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Lehrveranstaltungen der vergangenen Semester

Sommersemester 2014

 

Vorlesungen

Geschichte Frankreichs und der britischen Monarchie ca. 1590-1715: Kontraste - Parallelen - Interaktion

Dozent
bild asch sose14
Prof. Dr. Ronald G. Asch
Termin
Beginn: 08.05.2014
Do 10 - 12 Uhr
KG III - HS 3219
Kommentar
Die Überblicksvorlesung Frühe Neuzeit konzentriert sich in diesem Semester auf die Geschichte der beiden bedeutenden westeuropäischen Monarchien Frankreich und England. Sie soll für das lange 17. Jahrhundert dargestellt werden, nicht nur in einer vergleichenden Perspektive, sondern als eine „entangled history“ oder „histoire croisée“, als eine Geschichte von Wechselwirkungen zwischen den beiden Ländern. Beide Länder waren nicht nur vor allem in den späteren Jahrzehnten Rivalen und Gegner, sondern beeinflussten sich in ihrer Entwicklung auch vielfältig. So fachte die Hinrichtung Maria Stuarts 1587 in England die Flammen der Französischen Religionskriege erneut an, während die Exekution Karls I. 1649 auf die Fronde in Frankreich eher dämpfend wirkte. Die Gallikanische Kirche in Frankreich konnte für traditionalistische Anglikaner ein Vorbild sein, während die uneingeschränkte Herrschaft Ludwigs XIV. in England eher die Kritiker der monarchischen Autorität stärkte, was auch für die Verfolgung der Hugenotten ab 1685 galt. In ihrer Verbindung zweier Nationalgeschichten ist die Vorlesung ein Stück weit ein Experiment, hofft aber damit größere Zusammenhänge der europäischen Geschichte verdeutlichen zu können.
Literatur
David J. Sturdy, Fractured Europe, 1600-1720, Oxford 2002; Geoffrey Parker, Global crisis. War, climate change and catastrophe in the seventeenth century, New Haven, Conn. u.a. 2013; Th. Munck, Seventeenth century Europe. State, conflict and the social order in Europe,1598 – 1700, Basingstoke 2005; Ronald G. Asch, Sacral Kingship between Disenchantment and Re-enchantment. The French and English Monarchies ca. 1587-1688, New York, London, 2014.
Bemerkung

Zuordnung für MA-Studiengang Geschichte: Geschichte der Neuzeit; Vertiefung: Geschichte der Frühen Neuzeit; 4 ECTS

Zuordnung für MA-Studiengang Vergleichende Geschichte der Neuzeit: Geschichte der Frühen Neuzeit; Vertiefung: Westeuropäische Geschichte und Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte; 4 ECTS

Zuordnung für BA-Studiengänge [PO 2006]: Geschichte im Überblick; 6 ECTS; Vertiefung Neuzeit I;  4 ECTS

Zuordnung für BA-Studiengänge[PO 2010, PO 2011, PO 2013]: Geschichte im Überblick; Vertiefung Neuzeit I;  4 ECTS

Zuordnung für LA-Studiengänge: Geschichte im Überblick; Wissensvertiefung; 4 ECTS

Leistungsnachweis(1) Studienleistungen:
- regelmäßige Teilnahme, einschließlich Vor- und Nachbereitung
(2) Studienleistung oder Prüfungsleistung (nach Wahl des/der Studierenden):
- Abschlussklausur (90 Minuten) mit Vorbereitung
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Proseminare

 

Der Dreißigjährige Krieg

Dozent
bild asch sose14
Prof. Dr. Ronald G. Asch
Termin
Beginn: 29.04.2014
Di 18 - 20 Uhr (Seminar)
Peterhof - HS 4
Mi 14 - 16 Uhr (Tutorat)
Breisacher Tor - HS 203
Kommentar

Der 30jährige Krieg brachte für Mitteleuropa einschneidende Veränderungen. Hohe Bevölkerungsverluste und ein wirtschaftlicher Einbruch verbanden sich mit einer Veränderung der politischen Gleichgewichte (Aufstieg Schwedens und Frankreichs, Niedergang Spaniens). Umgekehrt gelang es 1648 einen dauerhaften Frieden zwischen den Konfessionen zu erreichen und das Reich als politisches System, wenn auch mit erheblichen strukturellen Defiziten, zu stabilisieren. Das Proseminar will den Blick auf die Sozial- und Kulturgeschichte des Krieges ebenso wie auf die politische Geschichte und die Wechselbeziehungen zwischen Militär und Staatsgewalt richten.

Literatur
C. Kampmann, Europa und das Reich im Dreißigjährigen Krieg, Stuttgart 2008; P. Wilson, Europe's tragedy. A History of the Thirty Years War, London u.a. 2009.
Bemerkung

Zuordnung für Lehramts-Studiengänge [PO 2010]: Grundlagen Neuzeit (16.-18. Jh.); 10 ECTS

Zuordnung für BA-Studiengänge[PO 2010, PO 2011, PO 2013]: Grundlagen Neuzeit (16.-18. Jh.); 10 ECTS

Zuordnung für BA-Studiengänge [PO 2006]: Grundlagen Neuzeit (16.-19. Jh.); deutsche Geschichte und außerhalb der deutschen Geschichte; 10 ECTS 

Leistungsnachweis

Leistungsanforderungen in den Proseminaren:

(1) Studienleistungen:

- regelmäßige Teilnahme am Proseminar und am Tutorat

- intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, einschließlich der Aufgaben, die von dem/der Veranstaltungsleiter/in in der ersten Proseminar-Sitzung bekannt gegeben werden (z. B. mündliches Referat, Essay, Sitzungsprotokoll, schriftliche Quelleninterpretation, Bibliographie, …)

- Klausur am Ende der Vorlesungszeit

(2) Prüfungsleistung (schriftliche oder mündliche Modulteilprüfung):

- Hausarbeit im Umfang von 12-15 Seiten (3. PS-Hausarbeit: 15-20 Seiten)

oder mündliche Prüfung (nach Wahl des/der Studierenden)

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Die Gegenreformation in Deutschland

Dozent
bild kühner
Dr. Christian Kühner
Termin
Beginn: 29.04.2014
Di 14 - 16 Uhr
Peterhof - HS 2
Kommentar In denjenigen Regionen Deutschlands, die im Zeitalter der Konfessionsspaltung katholisch blieben, hat die Gegenreformation die Kultur umfassend geprägt – nicht zuletzt die Präsenz barocker Architektur zeigt dies bis heute deutlich. Das Proseminar will einerseits die Ereignisgeschichte der Gegenreformation in Deutschland, also die Zeit nach dem Konzil von Trient, nachzeichnen, andererseits aber auch in einem sozial- und kulturgeschichtlichen Zugriff die Frage nach den Lebensformen des nachtridentinischen Katholizismus, beispielsweise seiner Alltagskultur und Volksfrömmigkeit stellen. Dabei wird auch auf die alte Forschungskontroverse zurückzukommen sein, ob der Begriff „Gegenreformation“ angemessen ist oder Alternativkonzepte wie „katholische Erneuerung“ mehr Erkenntnispotential versprechen.
Literatur Ronnie Po-Chia Hsia, The world of Catholic renewal. 1450-1770, Cambridge 1998; Gebhardt Handbuch deutscher Geschichte, 10. Aufl. Stuttgart 2001, Bde. 9 und 10; Wolfgang Behringer (Hg.), Hexen und Hexenprozesse in Deutschland, München 1988; Robert Scribner (Hg.), Popular Religion in Germany and Central Europe, 1400-1800, Basingstoke 1996; Michael A. Mullett, The Catholic Reformation, London 1999.
Bemerkung

Zuordnung für Lehramts-Studiengänge [PO 2010]: Grundlagen Neuzeit (16.-18. Jh.); 10 ECTS

Zuordnung für BA-Studiengänge[PO 2010, PO 2011, PO 2013]: Grundlagen Neuzeit (16.-18. Jh.); 10 ECTS

Zuordnung für BA-Studiengänge [PO 2006]: Grundlagen Neuzeit (16.-19. Jh.); deutsche Geschichte; 10 ECTS

Leistungsnachweis

Leistungsanforderungen in den Proseminaren:

(1) Studienleistungen:

- regelmäßige Teilnahme am Proseminar und am Tutorat

- intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, einschließlich der Aufgaben, die von dem/der Veranstaltungsleiter/in in der ersten Proseminar-Sitzung bekannt gegeben werden (z. B. mündliches Referat, Essay, Sitzungsprotokoll, schriftliche Quelleninterpretation, Bibliographie, …)

- Klausur am Ende der Vorlesungszeit

(2) Prüfungsleistung (schriftliche oder mündliche Modulteilprüfung):

- Hausarbeit im Umfang von 12-15 Seiten (3. PS-Hausarbeit: 15-20 Seiten)

oder mündliche Prüfung (nach Wahl des/der Studierenden)

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Hauptseminare

 

Krieg, Gesellschaft und Staat in Europa im 17. Jahrhundert

Dozent
bild asch sose14
Prof. Dr. Ronald G. Asch
Termin
Beginn: 30.04.2014
Mi 14 - 16 Uhr
KG I - HS 1222
Kommentar
Das 17. Jahrhundert kann als ein eisernes Zeitalter der europäischen Geschichte gelten.  Zwischen 1618 und 1714 befanden sich große Teile Europas fast permanent im Krieg, nur die Jahre zwischen 1660  und 1688 bildeten hier eine partielle Ausnahme. Diese Kriege waren nicht nur mit Veränderungen des Systems der europäischen Mächte verbunden (Niedergang Spaniens, Expansion Frankreichs, Kampf der Niederlande um Selbstbehauptung, nach 1688 Aufstieg Englands, aber auch der Habsburgermonarchie), sondern veränderten auch die Strukturen von Staat und Gesellschaft tiefgreifend. Allerdings wird man heute zögern, den Krieg als Vater des modernen Staates zu begreifen, wie es z. B. die borussische Geschichtsschreibung lange tat. Man sieht im Krieg eher die treibende Kraft bei der Entstehung eines in seinen Strukturen widersprüchlichen „fiscal-military state“, der zwar wirklich immer mehr fiskalische Ressourcen zu mobilisieren vermochte, sich aber ansonsten mit den traditionellen Eliten arrangierte und weiter auf Klientelstrukturen, umfangreichen Steuerprivilegien und bis ca. 1750/60 auch auf Formen des privaten Militärunternehmertums aufgebaut war.  Die Financial Revolution in England nach 1688 und auch manche Innovationen in anderen Ländern zeigten freilich doch ein gewisses Modernisierungspotential, das die kriegerische Konkurrenz zwischen den Großmächten hervorbrachte. Das Seminar will sich nicht nur diesen Fragen widmen, sondern auch der sich wandelnden Rolle des Adels im Krieg, der Bedeutung der großen Finanziers für das Kreditwesen, den Beziehungen zwischen Soldaten und Zivilisten sowie dem Kriegsrecht.
LiteraturDavid Parrott, The Business of War. Military Enterprise and Military Revolution in Early Modern Europe, Cambridge 2012; Guy Rowlands, The Dynastic State and the Army Under Louis XIV. Royal Service and Private Interest 1661-1701, Cambridge 2002; Peter Rauscher (Hg.), Das "Blut des Staatskörpers". Forschungen zur Finanzgeschichte der Frühen Neuzeit, München 2012; Ders. (Hg.), Kriegführung und Staatsfinanzen. Die Habsburgermonarchie und das Heilige Römische Reich vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Ende des habsburgischen Kaisertums 1740, Münster 2010; M. Hochedlinger, Austria's wars of emergence. War, state and society in the Habsburg monarchy 1683 – 1797, London 2003; Hervé Drévillon, L' impôt du sang. Le métier des armes sous Louis XIV, Paris 2005.
Bemerkung

Zuordnung für BA-Studiengänge: Vertiefung Neuzeit I (1500-1850); 10 ECTS

Zuordnung für LA-Studiengänge: Vertiefung Neuzeit; 10 ECTS

Zuordnung für MA-Studiengänge Geschichte: Geschichte der Neuzeit, Vertiefung: Geschichte der Frühen Neuzeit; 10 ECTS

Zuordnung für MA-Studiengänge Vergleichende Geschichte der Neuzeit: Geschichte der Frühen Neuzeit, Vertiefung: Deutsche Geschichte, Westeuropäische Geschichte sowie Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte; 10 ECTS

Leistungsnachweis

(1)  Studienleistungen:

-     regelmäßige Teilnahme

-     intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, einschließlich der Aufgaben, die von dem/der Veranstaltungsleiter/in in der ersten Sitzung bekannt gegeben werden (z.B. Referat, Essay, Sitzungsprotokoll, schriftliche Quelleninterpretation, Bibliographie, …)

-     Klausur und/oder Essays

 

(2) Prüfungsleistung (schriftliche oder mündliche Modulteilprüfung; bei MA nur schriftliche Modulteilprüfung):
-     Hausarbeit bzw. Literaturbericht jeweils im Umfang von 15-20 Seiten als Vorarbeit für die B.A.-Abschlussarbeit oder mündliche Prüfung (nach Wahl der/des Studierenden; gilt nicht für MA)

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Übungen

 

