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Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2021/2022

 

Vorlesungen

 

Das frühneuzeitliche Frankreich - Vom Beginn der Neuzeit bis zur Französischen Revolution


 Bild KühnerPD Dr. Christian Kühner

Termin

Beginn: 21.10.2021

Do., 10-12 Uhr c.t.

Die Vorlesung schließt mit einer Klausur am 18.02.2022

Für den Erwerb einer Studienleistung ist zwingend eine Anmeldung zur Veranstaltung auf HisInOne erforderlich.

Die Veranstaltung findet ausschließlich digital statt. Die Materialien werden asynchron auf Ilias bereitgestellt!

Kommentar

 

Die Vorlesung wird die Geschichte Frankreichs vom Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit bis zur Französischen Revolution beleuchten. Thema werden zunächst die Italienkriege sein, die Frankreich einerseits in einen mehrere Generationen langen Dauerkonflikt mit dem Haus Habsburg verwickelten, andererseits aber auch als Ursache für die Vermittlung der italienischen Renaissancekultur nach Frankreich und die Entstehung der französischen Renaissance gelten. Die Reformation, die in Frankreich vor allem in der Version Johannes Calvins, eines Reformators der zweiten Generation, Verbreitung fand, wird ebenso betrachtet werden wie die mehrere Jahrzehnte währenden Religionskriege zwischen Katholiken und Protestanten. Anschließend wird die Konsolidierung der Monarchie, insbesondere im Zeitalter der Kardinalminister Richelieu und Mazarin, zu thematisieren sein. Das Zeitalter Ludwigs XIV. gilt einerseits als das klassische Zeitalter der französischen Literatur und allgemein als Ära einer großen Kulturblüte, war aber auch durch eine Reihe von Kriegen des Sonnenkönigs gekennzeichnet. Das achtzehnte Jahrhundert war das Zeitalter der französischen Aufklärung, aber auch in zunehmendem Maße gekennzeichnet von Reformstau und politischen Krisen, die schließlich in die Ereignisse der Französischen Revolution mündeten.
 

Literatur

Lothar Schilling, Das Jahrhundert Ludwigs XIV. Frankreich im Grand Siècle, 1598‐1715, Darmstadt 2010; Lucien Bély, La France modern, 1498‐1789, Paris 2003; Ernst Hinrichs (Hg.), Geschichte Frankreichs, Stuttgart 6. Aufl. 2014; Peter Claus Hartmann, Geschichte Frankreichs. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, München 5. Aufl. 2015; Claudia Opitz‐Belakhal, Geschichte Frankreichs in Quellen und Darstellung, Bd. 1: Vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution, Stuttgart 2013; Wolfgang Schmale, Geschichte Frankreichs, Stuttgart 2000; Rainer Babel, Deutschland und Frankreich im Zeichen der habsburgischen Universalmonarchie, 1500‐1648, Darmstadt 2005 (WBG deutschfranzösische Geschichte Bd. 3); Guido Braun, Von der politischen zur kulturellen Hegemonie Frankreichs, 1648‐1789 (WBG deutsch‐französische Geschichte Bd. 4).










Hauptseminare

 

Italien im Zeitalter der Renaissance


Bild Kühner PD Dr. Christian Kühner


Termin

Beginn: 19.10.2021

Di., 14-16 Uhr c.t.

Raum: HS 00006 (Zentrum für Neurowissenschaften)

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 22.03.2022.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 14. Februar und 14. April 2022.

