich an fortgeschrittene Studierende aus den BA-Studiengängen und an Masterstudent/innen aller Semester. Es sollen an Hand jüngerer wissenschaftlicher Publikationen zentrale Forschungsfragen diskutiert, aber auch Abschlussarbeiten der Teilnehmer/innen vorgestellt werden. Ergänzt wird das Programm durch eine Reihe von Gastvorträgen. Eine vorherige Anmeldung über Mail ist wünschenswert.

 

 

Proseminare 

 


Die Amerikas. Vom ersten Kulturkontakt bis zum Zeitalter der Revolutionen


  Dr. Javier Francisco

Termin

Beginn: 28.04.2021

Mi., 9-12 Uhr c.t.

Die Veranstaltung findet digital zur Echtzeit auf Zoom statt! Das Passwort wird vor der ersten Sitzung verschickt.

Die Sitzung besteht aus einem ca. zweistündigen Seminarteil und einem ca. einstündigen Tutoratsblock.

Kommentar Dieser Kurs versteht sich als Einführung in die imperiale Geschichte Nord- und Südamerikas. Wir werden gemeinsam die unterschiedlichen Herrschafts- und Kolonisierungsarten diskutieren und dabei auf die sozialen, politischen, ökologischen und wirtschaftlichen Transformationen blicken. Wie wurde imperiale Herrschaft errichtet, wie wurden die Menschen integriert und wie konnte sich Herrschaft über mehrere Jahrhunderte halten? Wir werden uns mit wichtigen Theorien der Imperiumsforschung und der frühneuzeitlichen Geschichtsschreibung auseinandersetzen (u.a. Umgang mit Quellen) und einschneidende Entwicklungen erörtern, darunter Kulturkontakte, inter-imperiale Konflikte, das System der Versklavung, kulturelle Diversität (z.B. Sprachen, Ethnien, Religionen, Gender-Vorstellungen) und der Columbian Exchange. Schließlich werden wir auch auf postimperiale Strukturen blicken (ein mexikanisches und US-amerikanisches Imperium?) und die Frage der Erinnerungskultur thematisieren und diskutieren (z.B. Obamas Amazing Grace, die fortschreitende Zerstörung des Amazonas durch Bolsonaro). Wir werden stets einschneidende historische Entwicklungslinien anhand ausgewählter, überschaubarer Fallbeispiele aufzeigen und besprechen.
Sprachvoraussetzungen: Deutsch, Englisch. Kenntnisse der spanischen, französischen oder portugiesischen Sprache sind willkommen aber keine Voraussetzung.

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 01.09.2021.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen 26. Juli und 06. August 2021

 Literatur

Elliott, John. Empires of the Atlantic World: Britain and Spain in America, 1492–1830: 2006; Quinn, Frederick. The French Overseas Empire: 2000; Russell-Wood, Anthony John R. The Portuguese Empire, 1415-1808: A World on the Move. Baltimore: 1998.

 
 
 

Von der „Streusandbüchse“ zur Großmacht. Der Aufstieg Preußens

  Eckert_Bild  PD Dr. Georg Eckert

Termin

Beginn: 24.04.2021

Sa., 24.04.21, 9-14 Uhr c.t.

Sa., 08.05.21, 9-14 Uhr c.t.

Sa., 22.05.21, 9-14 Uhr c.t.

Die Veranstaltung findet digital zur Echtzeit auf Zoom statt! Das Passwort wird vor der ersten Sitzung verschickt.

Hinweis: Zu den drei Blockterminen kommen noch Termine für das integrierte Tutorium. Die Termine hierfür sind:

Do., 29.04.21, 16-18 Uhr c.t.

Fr., 30.04.21, 16-18 Uhr c.t.

Sa., 15.05.21, 9-14 Uhr c.t.

Sa., 03.07.21, 9-14 Uhr c.t.

Kommentar Wer sich im Beruf (und am besten zugleich aus Berufung) mit Geschichte beschäftigen möchte, muß mit wesentlichen Inhalten und Methoden der Geschichtswissenschaft vertraut sein. Um zu wissen, welche Fragen an welche Quellen gerichtet werden können, bedarf es nicht nur der Belesenheit und der Faktenkenntnis, sondern eben auch so mancher Hilfsmittel und vor allem Arbeitstechniken, zu deren Einübung diese Veranstaltung auch dienen soll.