Konfessionalisierung

Dozent
bild kühner
Dr. Christian Kühner
Termin
Beginn: 08.05.2014
Do 14-16 Uhr
KG IV - HS 4450
Kommentar
Das Forschungsparadigma „Konfessionalisierung“ ist nicht nur wichtig für das Verständnis der Frühen Neuzeit in Europa, sondern eignet sich darüber hinaus auch als historiographiegeschichtliches Forschungsobjekt. Die Übung hat daher eine zweifache Zielsetzung: Neben einer Einführung in Kernfragen des konfessionellen Zeitalters in Europa soll sie auch nachzeichnen, wie das Paradigma der Konfessionalisierung als Alternative zum Gegensatz von „Reformation und Gegenreformation“ entstanden ist, sich entwickelt hat, durch neuere Forschungsansätze in Frage gestellt worden und als Antwort darauf modifiziert worden ist. Die Teilnehmer lernen so die Entwicklung eines geschichtswissenschaftlichen Paradigmas sowie Entstehung und Verlauf einer Forschungskontroverse kennen.
Literatur
Thomas Brockmann (Hg.), Das Konfessionalisierungsparadigma. Leistungen, Probleme, Grenzen, Münster 2013; Kaspar von Greyerz, Interkonfessionalität - Transkonfessionalität - binnenkonfessionelle Pluralität. Neue Forschungen zur Konfessionalisierungsthese, Gütersloh 2003; Wolfgang Reinhard/Heinz Schilling (Hg.), Die katholische Konfessionalisierung, Münster 1995; Heinz Schilling (Hg.), Die reformierte Konfessionalisierung in Deutschland –das Problem der „zweiten Reformation“, Gütersloh 1986; Ernst Walter Zeeden, Konfessionsbildung. Studien zur Reformation, Gegenreformation und katholischen Reform, Stuttgart 1985; Andreas Pietsch/Barbara Stollberg-Rilinger (Hg.), Konfessionelle Ambiguität. Uneindeutigkeit und Verstellung als religiöse Praxis in der Frühen Neuzeit, Gütersloh 2013.
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Kolloquium

 

Forschungskolloquium Sommersemester 2014

Dozent
bild asch sose14
Prof. Dr. Ronald G. Asch
Termin
Beginn: 28.04.2014
Mo 18 - 20 Uhr
KG IV - HS 4429
Kommentar
Das Kolloquium wendet sich wie immer an fortgeschrittene Studierende und Examenskandidaten mit einem Frühneuzeitschwerpunkt.
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Wintersemester 2013/14

 

Vorlesungen

Der europäische Staat in der frühen Neuzeit

Dozent
rga
Prof. Dr. Ronald G. Asch
Termin
Beginn: 21.10.2013
Mo 16 - 18 Uhr
KG Ii - HS 2006
Kommentar
Die Vorlesung soll einen Überblick über die Geschichte politischer Institutionen und ihrer Wirksamkeit in der frühen Neuzeit geben. Während die ältere Forschung den Akzent auf den Staatsbildungsprozess und die zunehmende Ausschaltung korporativer und intermediärer Kräfte und Obrigkeiten (Stände, Adel, Kirche, Städte) gelegt hat, ist die jüngere Forschung vorsichtiger geworden und hat einerseits die Vorstellung vom Sieg des Absolutismus in Frage gestellt und andererseits betont, wie sehr die Herrscher der frühen Neuzeit auf die Kooperation mit den etablierten Eliten angewiesen blieben. Auch die Idee, die Schaffung stehender Heere im 17. Jahrhundert und die Zurückdrängung des Militärunternehmertums hätten einen enormen Zuwachs an militärischer Effizienz gebracht, wird jetzt viel skeptischer gesehen (David Parrott). Insgesamt hat sich unser Blick auf den Staat der frühen Neuzeit auch dadurch verändert, dass der moderne souveräne Staat mit einheitlichem Staatsgebiet und Gewaltmonopol zunehmend in unserer Gegenwart als ein Phänomen der Vergangenheit erscheint; supranationale Organisationen, die diesem Staat seine Kompetenzen entziehen aber selbst nicht dem klassischen Bild eines Staates entsprechen, die Privatisierung von Hoheitsaufgaben und die neue Konjunktur einer nicht mehr staatlich kontrollierten Kriegsführung („Terrorismus“, private Sicherheitsdienstleister) lösen, so scheint es zumindest, den klassischen Staat zunehmend auf, der sich überdies kaum noch gegen die Kräfte der internationalen Finanzmärkte und global agierender Firmen zu behaupten vermag. In dieser Perspektive ist ein Blick auf den Staat der frühen Neuzeit in gewisser Weise auch ein Blick in unsere eigene Zukunft.
Literatur
R. G. Asch, J. Leonhard, Art. „Staat“, in Enzyklopädie der Neuzeit, hrsg. Von KWI Essen, 16 Bde, Metzler Verlag 2012; Wolfgang Reinhard, Geschichte der Staatsgewalt, München 1999.
Bemerkung

Zuordnung für MA-Studiengang Geschichte: Geschichte der Neuzeit; Vertiefung: Geschichte der Frühen Neuzeit; 4 ECTS

Zuordnung für MA-Studiengang Vergleichende Geschichte der Neuzeit: Geschichte der Frühen Neuzeit; Vertiefung: Westeuropäische Geschichte und Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte; 4 ECTS

Zuordnung für BA-Studiengänge [PO 2006]: Geschichte im Überblick; 6 ECTS; Vertiefung Neuzeit I;  4 ECTS

Zuordnung für BA-Studiengänge[PO 2010, PO 2011]: Geschichte im Überblick; Vertiefung Neuzeit I;  4 ECTS

Zuordnung für LA-Studiengänge: Geschichte im Überblick; Wissensvertiefung; 4 ECTS

Leistungsnachweis(1) Studienleistungen:
- regelmäßige Teilnahme, einschließlich Vor- und Nachbereitung
(2) Studienleistung oder Prüfungsleistung (nach Wahl des/der Studierenden):
- Abschlussklausur (90 Minuten) mit Vorbereitung
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Proseminare

 

Pro Deo, pro Rege, pro Patria - Katholizismus in Großbritannien und Irland, 1558 - 1690 

Dozent
bild foerster
Martin Foerster
Termin
Beginn: 28.10.2013
Mo 14 - 16 Uhr (Seminar)
Mi 10 - 12 Uhr (Tutorat)
KG I - HS 1134
Kommentar

Der oben zitierte Leitspruch der katholischen Konföderation von Kilkenny steht symbolisch für das konfessionelle, politische und gesellschaftliche Dilemma, in dem sich die meisten Katholiken in England, Schottland, Wales und Irland in den ersten 150 Jahren nach der Reformation Heinrich VIII. befanden. Während sie einerseits um Anerkennung und Toleranz als „the king’s most loyal subjects“ kämpften, führten politische Verwicklungen, Vorurteile und offene Rebellion zu wachsender Repression, Ausgrenzung und Enteignung. Das Proseminar wird einen Überblick über die Entwicklung der katholischen Bevölkerung in der multiple monarchy unter spezieller Berücksichtigung der sehr heterogenen innenpolitischen Gegebenheiten vermitteln. Dabei sollen die allgemeinen politischen und konfessionellen Veränderungen dieser Epoche ebenso betrachtet werden, wie die unterschiedlichen regionalen Antworten auf die fortdauernde Identitätsfrage der britischen Katholiken auf die Frage, wie Loyalität zu einem katholischen Papst und einem protestantischen Monarchen miteinander verbunden werden kann?

Literatur
Shagan, Ethan (Hg.): Catholics and the 'protestant nation'. Religious politics and identity in early modern England, Manchester 2005. Questier, Michael: Catholicism and community in early modern England. Politics, aristocratic patronage and religion, c. 1550 – 1640, Cambridge 2006. Highley, Christopher: ‘The lost British lamb’: Religion and National Identity among English, Welsh, and Scottish Catholics, in: Ders. (Hg.): Catholics writing the nation in early modern Britain and Ireland, Oxford 2008, S. 80-118. Bradshaw, Brendan: The Tudor Reformation and Revolution in Wales and Ireland. The Origins of the British Problem, in: Ders./Morrill, John (Hg.): The British Problem, c. 1534-1707. State Formation in the Atlantic Archipelago, Basingstoke 1996, S. 39-65. Haigh, Christopher: Success and Failure in the English Reformation, in: Past and Present 173 (2001), S. 28-49.
Bemerkung

Zuordnung für BA-Studiengänge [PO 2006]: Grundlagen Neuzeit (16.-19. Jh.); außerhalb der deutschen Geschichte; 10 ECTS

Zuordnung für BA-Studiengänge[PO 2010, PO 2011]: Grundlagen Neuzeit (16.-18. Jh.); 10 ECTS

Zuordnung für Lehramts-Studiengänge [PO 2010]: Grundlagen Neuzeit (16.-18. Jh.); 10 ECTS

Leistungsnachweis 1) Studienleistungen:
- regelmäßige Teilnahme am Proseminar und am Tutorat
- intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, einschließlich der Aufgaben, die von dem/der Veranstaltungsleiter/in in der ersten Proseminar-Sitzung bekannt gegeben werden (z. B. mündliches Referat, Essay, Sitzungsprotokoll, schriftliche Quelleninterpretation, Bibliographie, ...)
- Klausur am Ende der Vorlesungszeit
(2) Prüfungsleistung (schriftliche oder mündliche Modulteilprüfung):
- Hausarbeit oder mündliche Prüfung (nach Wahl des/der Studierenden)
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Frankreich im Zeitalter Ludwigs XIV.

Dozent
bild kühner
Dr. Christian Kühner
Termin
Beginn: 22.10.2013
Di 14 - 16 Uhr
Wilhelmstr. 26 - HS 00 006
Kommentar Das Proseminar wird einen Überblick über die Geschichte Frankreichs im Zeitalter Ludwigs XIV., des „Sonnenkönigs“, geben. Frankreich im siebzehnten Jahrhundert ist nicht nur ein besonders deutliches, und in der Forschung klassisch gewordenes Beispiel frühneuzeitlicher Staatsbildung, sondern ist auch das „Grand Siècle“, das „Große Jahrhundert“ im französischen kulturellen Gedächtnis – nicht nur als Epoche französischer Großmacht in Europa, sondern auch als klassisches Zeitalter von Kunst und Kultur, in seiner Bedeutung der Weimarer Klassik für Deutschland entsprechend. Eine „histoire totale“ des Zeitalters ist natürlich im Rahmen eines Proseminars nicht möglich; das Seminar wird daher auf einige Schwerpunktthemen eingehen: die seigneurie (Herrschaft des lokalen Adels über die bäuerliche Bevölkerung) als Grundeinheit lokaler Herrschaft, Monarchie, Hof und Hochadel als „Schaltzentrale“ des Reiches, sowie die Eckpunkte der Ereignisgeschichte des Grand Siècle, insbesondere die Fronde, die Aufhebung des Toleranzedikts von Nantes und die Kriege Ludwigs XIV.
Literatur Lothar Schilling, Das Jahrhundert Ludwigs XIV. Frankreichim Grand Siècle, 1598-1715, Darmstadt 2010; William Beik, A Social and Cultural History of Early Modern France, Cambridge 2009; Lucien Bély, La France moderne, 1498-1789, Paris 2003; Sharon Kettering, French Society 1589-1715, London 2001; James B. Collins, The State in Early Modern France, Cambridge 1995; Klaus Malettke, Ludwig XIV. von Frankreich. Leben, Politik und Leistung, Göttingen/Zürich 1994(Persönlichkeit und Geschichte 143/145).
Bemerkung

Zuordnung für BA-Studiengänge [PO 2006]: Grundlagen Neuzeit (16.-19. Jh.); außerhalb der deutschen Geschichte; 10 ECTS

Zuordnung für BA-Studiengänge[PO 2010, PO 2011]: Grundlagen Neuzeit (16.-18. Jh.); 10 ECTS

Zuordnung für Lehramts-Studiengänge [PO 2010]: Grundlagen Neuzeit (16.-18. Jh.); 10 ECTS

Leistungsnachweis 1) Studienleistungen:
- regelmäßige Teilnahme am Proseminar und am Tutorat
- intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, einschließlich der Aufgaben, die von dem/der Veranstaltungsleiter/in in der ersten Proseminar-Sitzung bekannt gegeben werden (z. B. mündliches Referat, Essay, Sitzungsprotokoll, schriftliche Quelleninterpretation, Bibliographie, ...)
- Klausur am Ende der Vorlesungszeit
(2) Prüfungsleistung (schriftliche oder mündliche Modulteilprüfung):
- Hausarbeit oder mündliche Prüfung (nach Wahl des/der Studierenden)
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Hauptseminare

 

Großbritannien und Irland zwischen Restauration und Glorious Revolution 1660-1688

Dozent
rga
Prof. Dr. Ronald G. Asch
Termin
Beginn: 29.10.2013
Di 14 - 17 Uhr
KG I - HS 1222
Kommentar
Das Seminar soll sich mit der Geschichte der Restaurationsepoche in England auseinandersetzen. Die Konflikte zwischen der Krone und den politischen Oppositionsbewegungen, die namentlich seit den späten 1670er Jahren die 1660 wiederhergestellte Monarchie in Frage stellten, sollen dabei ebenso thematisiert werden wie die konfessionellen Spannungen und die allerdings nie ganz eindeutigen Tendenzen zu einer stärkeren Säkularisierung der politischen Ordnung. Der Blick wird sich aber auch auf die kulturellen Zentren der Epoche – den oft als dekadent und „sittenlos“ beschriebenen Hof ebenso wie die Welt der Londoner Theater, Tavernen und Kaffeehäuser, die zum Teil ein Gegengewicht zum Hof darstellten – und die Ideengeschichte des späten 17. Jahrhunderts richten. Hier standen der Kampf um religiöse Toleranz, aber auch um ein mögliches Widerstandsrecht der Untertanen im Vordergrund. Schließlich soll auch die Entwicklung in Irland und Schottland einbezogen werden. Als Leitfrage wird das Problem der relativen Stabilität oder Instabilität der 1660 wiederhergestellten politischen und kirchlichen Ordnung im Vordergrund stehen, aber auch die Frage danach, ob der Sturz Jakobs II. 1688 eher dem Sieg einer krypto-republikanischen revolutionären Bewegung oder den internen Spannungen innerhalb des Lagers der Tories und der Anhänger der Church of England geschuldet war.
LiteraturSpurr, John, England in the 1670s: ‘This Masquerading Age’ (Oxford, 2000); Harris, Tim, Revolution: The Great Crisis of the British Monarchy, 1685-1720 (London, 2006); Harris, Tim, Restoration: Charles II and His Kingdoms, 1660-1685 (London, 2005).
Bemerkung

Gute passive Englischkenntnisse werden vorausgesetzt.