Kommentar
 
 
 
 
 
 

Die Renaissance ist vielleicht der prominenteste Abschnitt der nachantiken italienischen Geschichte; ihr kommt traditionell in der Forschung große Aufmerksamkeit zu, auch und gerade, weil ihre Wirkungen über Italien hinaus ganz Europa beeinflusst haben. Das Hauptseminar will sich der italienischen Renaissance nähern, indem verschiedene Aspekte untersucht werden. Dabei sollen die Politik, die Gesellschaft und die Kultur der Renaissance auch und gerade in ihren Wechselwirkungen untersucht werden; die bis heute beeindruckenden künstlerischen Leistungen der Renaissance, für die beispielhaft Namen wie Michelangelo, Leonardo da Vinci und Raffael stehen, sollen so in den Kontext der Gesellschaft eingebettet werden, die sie hervorbrachte; dabei werden politische Führungsfiguren wie die Medici in Florenz und die Renaissancepäpste in Rom zu betrachten sein. Das Seminar wird sich auf die beiden wichtigen Zentren Rom und Florenz konzentrieren, aber auch andere Regionen Italiens in den Blick nehmen.

Literatur

Peter Burke, The Italian Renaissance. Culture and Society in Italy, Princeton 1999; William Caferro, Contesting the Renaissance, Oxford 2011; Roger J. Crum (Hg.), Renaissance Florence: A Social History, Cambridge 2006; Christiane Klapisch‐Zuber, Das Haus, der Name, der Brautschatz. Strategien und Rituale im gesellschaftlichen Leben der Renaissance, Frankfurt am Main/New York 1995; Volker Reinhardt, Die Medici. Florenz im Zeitalter der Renaissance, München 1998; Volker Reinhardt, Die Renaissance in Italien, München 2002; Volker Reinhardt, Geschichte von Florenz, München 2013; Volker Reinhardt, Pontifex. Die Geschichte der Päpste. Von Petrus bis Franziskus, München 2. Aufl. 2018; Roeck, Bernd, Der Morgen der Welt. Geschichte der Renaissance, München 2017; Rubinstein, Nicolai, Studies in Italian History in the Middle Ages and the Renaissance, Bd. 2: Politics, Diplomacy, and the Constitution in Florence and Italy, Rom 2011; Wyatt, Michael, The Cambridge Companion to the Italian Renaissance, Cambridge 2014.

 

 

Der Nationalismus der Weltbürger

   Eckert_Bild  PD Dr. Georg Eckert
Termin

 

Termine: 06.11./20.11./04.12./18.12.

Sa., 09 - 14 Uhr c.t.

Raum: online über Zoom (Zugangsdaten werden rechtzeitig verschickt)

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 15. März 2022.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 12.02.22 und 01.04.2022.

 
Kommentar

Die Aufklärung huldigte dem Kosmopolitismus. Doch für viele Zeitgenossen schon des frühen 18. Jahrhunderts bildete es gar keinen Widerspruch, sich zugleich in eminenter Weise auf die Zugehörigkeit zur eigenen, mitunter hegemonial oder imperial verklärten Nation zu berufen. Das im Jahre 1707 gegründete Großbritannien, deutsche Territorien, die den Reichspatriotismus für sich vereinnahmten, die neugeschaffenen Vereinigten Staaten oder das revolutionäre Frankreich sind wichtige Erscheinungsformen dieses Phänomens. Selbst staatsphilosophische Neuentwürfe, die im Zeitalter der Vernunft auf eine weltbürgerliche Humanität zielten, sahen diese vielfach am besten durch die Nation vermittelt. Überhaupt waren viele Akteure bemüht, deren jeweils postulierte besondere Qualität im internationalen Wettstreit zu erweisen – als dessen Medium auch die Aneignung der Vergangenheit diente: So ließen sich Traditionen erfinden. Der Dialektik zwischen dem universalen Anspruch der Aufklärung und ihrem nationalen Partikularismus möchte das Hauptseminar nachgehen: in vergleichendem Blick und in intensiver Quellenlektüre.