Ihr Thema ist der spektakuläre Aufstieg Preußens. Noch im späten 17. Jahrhundert waren Zeitgenossen über des „Heiligen Römischen Reiches Streusandbüchse“ zu spotten gewohnt – die sich innerhalb nur weniger Jahrzehnte indes zu einer Großmacht in der Mitte Europas verwandelte. Welche Faktoren dazu beitrugen, gilt es in intensiver Lektüre ausgewählter Quellen zu erörtern. Dazu zählen die Herrscher selbst, vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm bis zu Friedrich dem Großen. Dazu zählen politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen. Dazu zählen aber auch Zufälle, die ihrerseits wieder in wesentlichen, in diesem Proseminar zu thematisierenden Strukturen der Frühen Neuzeit angelegt waren.

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 30.08.2021.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 26. Juli und 01. Oktober 2021.

Literatur Georg Eckert/Thorsten Beigel: Historisch Arbeiten. Handreichung zum Geschichtsstudium, Göttingen 2019.
Birgit Emich: Geschichte der Frühen Neuzeit (1500–1800) studieren, München 22019.
Winfried Schulze: Einführung in die Neuere Geschichte, Stuttgart 42002.
Christopher Clark: Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600-1947, München 2007.
Heinz Duchhardt: Handbuch der Geschichte Europas, Band 6: Europa am Vorabend der Moderne 1650-1800, Stuttgart 2003
Otto Hintze: Die Hohenzollern und ihr Werk. 500 Jahre vaterländischer Geschichte, Berlin 1915 [diverse Nachdrucke].
Wolfgang Neugebauer (Hrsg.): Handbuch der preußischen Geschichte, Band 1: Das 17. und 18. Jahrhundert und Große Themen der preußischen Geschichte, Berlin 2009.
Hartwin Spenkuch: Preußen – eine besondere Geschichte. Staat, Wirtschaft und Gesellschaft 1648-1947, Göttingen 2019.
 

 

Heilige und Religionskriege in der Frühen Neuzeit


toenjes2  Dr. Christopher Toenjes

Termin

Beginn: 19.04.2021
 
Mo, 10-13 Uhr c.t.
Die Veranstaltung findet digital zur Echtzeit auf Zoom statt! Das Passwort wird vor der ersten Sitzung verschickt.
 

Kommentar

 

 

 

 

 

 

Dieses Seminar wird zwei Arten von Kriegshandlungen im religiösen Kontext behandeln, die im frühneuzeitlichen Europa geführt worden sind: Das Fortleben der Kreuzzüge gegen die osmanischen Türken und die blutigen Religionskriege, die als eine Folge der Reformation jahrzehntelange Verwüstungen in großen Teilen Europas mit sich brachten.
Bald nach dem endgültigen Ende der Kreuzfahrerstaaten um 1291 durch die Mamluken, entstand durch die Osmanen eine weitere Gefahr für das byzantinisches Reich und die anderen Christlichen Staaten im Balkan. In relativ kurzer Zeit etablierten sie ein Reich, das nach und nach seine christlichen und muslimischen Nachbarn verschluckte, bis es von Nordafrika, quer durch Arabien und Palästina, bis an die Grenzen des heiligen römischen Reiches reichte. Die Reaktionen der christlichen Mächte Europas waren äußerst unterschiedlich. Während auf der einen Seite viel von Kreuzzügen und Bündnisse gegen die Türken gesprochen wurde, besonders seitens der Päpste, sah die Realität anders aus. Man war zu sehr mit eigenen Problemen innerhalb Europas beschäftigt, um sich einem Feind von außen zuzuwenden. Mit der Reformation verschärfte sich diese Situation noch mehr. Protestantische und katholische Staaten bekämpften einander, um sich gegenseitig ihr jeweiliges religiöses Bekenntnis aufzuzwingen oder einfach nur seinen Einfluss auszuweiten. Der Krieg gegen den muslimischen Feind wurde sogar instrumentalisiert, um Konzessionen zu erzwingen. Noch mehr, die Blockbildung der Kombattanten erfolgte nicht immer klar entlang der konfessionellen bzw. religiösen Trennlinien. Aus politischen Gründen verbündete sich zum Beispiel das katholische Frankreich nicht nur mit den Protestanten im Reich, sondern selbst mit den Osmanen. Im Seminar werden wir sowohl die militärischen als auch die intellektuellen Auseinandersetzungen analysieren.

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 27.09.2021.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 26. Juli und 01. Oktober 2021.
Literatur

Matschke, Das Kreuz und der Halbmond. Die Geschichte der Türkenkriege, Düsseldorf (i.a.) 2004; Brendle, Das nonfessionelle Zeitalter, Berlin 2015.

 

 

Übungen


 

Die Reden und Briefe Cromwells und andere Quellen zur englischen Revolution und zur Geschichte des Protektorates


asch_brbt Prof. Ronald G. Asch

Termin

Beginn: 26.04.2021

Mo., 14-16 Uhr c.t.