Anmeldung zum Seminar bitte über E-Mail während der Semesterferien überronald.g.asch@geschichte.uni-freiburg.de

Zuordnung für BA-Studiengänge: Vertiefung Neuzeit I (1500-1850); 10 ECTS

Zuordnung für LA-Studiengänge[2010]: Vertiefung Neuzeit; 10 ECTS

Zuordnung für MA-Studiengang Geschichte: Geschichte der Neuzeit, Vertiefung: Geschichte der Frühen Neuzeit; 10 ECTS

Zuordnung für MA-Studiengang Vergleichende Geschichte der Neuzeit: Geschichte der Frühen Neuzeit, Vertiefung: Westeuropäische Geschichte sowie Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte; 10 ECTS

Leistungsnachweis(1)  Studienleistungen:

-     regelmäßige Teilnahme

-     intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, einschließlich der Aufgaben, die von dem/der Veranstaltungsleiter/in in der ersten Sitzung bekannt gegeben werden (z.B. Referat, Essay, Sitzungsprotokoll, schriftliche Quelleninterpretation, Bibliographie, …)

-     Klausur und/oder Essays

(2) Prüfungsleistung (schriftliche oder mündliche Modulteilprüfung; bei MA nur schriftliche Modulteilprüfung):
-     Hausarbeit bzw. Literaturbericht jeweils im Umfang von 15-20
Seiten als Vorarbeit für die B.A.-Abschlussarbeit oder mündliche Prüfung
  (nach Wahl der/des Studierenden; gilt nicht für MA)

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Frauen in der frühneuzeitlichen Gesellschaft 

Dozent
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Dr. Isabelle Deflers 
Termin
Beginn: 24.10.2013
Do 8 - 10 und 12-14 Uhr
KG I - HS 1224 
Kommentar Herrscherin, Gelehrte, Hebamme, Heilige, Hexe, Magd, Mörderin, Hure: In einer Vielfalt von weiblichen Schicksalen spiegeln sich die soziale Rolle, die familiäre Funktion, die imaginären sowie künstlerischen Vorstellungen von Frauen in der Gesellschaft der Frühen Neuzeit. Ziel des Hauptseminars ist es: 1) sich mit dem Alltag frühneuzeitlicher Frauen in und am Rande der Gesellschaft zu beschäftigen, 2) die Darstellung von „Frau“ als Projektionsfläche männlicher Begierde oder Furcht in Frage zu stellen, und 3) sich mit Theorien der Frauen- und Gender-Geschichte sowie mit Kultur- und Alltagsgeschichte intensiv auseinanderzusetzen. Die Behandlung von Frauen und die Vorstellungen von Weiblichkeit in der Frühen Neuzeit werfen grundlegende ethisch-moralische Fragen auf. Die – männlichen – Träger der gesellschaftlichen Autorität, wie Kleriker, Landesherren, Väter und Ehemänner, rechtfertigten immer wieder ihren Umgang mit Frauen mit theologischen, juristischen und moral-ethischen Prinzipien, auf denen die Ungleichbehandlung der Frauen in den patriarchalischen Gesellschaften beruhte. Diese Legitimation männlichen Vorrangs wird im Seminar intensiv diskutiert.
Literatur
Georges Duby: Mütter, Witwen, Konkubinen, Frankfurt am Main 1997. Georges Duby und Michelle Perrot (Hg.), Geschichte der Frauen, 5 Bde., Bd. 3: Frühe Neuzeit, hg. v. Arlette Farge, Frankfurt a.M. 1994. Claudia Honegger (Hg.): Die Hexen der Neuzeit. Studien zur Sozialgeschichte eines kulturellen Deutungsmusters, Frankfurt/M. 1978. Ulinka Rublack: Magd, Metz’ oder Mörderin. Frauen vor frühneuzeitlichen Gerichten, Frankfurt/Main 1998. Natalie Zemon Davis: Frauen und Gesellschaft am Beginn der Neuzeit. Studien über Familie, Religion und die Wandlungsfähigkeit des sozialen Körpers, neue Aufl., Frankfurt am Main 1989.
Bemerkung

NEU: Anmeldung über Online-Belegverfahren!

Beginn des HS am Donnerstag, den 24. Oktober 2013 um 8 Uhr, und Ende des Seminars (wegen Schwangerschaft) am Donnerstag, den 28. November 2013 um 14 Uhr. Die Veranstaltung findet wöchentlich in 4stündigen Blockveranstaltungen von 8 bis 10 Uhr und von 12 bis 14 Uhr statt. Eine Sprechstunde findet in der Zwischenzeit von 10-11 Uhr in meinem Büro 4441 statt.

Zuordnung für BA-Studiengänge: Vertiefung Neuzeit I (1500-1850); 10 ECTS

Zuordnung für LA-Studiengänge[2010]: Vertiefung Neuzeit; 10 ECTS

Zuordnung für MA-Studiengang Geschichte: Geschichte der Neuzeit, Vertiefung: Geschichte der Frühen Neuzeit; 10 ECTS

Zuordnung für MA-Studiengang Vergleichende Geschichte der Neuzeit: Geschichte der Frühen Neuzeit, Vertiefung: Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte; 10 ECTS

Leistungsnachweis

(1)  Studienleistungen:

-     regelmäßige Teilnahme

-     intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, einschließlich der Aufgaben, die von dem/der Veranstaltungsleiter/in in der ersten Sitzung bekannt gegeben werden (z.B. Referat, Essay, Sitzungsprotokoll, schriftliche Quelleninterpretation, Bibliographie, …)

-     Klausur und/oder Essays

(2) Prüfungsleistung (schriftliche oder mündliche Modulteilprüfung; bei MA nur schriftliche Modulteilprüfung):
-     Hausarbeit bzw. Literaturbericht jeweils im Umfang von 15-20
Seiten als Vorarbeit für die B.A.-Abschlussarbeit oder mündliche Prüfung
  (nach Wahl der/des Studierenden; gilt nicht für MA)

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Übungen

Quellen zur Geschichte Englands zwischen Bürgerkrieg und Glorious Revolution

Dozent
rga
Prof. Dr. Ronald G. Asch
Termin
Beginn: 29.10.2013
Di 18 - 20 Uhr
Peterhof - HS 1
Kommentar
Die Übung soll sich mit Texten der englischen Ideengeschichte des 17. Jahrhunderts auseinandersetzen. „Große“ Autoren wie Hobbes und Locke sollen dabei genauso einbezogen werden wie stärker situtationsbezogene und unbekanntere Texte. Schriften die eher einen klassischen Republikanismus repräsentieren sollen zu Wort kommen, aber auch solche, die stark religiös inspiriert waren, sei es im Sinne eines radikalen Calvinismus oder aber im Kontext eines undogmatischen Spiritualismus oder der traditionellen anglikanischen Positionen. Die Übung soll dabei auch einen Zugang zu den methodischen Debatten der „Cambridge School of Historical Thought" (Skinner Pocock) eröffnen, ohne die Kritik an diesem Ansatz, der die religiösen Dimensionen des politischen Denkens oft vernachlässigt, auszublenden. Aktive Mitarbeit und die Übernahme von Kurzreferaten werden erwartet.
Literatur
Skinner, Quentin, ‘Classical Liberty and the Coming of the English Civil War’, in: Martin van Gelderen and Quentin Skinner (eds.), Republicanism: A Shared European Heritage (2 vols., Cambridge, 2002), vol. I, pp. 9-28; Skinner, Quentin, ‘From the State of Princes to the Person of the State’, in: idem, Visions of Politics, 3 vols. (Cambridge, 2002), vol. II, Renaissance Virtues, pp. 368-413; Skinner, Quentin, Hobbes and Republican Liberty (Cambridge, 2008); Burgess, Glenn, British Political Thought, 1500-1660 (Basingstoke, 2009); Coffey, John, John Goodwin and the Puritan Revolution, Religion and Intellectual change in 17th-Century England (Woodbridge, 2006).
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Deutsch-französische Historiographiegeschichte Achtung: Übung fällt aus!

Dozent
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Dr. Isabelle Deflers 
Termin
Beginn: 22.10.2013
Di 10-12 Uhr
Breisacher Tor - Raum 102
Kommentar Während die mittelalterliche Geschichtsschreibung stark theologisch orientiert war, stellen wir im Laufe der Neuzeit einen fortschreitenden Verwissenschaftlichungsprozess der Geschichtsschreibung fest. Dieses Phänomen werden wir im Rahmen dieser Veranstaltung im Hinblick auf die jeweiligen nationalen – deutschen und französischen – Forschungstraditionen vergleichend untersuchen und anhand ausgewählter Quellen in beiden Sprachen diskutieren.
Literatur
H. W. Blanke, Typen und Funktionen der Historiographiegeschichtsschreibung. Eine Bilanz und ein Forschungsprogramm, in: Geschichtsdiskurs 1, Frankfurt 1993, 191-211 sowie G. C. Iggers, Das Programm einer Strukturgeschichte des historischen Denkens. Anmerkungen zu H.W. Blanke, im selben Band, 331-335. Wolfgang Hardtwig: Die Verwissenschaftlichung der neueren Geschichtsschreibung, in: Geschichte. Ein Grundkurs, hg. v. Hans-Jürgen Goertz, 2. Aufl., Hamburg 2001, S. 245-260.
Bemerkung
Ohne Anmeldung: Beginn der Üb am Dienstag, den 22. Oktober 2013.
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Die Beschreibung einer Neuen Welt - Frühe Quellen der Conquista Lateinamerikas

Achtung: Übung fällt aus!

Dozent
bild foerster
Martin Foerster
Termin
Beginn: 22.10.2013
Di 10-12 Uhr
KG IV - HS 4450
Kommentar Die Entdeckung und Eroberung weiter Teile des amerikanischen Doppelkontinents in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts konfrontierte die spanischen Conquistadores mit verschiedenen indigenen Kulturen auf verschiedenen gesellschaftlichen Entwicklungsstufen. Während in Spanien vor allem unter Gelehrten und Klerikern bald eine Diskussion über den Umgang mit diesen Völkern einsetzte unternahmen nur wenige Chronisten den Versuch, die Geschichte dieser meist schriftlosen Kulturen aufzuzeichnen, solange sie noch mit Augenzeugen sprechen konnten. In der Übung sollen verschiedene dieser frühen Quellen gemeinsam gelesen und analysiert werden. Religiöse Aspekte in den Beschreibungen sollen dabei ebenso betrachtet werden wie die alltäglichen Beobachtungen der Autoren in Bezug auf gesellschaftliches Gefüge, Architektur, Ernährung, Wirtschaft und Kunst. Gute Spanischkenntnisse für die Quellenlektüre werden vorausgesetzt.
Literatur
Beispielhafte Einführungen in die Thematik finden sich u.a. bei Hemming, John: La Conquista de los Incas, Ciudad de México 1982. May, Petra/Reinhard, Wolfgang (Hg.): Die alltägliche Conquista. Zwölf Briefe des Pedro de Valdivia von der Eroberung Chiles, Frankfurt a.M. 1995. Prien, Hans-Jürgen: Hernán Cortés’ Rechtfertigung seiner Eroberung Mexikos und der spanischen Conquista Amerikas, in: Zeitschrift für Historische Forschung, Bd. 22(1), 1995, S. 71-93.
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Die Absolutismus-Forschungsdebatte

Dozent
bild kühner
Dr. Christian Kühner
Termin
Beginn: 24.10.2013
Do 14-16 Uhr
KG IV - HS 4450
Kommentar
Der Begriff des „Absolutismus“ hat in der Frühneuzeitforschung eine bewegte Geschichte hinter sich: Einst zentrales Forschungskonzept und Epochenbegriff („Zeitalter des Absolutismus“), geriet er in den letzten Jahrzehnten immer stärker in die Kritik. Während die Forschung einerseits stärker zwischen dem „Absolutismus“ (als einem Forschungsbegriff der Moderne) und der „absoluten Monarchie“ (als einem bereits zeitgenössischen Begriff) differenzierte, hatten andererseits Versuche, den Begriff vollkommen abzuschaffen und durch andere (etwa denjenigen des „Barockstaates“) zu ersetzen, wenig Erfolg. Die Übung versteht sich einerseits als Einführung in die Problematik der „absoluten Monarchie“ im frühneuzeitlichen Europa, soll aber andererseits auch die Untersuchung eines Fallbeispiels einer Begriffs- und Methodendiskussion in der Geschichtswissenschaft sein.
Literatur
Dagmar Freist, Absolutismus, Darmstadt 2008; Ronald G. Asch/Heinz Duchhardt (Hg.), Der Absolutismus – ein Mythos? Strukturwandel monarchischer Herrschaft ca. 1550-1700, Köln 1996; Johannes Kunisch, Absolutismus, Göttingen 2. Aufl. 1999; Nicholas Henshall, The Myth of Absolutism: Change and Continuity in Early Modern European Monarchy, London/New York 1992; Ernst Hinrichs (Hg.), Absolutismus, Frankfurt am Main 1986.
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Kolloquium

 

Forschungskolloquium WS 2013/14

Dozent
rga
Prof. Dr. Ronald G. Asch
Termin
Beginn: 28.10.2013
Mo 18 - 20 Uhr
KG IV - HS 4429
Kommentar
Das Kolloquium wendet sich an Examenkandidaten/innen und fortgeschrittene Studierende. Es sollen Abschlußarbeiten und Examensthemen vorgestellt, aber auch neuere Publikationen gemeinsam erörtert werden.
 