Literatur

Günter Birtsch (Hrsg.): Patriotismus, Hamburg 1989 (Aufklärung, Band 4/2). Linda Colley: Britons: Forging the nation, 1707-1837, New Haven/London 22005. Caspar Hirschi: The origins of nationalism, Cambridge 2012. Eric Hobsbawm / Terence Ranger (Hrsg.): The invention of tradition, Cambridge 1992. Paschalis M. Kitromilides (Hrsg.): From republican polity to national community: Reconsiderations of Enlightenment political thought, Oxford 2003. Dieter Langewiesche / Georg Schmidt (Hrsg.): Föderative Nation: Deutschlandkonzepte von der Reformation bis zum Ersten Weltkrieg, München 2000. Roy Porter / Mikuláš Teich (Hrsg.): The enlightenment in national context, Cambridge 1981. Johannes Süßmann / Joachim Jacob (Hrsg.): Der Neue Pauly, Supplementband 13: Das 18. Jahrhundert: Lexikon zur Antikerezeption in Aufklärung und Klassizismus, Stuttgart 2018.

 

 

Kolloquium

 

Kolloquium Frühe Neuzeit

 

Bild Kühner  PD Dr. Christian Kühner

Termin

Beginn: 18.10.2021

Mo, 18-20 Uhr c.t.

Raum: Übungsraum 2, KG IV

Kommentar

Das Kolloquium wendet sich an fortgeschrittene Studierende mit Interesse an der Frühen Neuzeit sowie an Promovierende. In den Sitzungen besteht Gelegenheit, laufende Bachelor‐ und Masterarbeiten sowie Promotionsprojekte vorzustellen. Außerdem werden wir gemeinsam Auszüge aus aktuellen Neuerscheinungen im Bereich der Geschichte der Frühen Neuzeit lesen und diskutieren.

Informationen erhalten Sie über leo.voessing@geschichte.uni-freiburg.de

 

 

Proseminare 

 


Piraterie, Sklaverei und Gelbfieber - Die Karibik als kolonialer Schmelztiegel der Frühen Neuzeit


  Dr. Javier Francisco

Termin

Beginn: 27.10.2021

Mi., 14-17 Uhr c.t.

Raum: 00 003C, Hermann-Herder-Straße 9

Abgabedatum für die Hausarbeit: 01.04.2022.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 14. Februar und 1. April 2022.

Kommentar Die Karibik war nicht nur der erste amerikanische Raum, der von europäischer Expansion und empirebuilding betroffen war, sondern wurde auch zum geopolitischen Spielball zahlreicher Mächte. Dabei wurde die karibische Welt einer ökologischen, sozialen (d.h. ethnischen, sprachlichen, religiösen), wirtschaftlichen, juristischen und politischen Transformation unterzogen, wie sie in der Weltgeschichte selten vorkam. Wir werden also gemeinsam die unterschiedlichen Etappen europäischer Herrschaft untersuchen und besagte Transformationen eingehender beleuchten. Wie gestalteten sich die Kulturkontakte zwischen den Neuankömmlingen und den Taino und Kariben? Warum wurden Millionen versklavter Afrikaner in die Karibik verschleppt und welche Aufstiegschancen hatten diese? Welche Unterschiede gab es zwischen den europäischen Mächten und wie stark waren diese rechtlich und de facto ausgeprägt? Welche wirtschaftlichen Prozesse führten in dieser Inselwelt zur Entwicklung kapitalistischer Formen, inkl. einer proto- Industrialisierung? Wie haben sich alternative und konkurrierende Herrschaftsräume herausgebildet, darunter Piratenniederlassungen, indigene Rückzugsgebiete und Gemeinschaften ehemals-versklavter Menschen? Und schließlich, wie können wir Klimawandel, Artensterben und die Ausbreitung von Pathogenen mit imperialen Strukturen in der Karibik in Verbindung setzen?

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 01.09.2021.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen 26. Juli und 06. August 2021

 Literatur

McNeil, John. Mosquito Empires: Ecology and War in the Greater Caribbean, 1620-1914: 2010. Latimer, Jon. Buccaneers of the Caribbean: How Piracy Forged an Empire: 2009. Moya Pons, Frank. History of the Caribbean: plantations, trade, and war in the Atlantic world: 2007. Palmié, Stephan (Hg.). Slave Cultures and the Culture of Slavery: 1995. Williams, Eric. From Columbus to Castro: The History of the Caribbean 1492-1969: 1984.