Die Veranstaltung findet zur Echtzeit digital auf Zoom statt! Das Passwort wird vor der ersten Sitzung verschickt.


Kommentar
 
 
 
 

Die Übung soll sich mit der Figur Cromwells an Hand seines Selbstzeugnisses und seiner Verlautbarungen auseinandersetzen. Dabei werden jedoch auch verwandte Quellen aus der Zeit des Bürgerkrieges und der englischen Republik respektive des Protektorates herangezogen werden, etwa einschlägige Abhandlungen des Dichters Milton.

 

Literatur

Für die Reden und Schriften Cromwells wird demnächst eine neue digitale und gedruckte Edition zur Verfügung stehen, wir werden uns aber vermutlich noch an die älteren Editionen halten müssen, insbesondere an Charles Stainer (Hg.), Speeches of Oliver Cromwell, London 1901; Speeches of Oliver Cromwell, edited and introduced by Ivan Roots, 1989, und The writings and speeches of Oliver Cromwell, with an introduction, notes and a sketch of his life by Wilbur Cortez Abbott, with the assistance of Catherine D. Crane, 4 Bde., Ndrk. 1988. Weitere Literatur: Jayne D. Mansfield, The self-fashioning of Oliver Cromwell: an analysis of the letters and speeches of Oliver Cromwell, Saarbrücken 2008, und J. C. Davis, Oliver Cromwell, 2001.

 

 

 

Zwischen Restauration und Rebellion. Die Bewegung der Jakobiten als politisches und kulturelles Phänomen des 18. Jahrhunderts


leo_voessing  Leo Vössing

Termin

Beginn: 20.04.2021
 
Di., 14-16 Uhr c.t.

Die Veranstaltung findet digital zur Echtzeit auf Zoom statt! Das Passwort wird vor der ersten Sitzung verschickt.
 

Kommentar

 

 

 

 

 

 

Ziel der Übung ist es, den Jakobitismus in seinen unterschiedlichen Facetten und Ausformungen in den Blick zu nehmen. Als politische Bewegung mit dem Ziel der Restauration des Hauses Stuart als Könige Englands, Schottlands und Irlands nach der sog. Glorious Revolution 1688 wurde er zum Sammelbecken für sehr heterogene Strömungen wie den Kampf um politische und religiöse Eigenständigkeit (in Schottland und Irland), konfessionelle Programmatiken (schottische Episkopalisten und anglikanische Non-Jurors) und Anhänger einer Königsherrschaft von Gottes Gnaden; hinzu kam, dass auch kontinentaleuropäische Großmächte wie Frankreich und Spanien in ihm ein Instrument sahen, um die Entwicklung der britischen Inseln in ihrem Sinne zu beeinflussen. Für mehr als ein halbes Jahrhundert bestimmte er die Diskurse um Legitimität, Herrschaft und Widerstand und die jakobitischen Aufstände stellten die letzten ernsthaften Infragestellungen des etablierten politischen Systems Großbritanniens dar. Gleichzeitig entfaltete er eine vielfältige kulturelle Wirkung, die Kunst und Literatur der britischen Inseln noch weit über das Scheitern der letzten jakobitischen Rebellion 1745 hinaus prägte. Gerade die Romantisierung der Jakobiten im 18. Jahrhundert beeinflusst bis heute maßgeblich das Image Schottlands und insbesondere der Highlands und lässt sich exemplarisch etwa in zeitgenössischen Fernsehserien wie Outlander wiederfinden. Es existiert also ein breites Spektrum an Quellenmaterial mit dem sich im Laufe der Übung, ebenso beschäftigt werden soll wie mit neuerer Forschungsliteratur. Da diese überwiegend in englischer Sprache vorliegen, sind Grundkenntnisse dieser Sprache eine notwendige Teilnahmevoraussetzung.
Literatur

Daniel Szechi: 1715: The Great Jacobite Rebellion, New Haven 2006; Daniel Szechi: The Jacobites. Britain and Europe, 1688-178, Manchester 1994; Jeremy Black: Jacobitism and British foreign policy under the first two Georges 1714-1760, Huntingdon 1988; Murray Pittock: The myth of the Jacobite clans: the Jacobite Army in 1745, Edinburgh 2009; Nathalie Genet-Rouffiac: Le grand exil. Les jacobites en France, 1688-1715, Vincennes 2007; Tony Claydon: William III and the godly revolution, Cambridge 1996; Steven C.A. Pincus: 1688: the first modern revolution, New Haven 2011.
 
 
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