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Sommersemester 2013

 

Proseminare

 

Preußen und die Aufklärung

Dozent
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Dr. Isabelle Deflers  
Termin
Beginn: 15.04.2013
Mo 10 - 12 Uhr (Tutorat) 12 - 14 Uhr (Seminar)
KG IV, Übungsraum 2 (5. Stock)
Kommentar Am 24. Januar 2012 wurde der 300. Geburtstag Friedrichs II. von Preußen gefeiert. Unter den zahlreichen Publikationen, die zu diesem Anlass erschienen sind, werfen einige Studien ein neues Licht auf seine Staatsreformen, seine militärischen Erfolge, seinen Ruhm als aufgeklärter Herrscher und seine Ausstrahlung auf Literatur, Kunst und Wissenschaften. Das Proseminar will die Studierenden dazu einladen, über das Verhältnis zwischen dem König und der Aufklärung und darüber hinaus über die Legendenbildung des Philosophenkönigs zu reflektieren.
Literatur
Voltaire - Friedrich der Grosse. Aus dem Briefwechsel, hg. von Hans Pleschinski, Neuausg. München 2004. Siehe die Literatur zu breit gefächerten Themen, die im Vorfeld des Jubiläums erschienen sind: http://www.perspectivia.net/content/publikationen/friedrich300-colloquien; sowie den Sammelband von Bernd Sösemann und Gregor Vogt-Spira (Hg.), Friedrich der Große in Europa - Geschichte einer wechselvollen Beziehung, 2 Bde., Stuttgart 2012.
Bemerkung Das PS ist eine Blockveranstaltung mit begleitendem Tutorat am Montag 10 - 12 Uhr, deshalb müssen beide Veranstaltungen zusammen besucht werden!
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Fürstenhöfe in der Frühen Neuzeit

Dozent
schreiberarndt
Dr. Arndt Schreiber
Termin
Beginn: 16.04.2013
Di 14 - 16 Uhr
Peterhof - HS 1
Kommentar Das Proseminar widmet sich verschiedenen Feldern der jüngeren Hofforschung, die von den einschlägigen Theorien des Soziologen Norbert Elias wichtige Impulse erhalten hat. Aus vergleichender Perspektive werden vor allem die neue Rolle des Monarchen, Formen fürstlicher Repräsentation, der frühneuzeitliche Hof als Instrument der Staatsbildung, die höfische Gesellschaft und die kulturelle Ausstrahlungskraft der Residenzstädte in den Blick genommen. Als empirische Grundlage dafür sollen jedoch nicht allein die „klassischen" Beispiele Versailles, Wien oder London, sondern auch mittlere und kleinere Fürstenhöfe im Heiligen Römischen Reich dienen. Auf Grund ihrer thematischen Breite ist die Lehrveranstaltung für Studierende der ersten Semester besonders geeignet.
Literatur Leonhard Horowski, Die Belagerung des Thrones. Machtstrukturen und Karrieremechanismen am Hof von Frankreich 1661-1789, Ostfildern 2012; Mark Hengerer, Kaiserhof und Adel in der Mitte des 17. Jahrhunderts. Eine Kommunikationsgeschichte der Macht der Vormoderne, Konstanz 2004; Jeroen Duindam, Vienna and Versailles. The Courts of Europe's Rivals, 1550-1780, Cambridge 2003; Norbert Elias, Die höfische Gesellschaft, Frankfurt/Main 2002; Ronald G. Asch, Der Hof Karls I. von England. Politik, Provinz und Patronage 1625-1640, Köln 1995; Volker Bauer, Die höfische Gesellschaft in Deutschland von der Mitte des 17. bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. Versuch einer Typologie, Tübingen 1993.
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Südwestdeutscher Adel in der Frühen Neuzeit

Dozent
Thomas Gilgert
Termin
Beginn: 18.04.2013
Do 10 - 12 Uhr
KG IV - HS 4429
Kommentar Der Adel hat mehr als eintausend Jahre lang die Geschichte Europas entscheidend geprägt. Ausgehend von der Frage, was unter „Adel" überhaupt zu verstehen ist, nähern wir uns in diesem Seminar dem frühneuzeitlichen Adel anhand von Beispielen aus dem deutschen Südwesten und angrenzenden Regionen an. Grundlagen und Praxis adliger Herrschaft über „Land und Leute" sind dabei ebenso Thema wie Karrierewege, Lebenswelten, Selbst- und Weltbilder adliger Männer und Frauen in den Jahrhunderten zwischen der Reformation und dem Ende des Alten Reiches. Im Mittelpunkt steht der reichsunmittelbare Adel (Fürsten, Grafen und Ritterschaft), aber auch der landsässige Adel und das städtische Patriziat sollen in die Betrachtung mit einbezogen werden. Im Rahmen des Seminars ist eine Tagesexkursion nach Donaueschingen ins Fürstlich Fürstenbergische Archiv geplant.
Literatur Asch, Ronald G.: Europäischer Adel in der Frühen Neuzeit. Eine Einführung, Köln/Weimar/Wien 2008; Hengerer, Mark; Kuhn, Elmar; Blickle, Peter; Bumiller, Casimir (Hgg.): Adel im Wandel. Oberschwaben von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, 2 Bde. + Katalogband, Ostfildern 2006; Bumiller, Casimir; Rüth, Bernhard; Weber, Edwin Ernst (Hgg.): Mäzene, Sammler, Chronisten. Die Grafen von Zimmern und die Kultur des schwäbischen Adels, Stuttgart 2012; Mauerer, Esteban: Südwestdeutscher Reichsadel im 17. und 18. Jahrhundert. Geld, Reputation, Karriere: Das Haus Fürstenberg, Göttingen 2001.
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Hauptseminare

 

Fürstenerziehung in der Frühen Neuzeit

Dozent
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Dr. Isabelle Deflers 
Termin
Beginn: 18.04.2013
Do 12 - 14 Uhr
Breisacher Tor - Raum 101  
Kommentar Was bedeutete es, einen Fürst zu „erziehen"? Wie wurde ein Thronfolger auf seine Aufgabe, zu herrschen, vorbereitet? War die Regierungskunst überhaupt „lehrbar"? Welche Tugenden, welche Kenntnisse sollte sich ein zukünftiger Monarch aneignen? Nach welchen Modellen und von wem wurden ihre Lehrprogramme konzipiert? Inwiefern haben die Erzieher der Fürsten sich neu entwickelnde Verständnisse von Herrschaft, Rechten und Pflichten der Regierenden wahrgenommen und berücksichtigt? Trug eine dem Zeitgeist nicht mehr entsprechende Erziehung Ludwigs XVI. zum Zusammenbruch der absoluten Monarchie in Frankreich bei? Mit Texten von Erasmus, Fénelon und anderen Fürstenspiegeln werden wir uns im Laufe des Semesters in mit solchen Fragen auseinandersetzen und gemeinsam diskutieren.
Literatur
Erasmus von Rotterdam, Fürstenerziehung: die Erziehung eines christlichen Fürsten = Institutio principis Christiani. Einführung, Übersetzung und Bearbeitung von Anton J. Gail, Paderborn 1968; Meyer, Jean, L'éducation des princes en Europe du XVe au XIXe siècle, Paris 2004; Mormiche, Pascale, Devenir prince. L'école du pouvoir en France au XVIIe-XVIIIe siècle, Paris 2009; Politische Tugendlehre und Regierungskunst. Studien zum Fürstenspeigel der Frühen Neuzeit, hg. von Hans-Otto Mühleisen und Theo Stammen (Studia Augustana 2), Tübingen 1990.
Bemerkung
Anmeldung per Mail: isabelle.deflers@geschichte.uni-freiburg.de
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Kolloquium

 

Forschungskolloquium SS 2013

Dozent
rga
Prof. Dr. Ronald G. Asch
Termin
Beginn: 29.04.2013 (23.04.13: Gemeinsamer Termin mit Lehrstuhl Prof. Neutatz)
Mo 18 - 20 Uhr (14-tägig) 
KG IV - HS 4429
Kommentar
Das Kolloquium richtet sich an fortgeschrittene Studierende und Examenskandidaten. Es können einerseits Abschlußarbeiten (auch im Stadium der Konzipierung) vorgestellt werden, andererseits sollen auch wichtige Neuerscheinungen gemeinsam diskutiert werden.
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Wintersemester 2012/13

Vorlesungen

Überblicksvorlesung Neuere Geschichte "Geschichte Frankreichs 1589-1789"

Dozent

rga

Prof. Dr. Ronald G. Asch

Termin Mo 14-16 
HS 1010, KG I  
Kommentar Die Vorlesung stellt die Geschichte Frankreich von der Ermordung Heinrichs III., des letzten Valois, bis zur Französischen Revolution dar, sie setzt sich also mit dem Ancien Régime im engeren Sinne des Wortes auseinander. Im Vordergrund stehen dabei der Strukturwandel von Staat und Gesellschaft von der Krise der Religionskriege über die klassische absolute Monarchie Ludwigs XIV. bis hin zum Verwaltungsstaat des 18 Jahrhunderts mit seinen rivalisierenden Eliten. Einbezogen werden aber auch die kirchlich-religiösen Entwicklungen, die vom Triumph des klassischen Reform-Katholizismus nach 1600 über die „Abenddämmerung der Mystik" im späten 17. Jahrhundert, die Verbreitung der Hugenotten und den Streit mit den Jansenisten bis zur Entchristlichung des 18. Jahrhunderts reichen. Schließlich werden wir einen Blick werfen auf die eskalierende Krise des Ancien Régime seit etwa der Mitte des 18. Jahrhunderts, zu der auch die Entstehung einer kritischen „öffentlichen Meinung" gehört. Die Vorlesung will einerseits Grundkenntnisse der französischen Geschichte dieser Epoche vermitteln, andererseits aber auch einen Einblick in moderne Forschungsdebatten geben.
Literatur L. Bely(Hg.). Dictionnaire de l'Ancien Régime, 1996; Colin Jones, The Great Nation. France From Louis XV to Napoleon 2002, J. Collins, The State in Early Modern France,  2. Aufl.  2009. O. Chaline. Le règne de Louis XIV, 2005; D. Roche, La France des Lumières, 1999 (auch auf Englisch erschienen). H. G. Haupt, E. Hinrichs, Kleine Geschichte Frankreichs, 2008.
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Proseminare

 

Frankreich unter Ludwig XVI. (1715-1774)

Dozent

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Dr. Isabelle Deflers  

Termin Mo 12-14 
Breisacher Tor, Raum 201
Kommentar

Von den 1770er Jahren bis zum Ausbruch der Französischen Revolution vermehrten sich die Schwierigkeiten, mit denen die französische Monarchie konfrontiert wurde: Staatsverschuldung, Finanzkrise, Verlust von Überseekolonien, reformfeindliche Binnenkräfte, politische Opposition der Parlamente, Hungerrevolten, die schließlich in die Revolution und in den Untergang des Ancien Régime mündete. Auf Ludwig XVI., dem zum „König der Franzosen" umbenannten Monarch, der die erste Verfassung Frankreichs 1791 annahm, wartete, nach seinem Fluchtversuch, der in Varennes endete, ein dramatisches Schicksal: Die königliche Familie wurde verhaftet, der König wurde wegen Hochverrat verurteilt und am 21. Januar 1793 hingerichtet.

Anhand einer Auswahl sowohl französischer als auch ins Deutsche übersetzter Quellen führt das Proseminar in das ereignisreiche Leben des letzten Königs des Ancien Régime und darüber hinaus in die Umbruchzeit am Ende des 18. Jahrhunderts ein.

Literatur

Bertière, Simone, Les reines de France au temps des Bourbons, Bd. 4: Marie-Antoinette l'insoumise, Paris 2002; Hinrichs, Ernst, u.a. (Hg.), Vom Ancien Régime zur Französischen Revolution. Forschungen und Perspektiven, Göttingen 1978; Malettke, Klaus, Ludwig XVI. (1774-1789/92) - „glückloser König" - „tragische Figur"?, in: Die Bourbonen: Bd. 2: Von Ludwig XV. bis zu Ludwig XVI. (1715 - 1789/92), Stuttgart 2008, S. 110-271; Petitfils, Jean-Christian, Louis XVI, Paris 2005; Hardman, John, Louis XVI, New Haven, London 21994; Taeger, Angela, Ludwig XVI. (1754 - 1793): König von Frankreich, Stuttgart 2006; Vovelle, Michel, La Chute de la Monarchie 1787-1792, Paris 1972.