 
 
 

Der Krieg der drei Königreiche - England, Irland und Schottland im 17. Jahrhundert

  leo_voessing  Leo Vössing, M.A.

Termin

Beginn: 19.10.2021

Di., 19.10.21, 14-17 Uhr c.t.

Raum: HS 1136, KG I

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 16.03.2022.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache i.d.R. zwischen dem 14. Februar und 14. April 2022.
 
Kommentar Ähnlich wie Kontinentaleuropa durch den Dreißigjährigen Krieg waren auch die britischen Inseln um die Mitte des 17. Jahrhunderts durch eine Reihe miteinander verflochtener und einander bedingender Konflikte geprägt, die in der modernen Forschung mit dem Begriff War of the Three Kingdoms bezeichnet werden. Seit 1603 wurden England, Schottland und Irland durch die Könige aus dem Haus Stuart in Personalunion regiert, blieben jedoch separate und (in unterschiedlichem Maße) eigenständige Königreiche, die sich auch in konfessioneller Hinsicht sehr voneinander unterschieden. Versuche der königlichen Zentralgewalt, diese disparaten Herrschaftsbereiche zu vereinheitlichen, führten ab 1638 zu einer Serie von inner- wie zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen in Form von Aufständen, Bürgerkriegen und Invasionen, die zugleich aus religiösen, nationalen und konstitutionellen Motiven geführt wurden. Sie führten zur Hinrichtung Karls I. 1649 und damit kurzfristig zur zeitweiligen Abschaffung und mittelfristig zur Etablierung der konstitutionellen Monarchie durch die Glorious Revolution 1688. Sie festigten aber auch die britische Besiedlung Irlands, die in der irischen Historiographie teilweise als Frühkolonialismus interpretiert wird und deren Folgen in Form des Nordirlandkonfliktes bis heute wirksam sind. Das Proseminar will diese vielschichtigen Konflikte näher in den Blick nehmen und sich dabei insbesondere mit ihren Ursachen und Folgen auseinandersetzen. Für die Beschäftigung mit den Quellen und der Forschungsliteratur werden englische Sprachkenntnisse vorausgesetzt.

Literatur Ian Gentles: The English Revolution and the Wars in the Three Kingdoms, 1638-1652, Harlow 2007; Trevor Royle: Civil War: The Wars of the Three Kingdoms 1638–1660, London 2004; Martyn Bennett: The Civil Wars Experienced: Britain and Ireland, 1638–1661, Oxford 2000; John R. Young (Hrsg.): Celtic Dimensions of the British Civil Wars, Edinburgh 1997; Blair Worden: The English Civil Wars: 1640–1660, London 2009; Nicholas Canny: Making Ireland British 1580–1650, Oxford 2001; Brian Mac Cuarta (Hrsg.): Reshaping Ireland 1550-1700: Colonization and its consequences. Essays presented to Nicholas Canny, Dublin 2011; Padraig Lenihan: Confederate Catholics at War, Cork 2001; Mícheál Ó Siochrú: God's Executioner - Oliver Cromwell and the Conquest of Ireland, London, 2008; David Stevenson: The Scottish Revolution, 1637–1644: The Triumph of the Covenanters, Newton Abbot 1973; David Stevenson: Alasdair MacColla and the Highland Problem in the Seventeenth Century, Edinburgh 1980; David Stevenson: Scottish Covenanters and Irish Confederates: Scottish-Irish Relations in the Mid-Seventeenth Century, Belfast 1981.
 

 

Die Entstehungsgeschichte der modernen Polizei


toenjes2  Dr. Christopher Toenjes

Termin

Beginn: 25.10.2021
 
Mo, 09-11.30 Uhr s.t.

Raum: Übungsraum 2, KG IV

Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 25.03.2022.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 14. Februar und dem 14. April 2022.
 

Kommentar

 

 

 

 

 

 

Obwohl der Begriff „Polizei“ aus heutiger Sicht verstanden jung ist, reicht die Tätigkeit der Polizei, auf welche Art und Weise auch immer, bis in die Antike zurück. Dort wo Menschen zusammenleben, wird versucht dafür zu sorgen, dass eine gewisse Ordnung herrscht, Regeln befolgt und Übertretungen bestraft werden. Der Begriff „Policey“, der bereits ab dem 15. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum in der Amtssprache gebraucht worden ist, bedeutete jedoch nicht das, was man darunter heute versteht, sondern „gute Ordnung“, und befasste sich mit einem breiteren Feld von Regierungsaufgaben. Wie die polizeiliche Tätigkeit aussah (sei es Kriminalitätsbekämpfung, die Durchsetzung von moralischen oder religiösen Werten, die Regulierung von Marktpreisen, Feuerbekämpfung, etc.) und wer damit beauftragt war (sei es die Gemeinde, Truppen, Gendarmen, Konstablern, die Maréschaussée, etc.) konnte sehr unterschiedlich sein. In diesem Seminar werden die Entwicklungen der verschiedenen polizeiliche Organisationen mit Fokus auf europäische Länder in der frühen Neuzeit betrachtet. Was wurde als kriminell angesehen, und was wurde als Ursache der Kriminalität angesehen? Welche Methoden und Mittel wurden eingesetzt, um diese zu bekämpfen? Im Ergebnis werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Überblick erhalten, wie die beinahe universellen Institution der Polizei zustandekam und allmählich ihre heutigen Formen annahmen.

Literatur

Clive Emsley, A short history of police and policing, Oxford 2021; Peter Nitschke (Hrsg), Die deutsche Polizei und ihre Geschichte. Beiträge zu einem distanzierten Verhältnis, Hilden/Rhld 1996; Robert Harnischmacher; Arved Semerak, Deutsche Polizeigeschichte. Eine allgemeine Einführung in die Grundlagen, Stuttgart 1986.

 

 

Übungen


 

Die Reformation in Deutschland - Quellen und Forschungsansätze


Bild Kühner PD Dr. Christian Kühner

Termin

Beginn: 20.10.2021

Mi., 16-18 Uhr c.t.

Raum: HS 01016, Werthmannstraße 4


Kommentar
 
 
 
 

Die Reformation gilt auch jenseits der Kirchen‐ und Religionsgeschichte im engeren Sinne als ein wichtiges Ereignis der sowohl der deutschen als auch der europäischen Geschichte mit vielfältigen Auswirkungen etwa in den Bereichen der Politik, der Kultur, der Wissenschaften oder der Bildung. Die Übung will sich dem Thema auf zwei Wegen nähern, die bewusst miteinander kombiniert werden. Zum einen sollen Quellen gelesen werden; hierbei werden Auszüge aus den Schriften der Reformatoren, vor allem Martin Luthers und Johannes Calvins, mit Texten kombiniert, die auf den religiösen Alltag frühneuzeitlicher Protestanten verweisen, wie etwa Kirchenordnungen oder Gesangbücher. Zum anderen sollen Forschungsansätze behandelt werden, die für dieses Thema einschlägig sind. Zu nennen sind hier insbesondere die Konfessionsbildung (Ernst Walter Zeeden), die Konfessionalisierung (Wolfgang Reinhard und Heinz Schilling) sowie die Konfessionskultur (Thomas Kaufmann).