Vorraussetzungen

Zur Lektüre der Quellen sind gute französische Sprachkenntnisse erwünscht.

Bemerkung Das PS ist als Blockveranstaltung im Zusammenhang mit dem entsprechenden Tutorat am Montag 10-12 Uhr konzipiert, deshalb müssen beide Veranstaltungen zusammen besucht werden! Beginn des PS am Montag, dem 22. Oktober 2012, um 10 Uhr mit der ersten Sitzung des Tutorats.
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Das Alte Reich

Dozent

schreiberarndt

Arndt Schreiber

Termin

Di 12-14

KG IV - HS 4429

Kommentar Das Proseminar behandelt nicht nur die Entwicklung der Verfassungs- und Rechtsordnung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation von der sogenannten „Reichsreform" ab 1495 bis zu seiner Auflösung im Jahr 1806. Es widmet sich genauso verschiedenen Forschungsansätzen, die seine ständische Sozialordnung, seine Position innerhalb des internationalen Systems, seinen Wandel durch die frühneuzeitlichen Prozesse der Konfessionalisierung und Staatsbildung sowie die symbolischen Kommunikationsformen zwischen seinen Gliedern untersuchen. Nicht zuletzt wird diskutiert, ob jenes schon für manchen Zeitgenossen theoretisch kaum zu definierende Gebilde als ein „Reichsstaat" (G. Schmidt) oder sogar bereits als ein „Bundesstaat" (J. Burkhardt) bezeichnet werden kann. Auf Grund ihrer thematischen Breite ist die Lehrveranstaltung für Studierende der ersten Semester besonders geeignet.
Literatur Karl Otmar von Aretin, Das Alte Reich 1648-1806, 3 Bde., Stuttgart 1993-97; Heinz Duchhardt, Altes Reich und europäische Staatenwelt 1648-1806, München 1990; Georg Schmidt, Geschichte des Alten Reiches. Staat und Nation in der Frühen Neuzeit, 1495-1806, München 1999; Barbara Stollberg-Rilinger, Des Kaisers alte Kleider. Verfassungsgeschichte und Symbolsprache des Alten Reiches, München 2008; Johannes Burkhardt, Deutsche Geschichte in der Frühen Neuzeit, München 2009
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Hauptseminare 

Politische und Kulturelle Institution in Großbritannien von der Reformation bis zum späten 19. Jahrhundert

Dozent

rga                                                                    

Prof. Dr. Ronald G. Asch                                      Prof. Dr. Barbara Korte

Termin Di 10-12 
KG IV, Übungsraum 2
 
Kommentar

Das Seminar thematisiert in einer interdisziplinären Perspektive Institutionen  des politischen und kulturellen Lebens in Großbritannien im 18. und 19. Jahrhundert. Die britische Gesellschaft des 18. Jahrhundert ist oft als „first modern society" apostrophiert worden, andererseits lebten hier mangels eines revolutionären Umbruchs um 1800 oder eines interventionistischen Staates mit einer klaren Reformagenda viele Institutionen der Vormoderne fort, die nur schrittweise, zum Teil erst nach ca. 1870/80 oder gar erst nach 1945 einem stärkeren Modernisierungsdruck unterworfen wurden. Neben klassischen staatlichen Institutionen (Monarchie und Parlament etwa) soll die besondere Aufmerksamkeit jenen Organisationen gelten, die das kulturelle und geistige Leben prägten, etwa den alten und neuen Universitäten, den großen Museen und Sammlungen, der Royal Academy und den Public Schools. Berücksichtigt werden sollen aber auch die Kirchen und die Aristokratie als soziale Institution.

Das Seminar wird in englischer und deutscher Sprache abgehalten; es ist verbunden mit einer  Exkursion nach London im Februar 2013. Die Teilnahme ist jedoch nicht verpflichtend.

Literatur Eine einführende Bibliographie wird im Laufe der Semesterferien auf der homepage meiner Professur bereit gestellt.
 Bemerkung

Die Anmeldung für das Seminar sollte in den Semesterferien über e-mail:

ronald.g.asch@geschichte.uni-freiburg.de

erfolgen. Erwartet werden die Übernahme einer Präsentation, respektive eines Referates, eine Hausarbeit (abzugeben bis Ende der Vorlesungszeit) und die aktive Beteiligung am Seminar, die auch in kleineren Leistungen (z. B. Protokolle) ihren Ausdruck finden kann.

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Das friderizianische Preußen

Dozent

rga                                                                    

Prof. Dr. Ronald G. Asch                                

Termin Di 16-18 
Universitätsstr. 5, Raum 1
 
Kommentar 2012 als Jubiläumsjahr Friedrichs II. d. Gr. hat eine Fülle von Publikationen unterschiedlicher Thematik, aber auch unterschiedlicher Qualität hervorgebracht. Das Seminar versteht sich auch als Rückschau auf dieses Jubiläum, will sich aber auch dem preußischen Staat des 18. Jahrhunderts aus unterschiedlichen Perspektiven nähern. Von jeher hat die Forschung die sektorale Modernität (W. Neugebauer) dieses Staates etwa im militärischen Bereich (zumindest bis 1763) in ihrer Verbindung mit einem starken Traditionalismus in anderen Bereichen (etwa die Tendenz zur Konservierung der ständischen Ordnung um fast jeden Preis) fasziniert. Neuere Studien haben dabei einerseits den Modernitätsvorsprung Preußens, der nach 1763 freilich ohnehin schwand, relativiert, andererseits aber auch den Mythos der alle Lebensbereiche - bis hin zur angeblich durchgehenden „Militarisierung" des Alltags - dominierenden Militärmonarchie in Frage gestellt. Das Seminar soll im Lichte dieser jüngeren Forschung Schwächen und Stärken des friderizianischen Staates untersuchen, aber auch einen Blick auf die ländliche Gesellschaft und die Aufklärung im 18. Jahrhundert werfen.
Literatur Bernd Sösemann und Gregor Vogt-Spira (Hg.), Friedrich d. Gr. In Europa 2 Bde.  2012; Chr. Clark, Iron Kingdom: The Rise and Downfall of Prussia 1600-1947, 2006 (auch auf Dt. erschienen). Wolfgang Neugebauer, die Hohenzollern, Bd. 2, 2003, Wolfgang Neugebauer u. a. (Hg.), Handbuch der Preußischen Geschichte, Bd. 1, 2009.
 Bemerkung

Von den Teilnehmern/innen werden ein Referat/Präsentation und eine Hausarbeit (Abgabe Ende der Vorlesungszeit) und die regelmäßige Lektüre der begleitenden Texte und Aufsätze (Abprüfung über Klausur oder Essays) verlangt. Anmeldung in den Semesterferien über

ronald.g.asch@geschichte.uni-freiburg.de

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Philipp Melanchthon (1497-1560) und der Beginn der Reformation (1500-1560)

Dozent

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 Dr. Isabelle Deflers 

Termin

Do 12-14 
Breisacher Tor - Raum 201  

Kommentar

Philipp Melanchthon war der bedeutendste Wittenberger Reformator an der Seite Martin Luthers. Der Humanist, der zugleich als Praeceptor Germaniae wegen seiner zahlreichen Universität- und Schulreformen in die Geschichte einging, verfasste 1530 das berühmte Augsburger Bekenntnis, die Confessio Augustana. Anlässlich der 450jährigen Wiederkehr seines Todestages im Jahre 2010 wurde die Bedeutung Melanchthons für den (politischen) Erfolg der protestantischen Reformation und seine Rolle als Humanist und Pädagoge in zahlreichen Publikationen hervorgehoben. Parallel zu seiner Biographie wird sich das HS mit seinem Einfluss auf die Entfaltung der reformatorischen Partei, seinen Meinungsverschiedenheiten mit Luther und vor allem mit den späteren Gnesiolutheranern sowie der Rezeptionsgeschichte seiner Lehre beschäftigen.

Geplant ist auch eine eintägige Exkursion nach Heidelberg zur Besichtigung der Melanchthon-Forschungsstelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie zur Durchführung eines Interviews mit dem Gründer und ehemaligen Leiter dessen Editionsprojektes Dr. Heinz Scheible.

Literatur Beyer, Michael, Stefan Rhein u. Günther Wartenberg, Melanchthon deutsch, Bd. 1: Melanchthon, Philipp (1497-1560), Schule und Universität. Philosophie, Geschichte und Politik, Leipzig 1997; Bd. 2: Theologie und Kirchenpolitik, Leipzig 1997; Bd. 3: Von Wittenberg nach Europa, Leipzig 2011; Binder, Gerhard (Hg.), Philipp Melanchthon, exemplarische Aspekte seines Humanismus, Trier 1998; Frank, Günther u.a (Hg.), Melanchthon und die Neuzeit, Stuttgart-Bad Cannstatt 2003; Ders. (Hg.), Der Theologe Melanchthon, Stuttgart 2000; Scheible, Heinz, Aufsätze zu Melanchthon, Tübingen 2010; Ders., Melanchthon - eine Biographie, München 1997; Schwab, Hans-Rüdiger, Philipp Melanchthon - Der Lehrer Deutschlands: ein biographisches Lesebuch, München 1997.
Bemerkung

Anmeldung per e-mail:

isabelle.deflers@geschichte.uni-freiburg.de

Beginn des HS am Donnerstag, den 25. Oktober 2012.

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Übungen

 

Forschungsdebatte zur "Military Revolution"

Dozent

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Dr. Isabelle Deflers

Termin

Di 10-12
Raum 204, Breisacher Tor

Kommentar

In Januar 1955 hielt der Historiker Michael Roberts einen Vortrag mit den Titel: The Military Revolution: 1560-1660, in dem er behauptete, dass die Änderungen bezüglich der Größe, Strategie und Taktik innerhalb der frühneuzeitlichen Armeen und deren Einflüsse auf die Gesellschaft und Regierungsart so tiefgründig gewesen seien, dass sie als revolutionär bezeichnet werden sollten. In den folgenden Jahrzehnten stieß die These sowohl auf Zustimmung als auch auf Ablehnung. Einer seiner Kritiker, Geoffrey Parker, erweiterte 1988 die Debatte und stellte die Frage, inwieweit die Dominanz Europas über die Welt auf die „Militärische Revolution" zurückgehe. In der Übung werden die bedeutendsten Beiträge zu dieser Forschungsdebatte, die noch immer aktuell ist, gelesen und gemeinsam diskutiert.

Literatur

Black, Jeremy, A Military Revolution? Military Change and European Society 1550-1800, Basingstoke 1991; Parker, Geoffrey, The Military Revolution: Military Innovation and the Rise of the West, 1500-1800, 1. Aufl. Cambridge 1988; Parrott, David, The Business of War: Military Enterprise and Military Revolution in Early Modern Europe, Cambridge 2012; Roberts, Michael, Die militärische Revolution 1560-1660, in: Ernst Hinrichs (Hg.), Absolutismus, Frankfurt 1986, S. 273-308; Rogers, Clifford J., The Military Revolution Debate: Readings on the Military Transformation of Early Modern Europe, Oxford 1995.

Bemerkung Ohne Anmeldung: Beginn der Übung am Dienstag, den 23. Oktober 2012.
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Quellen zur deutschen Reformationsgeschichte

Dozent

schreiberarndt

Arndt Schreiber

Termin

Do 14-16  
Breisacher Tor, Raum 202

Kommentar

Die Übung versucht durch die gemeinsame Lektüre und Analyse zentraler zeitgenössischer Dokumente von den berühmten 95 Thesen Luthers bis zum Augsburger Religionsfrieden einen einstiegsartigen Überblick über die natürlich viel komplexere deutsche Reformationsgeschichte zu vermitteln. Ein weiteres Hauptziel dieser Lehrveranstaltung besteht darin, die Arbeit mit theologischen und religionspolitischen Quellentexten aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu trainieren und diese mit Hilfe kurzer Referate in ihren historischen Kontexten zu verorten.

Literatur

Olaf Mörke, Die Reformation. Voraussetzung und Durchsetzung, München 22011; Luise Schorn-Schütte, Die Reformation. Vorgeschichte - Verlauf - Wirkung, München 52011; Thomas Kaufmann, Geschichte der Reformation, Frankfurt/Main 2009; Diarmaid MacCulloch Die Reformation, München 2008; Stefan Ehrenpreis / Ute Lotz-Heumann / Heinz Schilling, Reformation und konfessionelles Zeitalter, Darmstadt 22008.

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Kolloqium

 

Kolloqium WS 2012/13

Dozent

rga                                                                    

Prof. Dr. Ronald G. Asch                                

Termin Mi 18-20 
Peterhof, HS 2
Kommentar Das Kolloquium richtet sich an fortgeschrittene Studierende und Examenskandidaten. Es können einerseits Abschlußarbeiten (auch im Stadium der Konzipierung) vorgestellt werden, andererseits sollen auch wichtige Neuerscheinungen gemeinsam diskutiert werden.
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Sommersemester 2012

Vorlesungen

Überblicksvorlesung "Geschichte Brandenburg-Preußens 1648-1806"

Dozent

rga

Prof. Dr. Ronald G. Asch

Termin Mi 10-12  
HS 1010, KG I  
 
Kommentar Auch aus aktuellem Anlaß - mit Blick auf das Friedrich-Jubiläumsjahr 2012 - soll die Vorlesung einen Überblick über die preußische Geschichte des sp. 17. und des 18. Jahrhunderts geben. Die Geschichte des preußischen Staates ist immer wieder kontrovers diskutiert worden. Für die einen ist Preußen ein Musterbeispiel für einen „aufgeklärten Absolutismus" für die anderen eine finstere Despotie oder doch zumindest ein eher rückständiger noch dazu durch das Übergewicht des Militärs geprägter Staat. Faszinierend bleibt in jedem Fall der rasche Aufstieg zur Großmacht ab 1740, aber auch die relative Fragilität des neuen Staates, die 1806-07 allzu deutlich werden sollte, aber auch Anlaß für eine Erneuerung werden sollte, wie sie wenig anderen Monarchien des Ancien Régime so gelang.
Literatur Zur Lektüre werden empfohlen: Handbuch der Preußischen Geschichte. Band 1: Das 17. und 18. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens hg v. W.Neugebauer, 2009 und zahlreiche andere Veröffentlichungen von Wolfgang Neugebauer, sowie Chr. Clark, Preußen. Aufstieg und Niedergang, 2007.
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Bemerkung Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich bitte nicht an Herrn Prof. Asch, sondern an den zuständigen Lehrassistenten Andreas Eder ( andreas.eder@geschichte.uni-freiburg.de ).