Literatur

Eberhard Busch (Hg.), Calvin‐Studienausgabe, Neukirchen‐Vluyn 1994‐2007; Kommission zur Herausgabe der Werke Martin Luthers (Hg.), D. Martin Luthers Werke. Kritische Gesamtausgabe, Neudruck, Stuttgart 2000‐2007; Andreas Holzem, Christentum in Deutschland, 1550‐1850, 2 Bde., Paderborn 2015; Ernst Walter Zeeden, Konfessionsbildung. Studien zur Reformation, Gegenreformation und katholischen Reform, Stuttgart 1985; Ernst Walter Zeeden, Die Entstehung der Konfessionen. Grundlagen und Formen der Konfessionsbildung im Zeitalter der Glaubenskämpfe, München 1965; Wolfgang Reinhard/Heinz Schilling (Hg.), Die katholische Konfessionalisierung, Gütersloh 1995; Heinz Schilling (Hg.), Die reformierte Konfessionalisierung in Deutschland – das Problem der „Zweiten Reformation“, Gütersloh 1986; Hans‐Christoph Rublack, Die lutherische Konfessionalisierung in Deutschland, Gütersloh 1992; Thomas Kaufmann, Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Friede. Kirchengeschichtliche Studien zur lutherischen Konfessionskultur, Tübingen 1998; Thomas Kaufmann, Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation, München 3. Aufl. 2017; Volker Leppin, Die Reformation, Darmstadt 2. Aufl. 2017; Irene Dingel, Geschichte der Reformation, Göttingen/Bristol, CT 2018.

 

 

 

Feindschaften und Feindbilder in der Frühen Neuzeit


SarahBrix  Sarah Brix, M.A.

Termin

Beginn: 20.10.2021
 
Mi., 14-16 Uhr c.t.

Raum: HS 1231, KG I

Kommentar

 

 

 

 

 

 

Wann entstehen Feindschaften und welche Rolle spielen Feindbilder, speziell in der Frühen Neuzeit? Welche Funktion hatte dabei die beginnende Identifizierung mit der eigenen Nation?
Ziel der Übung ist es, sich mit den unterschiedlichen Aspekten möglicher Feindschaften und Feindbilder auseinanderzusetzen. Entscheidend bei der Auseinandersetzung ist die Art der Kommunikation und der Propaganda, die zur Formung von Feindbildern beitrug. Welche Rolle spielt die Verbreitung von Informationen und die rasant steigende Ausbreitung der medialen Möglichkeiten? Eine weitere Perspektive wird die konfessionelle Situation Europas sein und die Frage, inwieweit diese an Feindschaften und Feindbildern mitwirkte. Auch das Thema (nationale) Identität wird in diesem Kontext zu beleuchten sein. Obwohl der Fokus auf Europa liegen wird, soll der Blick auch auf nichteuropäische Bereiche gerichtet sein, besonders auf die Überschneidungspunkte Europas mit außereuropäischen Gebieten.
Anhand von zeitgenössischen Quellen sollen Muster von Feindbildern erarbeitet und mit Hilfe von aktueller Forschungsliteratur eingeordnet werden. Da die Forschungsliteratur überwiegend auf Englisch ist, sind gute Kenntnisse der Sprache eine Teilnahmevoraussetzung.
Literatur

Zimmermann, Clemens: Europäische Medienstädte (1500-2000). Historische Kontinuitäten und urbane Kontexte der Medienproduktion. St. Ingbert 2017. Hoppenbrouwers, Peter: The Dynamics of National Identity in the Later Middle Ages. In: Stein, Robert; Pollmann, Judith (Hrsg.): Networks, Regions and Nations. Shaping Identities in the Low Countries 1300-1650. Leiden, Boston 2010, S.19-41. Peacey, Jason: Politicians and Pamphleteers. Propaganda During the English Civil Wars and Interregnum. Aldershot 2004. Heintzel, Alexander: Propaganda im Zeitalter der Reformation. Persuasive Kommunikation im 16. Jahrhundert. St. Augustin 1998. Usher Chrisman, Miriam: Conflicting Visions of Reform. German Lay Propaganda Pamphlets, 1519-1530. New Jersey 1996. Edwards, Mark U.: Printing, Propaganda, and Martin Luther. Berkeley, London, Los Angeles 1994.
 
 
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