 
 

Proseminare

 

Das Ende des Ancien Régime und der Ausbruch der Französischen Revolution

Dozent

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Dr. Isabelle Deflers  

Termin Mo 14-16  
Breisacher Tor, Raum 101
 
Kommentar Die starken Niederschläge und Überschwemmungen des Jahres 1787, die daraus folgende Trockenheit und schließlich die Hagelschauer am 13. Juli 1788, welche die gesamte Ernte Westfrankreichs zerstörten, verursachten eine exorbitante Steigerung des Getreidepreises, der im Juni/Juli 1789 seinen Höhepunkt erreichte. Diese Krisensituation traf mit besonderer Härte die ländliche und die städtische Bevölkerung und verschärfte die Krise der Monarchie, die sich zur gleichen Zeit ebenfalls zuspitzte und in der Einberufung der Generalstände für das Frühjahr 1789 gipfelte. Doch deren Zusammentreten setzte eine Entwicklung in Gang, die zur Abschaffung der absoluten Monarchie und der traditionellen Gesellschaftsordnung noch im Sommer 1789 führte.

Anhand einer Auswahl sowohl französischer als auch ins Deutsche übersetzter Quellen führt das Proseminar in die lang- und kurzfristigen Ursachen der Französischen Revolution ein.
Literatur Furet, François/Richert, Denis, La Révolution française. Paris 1965-1967 (neue Aufl. 2005), deutsche Übers.: Die Französische Revolution, Frankfurt a. M., 1968 (zahlreiche Nachdrucke); Hinrichs, Ernst, Ancien Régime und Revolution. Studien zur Verfassungsgeschichte Frankreichs zwischen 1589 und 1789, Frankfurt a. M. 1989; Kruse, Wolfgang, Die Französische Revolution, Paderborn 2005; Reichardt, Rolf (Hrsg.), Ploetz - Die Französische Revolution, Freiburg/Würzburg 1988; Schulin, Ernst, Die Französische Revolution, 4. Aufl. München 2004.
Bemerkung Zur Lektüre der Quellen können gute französische Sprachkenntnisse hilfreich sein.

Tutorat: Mo 12-14 Uhr, Breisacher Tor, R. 207.
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Der Dreißigjährige Krieg

Dozent

schreiberarndt

Arndt Schreiber

Termin Fr 10-12  
Universitätsstr.5, Raum 2
 
Kommentar Über den Dreißigjährigen Krieg wissen nach zahlreichen Fernsehdokumentationen fast alle historisch Interessierten irgendetwas. Derartige Kenntnisse reichen vom spektakulären Prager Fenstersturz über die Zerstörung Magdeburgs oder dem „schwedischen Trunk" bis zum Westfälischen Frieden. Im Proseminar werden uns solche Einzelheiten allerdings höchstens am Rande beschäftigen. Die besonders für Studienanfänger(innen) geeignete Lehrveranstaltung soll vielmehr anhand typischer Befunde für die Kriegsjahre 1618 bis 1648 in zentrale Themen der aktuellen Frühneuzeitforschung einführen. Zu diesen gehören keineswegs nur die „große Politik" und die Feldzüge charismatischer Generäle, sondern vor allem die Herausbildung des modernen Territorialstaates, die Konfessionalisierung oder mentalitätsgeschichtliche Fragestellungen.
Literatur Johannes ARNDT, Der Dreißigjährige Krieg 1618-1648, Stuttgart 2009 (ein guter Überblick für wenig Geld und daher zur Anschaffung empfohlen); Christoph KAMPMANN, Europa und das Reich im Dreißigjährigen Krieg. Geschichte eines europäischen Konflikts, Stuttgart 2008; Josef J. SCHMID (Hg.), Quellen zur Geschichte des Dreißigjährigen Krieges. Zwischen Prager Frieden und Westfälischem Frieden, Darmstadt 2009; Peter C. HARTMANN / Florian SCHULLER (Hg.), Der Dreißigjährige Krieg. Facetten einer folgenreichen Epoche, Regensburg 2010.
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Hauptseminare 

Masterseminar Die neuzeitliche Säkularisierung von Politik und Gesellschaft - historischer Prozess und philosophische Deutung

Dozent

rga                                     profgander                                  

Prof. Dr. Ronald G. Asch                                      Prof. Dr. Hans-Helmuth Gander

Termin Di 16-18  
Universitätsstr. 5, Raum 2
 
Kommentar

Das interdisziplinäre Seminar soll ein Kernproblem der Geschichte der Neuzeit, das der Säkularisierung, aufgreifen. Es ist ein Problem, das auch heute noch Anlaß zu sonst eher unpopulär gewordenen „Meistererzählungen" gibt, ob diese nun auf eine triumphale Selbstbefreiung des Menschen aus der Bevormundung durch die Kirchen abzielen oder eher betonen, wie sehr auch die nach-christlichen oder a-religiösen politischen Ordnungsentwürfe, ethischen Werte und Weltdeutungen durch das Erbe des Christentums (und des Judentums) geprägt sind. Das Seminar will sich einerseits mit jenen fundamentalen Vorgängen der europäischen Geschichte zwischen Konfessionsspaltung und Französischer Revolution auseinandersetzen, die oft als Grundlegung für die Zurückdrängung von Religion und Kirche aus dem öffentlichen Leben respektive für ihre Beschränkung auf die Privatsphäre gesehen werden (Auflösung der Einheit von kirchlicher und staatlicher Ordnung, Aufstieg der mod. Naturwissenschaften, „Entzauberung der Welt", Ersetzung des Christentums durch moderne Zivilreligionen), anderseits aber auch mit der philosophischen und historischen Deutung dieser Vorgänge im 20. und 21. Jahrhundert.

Literatur Zur ersten Einführung: Hans Blumenberg, Die Legitimität der Neuzeit, 1996; J. C. Monod, La Querelle de la sécularisation : théologie politique et philosophies de l'histoire de Hegel à Blumenberg, 2002, Charles Taylor, In a Secular Age, 2009. Carl Schmitt, Die Legende von der Erledigung jeder politischen Theologie, 1984, H. de Vriese u. G. Gabor (eds.) Rethinking Secularization. Philosophy and the Prophecy of a Secular Age, 2009; und zur „civil religion" George Washingon International Law Review, 41,4 (2010) http://www.gwilr.org/?page_id=18
 Bemerkung

Verpflichtende Anmeldung zum Seminar über ronald.g.asch@geschichte.uni-freiburg.de - Vorausgesetzt werden die Übernahme eines Referates und einer Hausarbeit, die bis zum 1. Juli fertig gestellt werden muss.

Termin des begleitenden, zweistündigen Tutorats wird noch bekannt gegeben.

Achtung: Nur für Masterstudierende.

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Die Vielfalt der Aufklärung in Europa

Dozent

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 Dr. Isabelle Deflers 

Termin

Do 12-14 
Breisacher Tor - Raum 101  

Kommentar Mit der in der Zeitschrift „Berlinische Monatsschrift“ vom Dezember 1783 provokativ gestellten Frage „Was ist Aufklärung?“ entfaltete sich die berühmte „Aufklärungsdebatte“, die zur Festlegung der Grundprinzipien der Aufklärungsbewegung beigetragen hat: „Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“ (Immanuel Kant), Autonomie der menschlichen Vernunft, Emanzipation von herkömmlichen Traditionen, kritische Haltung gegenüber Autoritäten, pädagogischer Optimismus und der Glaube an den Fortschritt der Menschheit. Dennoch hat über diese scheinbar homogene Geistesbewegung hinaus die neuere europäische Forschung gezeigt, wie vielfältig die auf Deutsch irreführend mit einem Singular formulierte Aufklärung in ganz Europa tatsächlich war. „Radical Enlightenment“, „democratic Enlightenment“ „premières et secondes Lumières“, die unterschiedlich konnotierten „Aufklärungen“ innerhalb Europas werden anhand deren wichtigsten Hauptvertreter, deren Ähnlichkeiten und Differenzen im HS studiert, um gerade die Vielfalt der Aufklärungsbewegungen hervorzuheben, die im berühmten Epochebegriff enthalten sind.
Literatur Europäische Aufklärung(en) / Einheit und nationale Vielfalt, hrsg. von Siegfried Jüttner und Jochen Schlobach, Hamburg 1992; Israel, Jonathan I., Democratic Enlightenment: Philosophy, Revolution, and Human rights, 1750 – 1790, Oxford 2011; Ders., Enlightenment Contested: Philosophy, Modernity, and the Emancipation of Man 1670 – 1752, Oxford 2006; Ders., Radical Enlightenment: Philosophy and the Making of Modernity 1650 – 1750, Oxford/New York 2001. R. Mortier : Diversité des Lumières, in: (Hrsg.), Unité et diversité de l’empire des Habsbourg à la fin du XVIIIe siècle, hg. von Roland Mortier und Hervé Hasquin (= Etudes sur le XVIIIe siècle; Bd. XV), Bruxelles 1988, S. 15-23.
Bemerkung

Anmeldung per Mail bis Freitag, den 20. April 2012: isabelle.deflers@geschichte.uni-freiburg.de; Beginn 23. April 2012.

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Übungen

Deutsche und französische Quellen zur Geschichte Frankreichs im Grand Siècle

Dozent

rga
 

Prof. Dr. Ronald G. Asch

Termin

Mi 14-16  
HS 1140, KG I

Kommentar

Die Übung will sich mit zentralen Quellen zur Geschichte Frankreichs im 17. Jahrhundert auseinandersetzen. Neben einigen deutschen oder übersetzten Texten (etwa Lieselotte von der Pfalz) stehen daneben vor allem französische Quellen, etwa die Memoiren des Herzogs von Saint-Simon, die „Mußestunden" des Militäringenieurs Vauban oder die Historiettes von Tallement de Reaux, sowie die Memoiren des Kardinal de Retz. Die Übung will einerseits den Umfang mit fremdsprachlichen Quellen erleichtern, versteht sich andererseits aber auch als Einführung in die Sozial-Politik- und Kulturgeschichte des Grand Siécle.

Literatur

Zur Einführung: F. Bluche (Hg.), Dictionnaire du Grand Siécle, 2005

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Korrespondenz zwischen Voltaire und Friedrich II.

Dozent

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Dr. Isabelle Deflers

Termin

Di 10-12
Raum 102, Breisacher Tor

Kommentar

Im Kontext des Jubiläumsjahres des Preußenkönigs Friedrich II. (1712-1786) soll in der Übung der Briefwechsel zwischen dem „großen" Monarchen und dem weltberühmten französischen Philosophen gemeinsam gelesen und diskutiert werden. Ihre Korrespondenz haben sie zwar auf Französisch geführt, dennoch wird der Zugang zu ihrer Gedankenwelt durch die Verwendung deutscher Editionen leichter gemacht. Die Vielfalt der Themen, über die sie sich ausgetauscht haben, die Freiheit, mit der sie miteinander aus der Ferne diskutiert haben, machen diese Korrespondenz zu einem literarischen Monument, das den heutigen Historiker/innen ein eindrucksvolles Bild unterschiedlicher Auffassungen von Aufklärung vermittelt.

Literatur

Briefwechsel / Voltaire; Friedrich der Große, hrsg. und übers. von Hans Pleschinski, Neuausgabe München 2004; Koser, Reinhold und Hans Droysen (Hg.), Briefwechsel Friedrichs des Grossen mit Voltaire, 3 Bde., ND der Ausgabe von 1908/09 und 1911, Osnabrück 1965.

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Quellenkunde der Frühen Neuzeit

Dozent

schreiberarndt

Arndt Schreiber

Termin

Do 14-16  
Wilhelmstr. 26 - HS 00 016

Kommentar

Die Übung bietet schon etwas fortgeschrittenen Studierenden die Möglichkeit, ihre Kompetenzen im Lesen und Verstehen frühneuzeitlicher Quellen zu verbessern. Sie erhalten einen Überblick über oft zur historischen Forschung herangezogene Quellengattungen und lernen diese anhand konkreter Beispiele für spezifische Fragestellungen auszuwerten. Um Geschichte einmal im „Rohzustand" kennen zu lernen, werden nicht nur edierte Texte analysiert, sondern auch bescheidene paläographische Grundkenntnisse vermittelt und die transkribierten Handschriften in ihre historischen Kontexte eingeordnet. Alle Teilnehmenden sollten zum Halten eines Kurzreferats bereit sein.

Literatur

Josef PAUSER / Martin SCHEUTZ / Thomas WINKELBAUER (Hg.), Quellenkunde der Habsburgermonarchie (16.-18. Jahrhundert). Ein exemplarisches Handbuch, Wien 2004.

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Englische Reisende in das Osmanische Reich

Dozent

Christopher Toenjes

Termin

Mo 10-12  
Breisacher Tor - Raum 202

Kommentar

Während die Gründung der „Turkey Company" im späten 16. Jahrhundert von einer stets wachsenden Zahl englischer Reisenden in das osmanische Reich begleitet wurde, war dies auf dem Kontinent bereits weit ausgeprägter. Die unmittelbaren Erfahrungen und Erlebnisse kontinentaler und englischer Reisenden trug letztendlich dazu bei, neue und allmählich differenziertere Vorstellungen vom Erbfeind zu schaffen. In dieser Übung werden die Teilnehmer eine Auswahl von Reisenden - mit einer Betonung auf England - vom 16. bis zum 19. Jahrhundert auf ihren exotischen Reisen begleiten. Ziel ist zu erkennen, inwiefern die Reiseberichte die zeitgenössische Vorstellung vom osmanischen Nachbarn bestätigten oder widersprachen, bzw. welche neuen Erkenntnisse die Reisenden mit sich brachten. Englischkenntnisse sind von Vorteil.

Literatur

S. Chew, The Crescent and the Rose. Islam and England during the Renaissance, New York 1965 (1. Kap. „Tales and Talebearers"); G. Maclean, The Rise of Oriental Travel. English Visitors to the Ottoman Empire, 1580-1720, New York 2004; D. Vitkus, 'Poisoned Figs, or "The Traveler's Religion": Travel, Trade, and Conversion in Early Modern English Culture', in: G. Stanivukovic, (Hr.) Re-Mapping the Mediterranean World in Early Modern English Writings. Basingstoke 2007, S. 41-57; D. Goffman, Britons in the Ottoman Empire 1642-1660, London 1998; N. Matar, Turks, Moors, and Englishmen in the Age of Discovery, New York 1999.

Vorraussetzungen

Ausreichende Englischkenntnisse sind Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Übung.

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Wintersemester 2011/2012

Vorlesungen

Überblicksvorlesung "Frühe Neuzeit" 1500-1789

Dozent

rga

Prof. Dr. Ronald G. Asch

Termin Do 10-12
HS 3044, KG III
 
Kommentar Die Vorlesung soll in der gebotenen Kürze BA-Studierende und andere Hörer mit Grundphänomenen der frühneuzeitlichen Geschichte vertraut machen. Dazu gehören u. a. die ständische Gesellschaft, das Werden des frühmodernen Staates und die Rolle der Konfessionen. Die wirtschaftlichen Grundlagen des sozialen Lebens sollen ebenfalls berücksichtigt werden und dies gilt auch für wichtige Umbrüche wie die Reformation, den Dreißigjährigen Krieg und die Aufklärung.
Literatur Zur Lektüre werden empfohlen: L. Schorn-Schütte, Geschichte Europas in der Frühen Neuzeit, Studienhandbuch 1500-1789, 2009; Birgit Emich, Frühe Neuzeit 1500-1800 , UTB 2011; Merry E. Wiesner-Hanks, Early Modern Europe, 1450-1789, 2006.
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Religion in der Frühen Neuzeit

Dozent

christianwieland

PD Dr. Christian Wieland

Termin Mi 16-18
HS 3044, KG III
 
Kommentar Religion besaß in der Vormoderne eine für die Menschen der Postmoderne unvorstellbare Prägekraft: Politik und Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft, Krieg und Frieden, all diese Bereiche des menschlichen Lebens waren nicht von der Religion getrennte Segmente, sondern waren zutiefst religiös durchdrungen. Was die Allgegenwart des Religiösen für die Geschichte der Frühen Neuzeit bedeutete, soll in dieser Vorlesung genauer untersucht werden. Dabei werden wir um die Beschreibung von theologischen Entwicklungen im strengen Sinne nicht herumkommen: Reformation, Gegenreformation und Konfessionalisierung, Puritanismus, Pietismus, Jansenismus, also die Ausdifferenzierung, Pluralisierung und Präzisierung dogmatischer Lehrgebäude, die sich im Laufe der Frühen Neuzeit immer weiter steigernde Konkurrenz bezüglich der letztgültigen Deutung der christlichen Tradition, werden einen gewichtigen Teil der Vorlesung einnehmen. Zugleich sollen jedoch die zahlreichen Bezüge zwischen Religion und Gesellschaft in den Blick genommen werden, so die unterschiedlichen Ausprägungen von Eliten- und Volksfrömmigkeit, die Ausdrucksformen des Religiösen im Alltag, schließlich spezifisch religiöse Lebensformen. Am Ende der Vorlesung wird die Frage stehen, ob sich im Laufe der Frühen Neuzeit so etwas wie eine „Säkularisierung“ ausmachen läßt – nicht unbedingt im Sinne einer Verdrängung des Religiösen insgesamt, wohl aber als ein zunehmendes Bewußtsein von der Trennung zwischen Religion auf der einen, Nicht-Religion auf der anderen Seite; um mit Max Weber zu sprechen: ob die „Entzauberung der Welt“ tatsächlich stattgefunden hat.
Literatur Anstelle zahlreicher – oder zahlloser – Einzelveröffentlichungen sei hier summarisch verwiesen auf: Jean-Marie Mayeur (Hrsg.), Die Geschichte des Christentums, 11 Bde., Freiburg i. Brsg. 1977 – 2003.
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Proseminare

Die Reformation

Dozent

christianwieland

PD Dr. Christian Wieland

Termin Mo 10-12
HS 4, Peterhof
 
Kommentar Die Reformation stellt im allgemeinen Bewußtsein das zentrale Ereignis dar, mit dem der Übergang zwischen Mittelalter und Neuzeit markiert wird: An die Stelle eines einheitlichen lateinischen Christentums trat im Gefolge des Wirkens Martin Luthers und seiner Anhänger eine Vielzahl von miteinander konkurrierenden Varianten des Christentums, die Konfessionen. Die Reformation – oder vielleicht besser: die Reformationen in ihren verschiedenen europäischen Spielarten – ist einerseits ein historisches Ereignis im klassischen Sinne: dramatisch, an das Handeln einzelner charismatischer Persönlichkeiten geknüpft, teilweise gewaltsam. Andererseits spiegeln sich im Ereignis der Reformation zahlreiche Strukturen der europäischen Politik und Gesellschaft zwischen Spätmittelalter und beginnender Neuzeit wider; und schließlich wirkte die Reformation ihrerseits strukturbildend: Kirchenverfassung, politische Organisation und soziale Formen unterliefen in ihrem Gefolge einen fundamentalen Wandel. Im Proseminar wird dem Ereignis der Reformation auf vielfältigen Ebenen nachgegangen: theologisch, politisch, gesellschaftlich und kulturell; und es wird um verschiedene historiographische Deutungen dieses Ereignisses gehen, das für lange Zeit das nationale Selbstverständnis der gebildeten Deutschen prägte.
Literatur Johannes Burkhardt, Das Reformationsjahrhundert. Deutsche Geschichte zwischen Medienrevolution und Institutionenbildung 1517 – 1617, Stuttgart 2002; Diarmaid McCulloch, Die Reformation 1490 – 1700, München 2008; Ulinka Rublack, Die Reformation in Europa, Frankfurt a. M. 2003.
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Hexen, Dämonen, Sternendeuter - Ideen- und Sozialgeschichte der Magie und des Übersinnlichen in der Frühen Neuzeit

Dozent

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Dr. Andreas Klein

Termin Di 10-12
Bismarckallee 22
Kommentar

Für die Menschen der Frühen Neuzeit war Magie ein selbstverständlicher Bestandteil der Welt. Sie fühlten sich umgeben von Dämonen und Hexen, die sie bedrohten, aber auch von guten Geistern und Kobolden, die hilfreich sein konnten. Diese Kreaturen waren Ausdruck der Ängste, die den frühneuzeitlichen Menschen prägten und plagten, und dienten ihrer psychischen Verarbeitung. Die Menschen setzten Magie in vielen Bereichen ein, als Schutz gegen Unbill, in der Medizin, als Liebeszauber und Ratgeber vor wichtigen Entscheidungen. Ihre Weltsicht wird erst verständlich, wenn man diesen Teil ihres Glaubens betrachtet.

Wir werden deshalb im Kurs die Ideen- und Sozialgeschichte des Übernatürlichen in allen Facetten studieren: Vorstellungen über die Strukturen des Magischen, die verschiedenen Arten von Unholden wie Vampire, Teufel, die Wilde Jagd und Klabautermänner, die Praxis der Hexenjäger und die der Astrologen und höfischen Magier. Die Hexenverfolgung wird breiten Raum einnehmen. Hierbei werden wir uns auch volkskundlicher, ethnologischer und anthropologischer Methoden und Theorien bedienen, und auch Vergleiche z.B. mit sibirischen Schamanen stehen auf den Programm. Dadurch stellt dieser Kurs auch eine Einführung in die Funktionsweise gedanklicher Strukturen dar: wie verbreiten sich Ideen in der Gesellschaft? Die Märchenforschung anhand des Beispiels der Brüder Grimm und die Ausbreitung des Hexenwahns sind diesbezüglich sehr lehrreich.

Auch die Psychologie der frühneuzeitlichen Menschen wird thematisiert werden, um zu verstehen, wie sich die Ängste, als deren Ausdruck die magische Weltsicht verstanden werden muß, aus der Situation der Menschen entwickelten. Welchem Rational gehorchte das magische Denken, und wie unterschied es sich von dem modernen, „aufgeklärten“ Denken?

Literatur Als vorbereitende Lektüre sei empfohlen: Frazer, James George: Der goldene Zweig: eine Studie über Magie und Religion, Neuausgabe Köln 1968, ein Klassiker, der das Übernatürliche aus anthropologischer Sicht strukturiert, sowie Daxelmüller, Christoph: Aberglaube, Hexenzauber, Höllenängste. Eine Geschichte der Magie, Zürich 1993, eine gut geschriebene Gesamtdarstellung. Eine packende Episode beschreibt und analysiert dieses schmale Bändchen: Behringer, Wolfgang: Conrad Stoeckhlin und die Nachtschar. Eine Geschichte aus der Frühen Neuzeit, München 1994. Wunderbare Illustration dessen, was Gegenstand des Seminars sein soll.
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Friedrich der Große (1712-1786) - Geschichte und Mythos

Dozent

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Dr. Isabelle Deflers

Termin Mo 14-16
Raum 201, Breisacher Tor
Kommentar Am 24. Januar 2012 wird der 300. Geburtstag Friedrichs II. von Preußen gefeiert. Aus diesem Anlass werden sich in Berlin und in Potsdam zwei Ausstellungen mit dem „großen“ König auseinandersetzen: Unter dem Titel „Friederisiko verspricht die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) im Neuen Palais im Park Sanssouci einen Überblick voller „überraschende[r] und provozierende[r] Aufschlüsse“ zu Biographie, Gedankenwelt und Handeln des Königs. Gewählt wurde als roter Faden die Perspektive des „Risikos“; die Risikobereitschaft wird als „ein prägnanter Charakterzug Friedrichs“ hervorgehoben und soll somit ermöglichen, ein neues Licht auf seine Staatsreformen, seine militärischen Erfolge, seinen Ruhm als aufgeklärter Herrscher und seine Ausstrahlung auf Literatur, Kunst und Wissenschaften zu werfen. Seinerseits zielt das Deutsche Historische Museum in Berlin (DHM) mit seiner Ausstellung „Friedrich der Große in Europa – Der inszenierte Preußenkönig“ eher auf eine „kritische Würdigung des Herrschers“. Das Proseminar will die Studierenden dazu einladen, sowohl diese historische Persönlichkeit und die von ihm geprägte Epoche kennenzulernen, von der sie spätestens im Jubiläumsjahr hören werden, als auch über Prinzipien von Geschichtsschreibung und Legendenbildung zu reflektieren. Eine begleitende Exkursion zu den Ausstellungen ist geplant.
Literatur

Johannes Kunisch, Friedrich der Große. Der König und seine Zeit, München 2004; Gerd Heinrich, Friedrich II. von Preußen. Leistung und Leben eines großen Königs, Berlin 2009; Peter-Michael Hahn, Friedrich der Große und die deutsche Nation. Geschichte als politisches Argument, Stuttgart 2007.

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Militär und Gesellschaft im 17. und 18. Jahrhundert

Dozent

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Dr. Isabelle Deflers

Termin Do 12-14
Raum 101, Breisacher Tor
Kommentar Seit einigen Jahren zeigt eine neue Generation von Forscherinnen und Forschern ein lebhaftes Interesse an einer Militärgeschichte, die sich von den traditionellen, auf Kriege, Schlachten, Heeresorganisation und große Heerführer konzentrierten Fragestellungen abwendet. Dabei rückt das Militär als Ort von fundamentalen Entwicklungs- und Veränderungsprozessen der (vor-)modernen Gesellschaft in den Vordergrund. Diese neue Perspektive greift auf sozial-, alltags-, mentalitätshistorische sowie zunehmend auch auf kulturanthropologische und geschlechtergeschichtliche Forschungsansätze zurück. Das Proseminar bietet einen Überblick über diese neuen Forschungsrichtungen und setzt sich in dieser Perspektive mit Quellen und historiographischen Interpretationen intensiv auseinander.
Literatur

Bernhard R. Kroener/Ralf Pröve (Hg.), Krieg und Frieden. Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit, Paderborn u. a. 1996; Rolf-Dieter Müller, Militärgeschichte, Köln/Weimar/Wien 2009; Jutta Nowosadtko, Krieg, Gewalt und Ordnung. Einführung in die Militärgeschichte, Tübingen 2002.

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Hauptseminare

Europäische Imperien und ihre Krisen, 1560-1700/14

Dozent

rga

Prof. Dr. Ronald G. Asch

Termin Mi 10-12
HS 1108, KG I
 
Kommentar Im Mittelpunkt des Seminars sollen weniger die großen Kolonialreiche stehen – auch wenn die Kolonien am Rande mit einbezogen werden sollen - sondern die drei europäischen dynastischen Großreiche der spanischen und der deutschen/österreichischen Habsburger sowie – im 17. Jahrhundert – der Stuarts, ohne dass andere „composite monarchies“ ganz vernachlässigt werden. Das Seminar soll nach Faktoren der Kohärenz dieser Reiche fragen (z. B. Konfession, Homogenisierung der Eliten, Integration durch den Hof), aber auch nach zentrifugalen Kräften, die sich in regionalen Revolten oder anderen Krisen äußern konnten. Dabei bietet das spanische Reich in Europa nach 1600 eher ein Bild des Niedergangs, während die britische Monarchie trotz der Krise des Bürgerkrieges im späten 17. Jahrhundert und zu Beginn des 18. konsolidiert werden konnte (Union mit Schottland 1707) und Gleiches mit Einschränkungen auch für die lange labile Habsburgermonarchie galt, die nach 1683 sogar Siebenbürgen und Zentralungarn integrieren konnte.
Literatur Zur ersten Einführung: James Scott Wheeler, The Making of a World Power, War and the Military Revolution in 17th century England, 1999; St. Ellis und Chr. Maginn, The Making of the British Isles, 2007; Henry Kamen, Spain’s Road to Empire, 2002; Robert Stradling, Europe and the Decline of Spain, 1981; Thomas Winkelbauer, Ständefreiheit und Fürstenmacht, 2 Bde. 2003; García Hernán, Enrique [Hrsg.], Guerra y sociedad en la monarquía hispánica: política, estrategia y cultura en la Europa Moderna (1500 - 1700) / 2 Bde., 2006.
 

Anmeldung über ronald.g.asch@geschichte.uni-freiburg.de bis Ende der vorlesungsfreien Zeit.

Die Seminararbeiten sind bis 10. Januar zu verfassen und sollten eine Länge von 17 bis 20 Seiten haben.

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Herrscher- und Tyrannenmord in Praxis und Theorie in der Frühen Neuzeit, ca. 1584-1793

Dozent

rga

Prof. Dr. Ronald G. Asch

Termin Di 16-18
HS4, Peterhof
Kommentar Schon das Mittelalter kannte ein Widerstandsrecht und faktisch wurden auch Herrscher abgesetzt und umgebracht, es blieb jedoch dem Zeitalter der Konfessionskriege vorbehalten, den Tyrannenmord systematisch auf theologischer und staatstheoretischer Grundlage zu rechtfertigen. Führend waren hier Ende des 16. Jahrhunderts vor allem katholische Theologen, oft Jesuiten. Mit der Rechtfertigung der Hinrichtung Karls I. 1649 (die freilich nach einem öffentlichen Prozeß stattfand) zog jedoch die protestantische Seite gewissermaßen nach. Zuvor waren zwei französischen Könige (Heinrich III. und Heinrich IV., 1589 und 1610) von radikalen Katholiken umgebracht worden. Jakob I. von England entging zur etwa gleichen Zeit 1605 nur knapp einem Attentat. Das politische Attentat war hier offenbar Teil einer höchst explosiven Vermischung konfessioneller und politischer Konflikte und erschien legitim vor allem in der Perspektive eines Heiligen Krieges gegen Ungläubige. In der zweiten Hälfte wurden direkte Angriffe auf das Leben von Herrschern deutlich seltener, wenn man davon absieht, dass sowohl Peter III. von Rußland (1762) und Zar Paul I (1801) sowie Gustav III. von Schweden (1792) ermordet wurden und auch Ludwig XV. von Frankreich in den 1750er Jahren von einem Attentäter angegriffen wurde. Das Seminar soll einerseits einige spektakuläre Fälle genauer untersuchen und andererseits einige der zentralen Texte, mit denen Akte des regicidium gerechtfertigt oder verdammt wurden, einer genauen Lektüre unterziehen.
Literatur Monique Cottret: Tuer le tyran? Le tyrannicide dans l’Europe moderne, 2009; Robert von Friedeburg (Hg.), Murder and Monarchy. Regicide in European History, 1300-1800, 2004; Chevallier, Pierre, Les régicides : Clément, Ravaillac, Damiens, 1989; Peacey, Jason [Hrsg.], The regicides and the execution of Charles I., 2001.
 

Anmeldung bitte bis Vorlesungsbeginn verpflichtend über ronald.g.asch@geschichte.uni-freiburg.de

Die Seminararbeiten für dieses Seminar sind während des Semesters zu schreiben und bis zum 10. Januar abzugeben. Der Umfang beträgt 17 bis 20 Seiten.

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Kulturgeschichte des frühneuzeitlichen Adels

Dozent

christianwieland

PD Dr. Christian Wieland

Termin Di 14-16
HS 3, Peterhof
 
Kommentar Der Adel war und blieb die Führungsschicht im frühneuzeitlichen Europa – trotz aller Herausforderungen, denen sich der Zweite Stand durch die Entwicklung der modernen Wissenschaft, das Wachstum der Staatsgewalt, den Beginn der kapitalistischen Weltwirtschaft oder die Veränderungen der Kriegstechnik ausgesetzt sah. Daß es dem Adel gelang, in den Jahrhunderten der Frühen Neuzeit seine Dominanz zu wahren, ist in erster Linie als kulturelles Phänomen zu begreifen; denn es ist alles andere als selbstverständlich, daß der Glaube an die Existenz einer durch Herkunft konstituierten sozio-kulturellen Führungsschicht erst im Zusammenhang mit den großen atlantischen Revolutionen am Ende des 18. Jahrhunderts nachhaltig erschüttert wurde. Im Seminar soll den Strategien, mit deren Hilfe der frühneuzeitliche Adel seine kollektive Identität, sein Überleben und die allgemeine Überzeugung von seiner spezifischen Eigenart durch die Jahrhunderte bewahrte – und zugleich kontinuierlich transformierte, gewissermaßen „neu erfand“ –, nachgegangen werden. Eine adlige Existenz war in vieler Hinsicht das Produkt bewußter Inszenierungen, ein „Gesamtkunstwerk“ – das gerade deswegen eine besonders nachhaltige Wirkung, eine besonders wirkungsvolle Realität besaß.
Literatur

Ronald G. Asch, Europäischer Adel in der Frühen Neuzeit. Eine Einführung, Köln/Weimar/Wien 2008; Jörn Leonhard/Christian Wieland (Hrsg.), What Makes the Nobility Noble? Comparative Perspectives from the Sixteenth to the Twentieth Century (= Schriftenreihe der FRIAS School of History 2), Göttingen 2011.

  Anmeldung bitte per e-mail an: christian.wieland@geschichte.uni-freiburg.de
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Übungen

Ulrich Bräker - der arme Mann aus dem Toggenburg - eine Militärgeschichte "von unten"

Dozent

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Dr. Isabelle Deflers

Termin Di 10-12
Raum 202, Breisacher Tor
Kommentar Im Mittelpunkt der Quellenübung steht die intensive Lektüre von Selbstzeugnissen, die über das Leben der „einfachen Leute“ und ihre Welt berichten. Am Beispiel des Tagebuches des Schweizer Zwangsrekrutierten Ulrich Bräker (1735-1798), in dem er den Alltag in der preußischen Armee und den Beginn des Siebenjährigen Kriegs beschrieb, sowie anderer biographischen Aussagen von „einfachen Menschen“ wird über die Lebensverhältnisse der sozialen Unterschicht und der ländlichen Kultur im 17. und vor allem im 18. Jahrhundert reflektiert. Dass die Armee der Frühen Neuzeit stets von einem Tross mit Frauen und Kindern begleitet wurde, ist durch „Mutter Courage und ihre Kinder. Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg“ von Brecht bekannt, dennoch wird selten darüber berichtet. Anhand der Lektüre seltener Ego-Dokumenten sollen Alltagsleben und Wahrnehmung von „Modernisierungsprozessen“ innerhalb des stehenden Heeres aus der Sicht des einfachen Soldaten analysiert und diskutiert werden.
Literatur

Holger Böning (Hg.), Ulrich Bräker. Der Arme Mann aus dem Toggenburg. Leben, Werk und Zeitgeschichte, Königstein/Ts 1985; Michael Epkenhans, Stig Förster und Karen Hagemann (Hg.), Militärische Erinnerungskultur. Soldaten im Spiegel von Biographien, Memoiren und Selbstzeugnissen (Krieg in der Geschichte 29), Paderborn u. a. 2006.

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Englische Quellen zu den Türkenkriegen im späten 16. und 17. Jahrhundert

Dozent

Toenjes, Christopher

Termin Mo 10-12
Raum 206, Breisacher Tor
Kommentar

Die Türkenkriege wurden nicht nur von denjenigen mit großem Interesse beobachtet, die direkt von Kriegsgeschehnissen betroffen waren, sondern sogar von den Engländern, die mit „secure contemplation“ die Eroberungszüge der Türken verfolgten. In dieser Veranstaltung werden die publizierten Kriegsberichte von Engländern über die Belagerung von Malta bis hin zum Abzug der Osmanen aus Ungarn nach 1683 analysiert.

Ziel der Veranstaltung ist es herauszufinden, was von den Kriegsgeschehnissen in England bekannt war und wo das besondere Interesse an den Türkenkriegen lag. Gleichzeitig bietet die Übung Gelegenheit, mit frühneuzeitlichen englischen Quellen zu arbeiten und mit diesem Textgenre vertraut zu werden.

Literatur

Samuel C. Chew, The Crescent and the Rose. Islam and England during the Renaissance, New York 1965, S. 100-149; Nabil Matar, Turks, Moors, and Englishmen in the Age of Discovery, New York 1999, bes. S. 43-82; Nabil Matar, Islam in Britain 1558-1685, Cambridge 1998, bes. S. 21-49; Darling, Linda T., ‘Ottoman Politics through British Eyes: Paul Rycaut’s The Present State of the Ottoman Empire’, in: Journal of World History, Bd. 5, Honolulu 1994; Luc Deitz, ‘Das Türkenbild in der englischen Literatur des 16. Jahrhunderts’, in: Guthmüller / Kühlmann (Hg.), Europa und die Türken in der Renaissance, Tübingen 2000; Christopher Tyerman, England and the Crusades 1095-1588, London 1988; Daniel Vitkus, ‘Early Modern Orientalism: Representations of Islam in Sixteenth- and Seventeenth- Century Europe’, in: Blanks / Frassetto (Hg.), Western Views of Islam in Medieval and Early Modern Europe : Perception of Other, Houndmills 1999, S. 207-230.

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Kolloquium

Kolloquium

Dozent

rga

Prof. Dr. Ronald G. Asch

Termin Mi 20-22
ÜR2, KGIV
Kommentar Im Forschungskolloquium zur Frühen Neuzeit, das sich sowohl an Examenskandidaten wie auch generell an Studierende in höheren Semestern richtet, die an der Geschichte der Frühen Neuzeit in besonderer Weise interessiert sind, sollen laufende Arbeitsprojekte vorgestellt und wichtige neuere Publikationen gemeinsam diskutiert werden.
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Sommersemester 2011

Vorlesungen

Kaiser Karl V., die Reformation und Europa

Dozent

Prof. Dr. Johannes Arndt 

Termin Di 14-16
HS 1015, KG I
 
Kommentar In der Vorlesung sollen zwei historische Fragestellungen gemeinsam und in ihren Wechselbeziehungen untersucht werden: Zum einen die europäische Hegemonialherrschaft Karls V. mit den daraus resultierenden Konflikten, zum anderen die Entstehung und der Verlauf der Reformation im Hl. Römischen Reich. Gleichzeitig führt die Vorlesung ein in die verfassungsgeschichtlichen und sozialgeschichtlichen Grundlagen Europas im Renaissancezeitalter. Die Regierungszeit Karls V., in Spanien ab 1516, im Reich ab 1519, war bestimmt durch den politischen Gegensatz zu Frankreich und die Glaubensspaltung, die vom Reich ihren Ausgang nahm. Während der Kaiser gegen Frankreich zumeist siegreich blieb, scheiterte er im Reich: Er konnte seinen Vorsatz, die alte Kirche in ihrem materiellen und immateriellen Besitzstand ungeschmälert zu erhalten, nicht verwirklichen, und sein Wunsch, dem Reich eine straffe, monarchisch ausgerichtete Verfassung zu geben, wurde vom geeinten Widerstand der Reichsstände zunichte gemacht.
Literatur Wenzel Jacob u.a. (Hg.), Kaiser Karl V. (1500-1558). Macht und Ohnmacht Europas. Ausstellung in der Kunsthalle der Bundesrepublik Deutschland Bonn, 24. Februar 2000 - 21. Mai 2000, Bonn 2000; Thomas Kaufmann , Geschichte der Reformation, Frankfurt/Main 2009; Alfred Kohler , Karl V., 1500-1558. Eine Biographie, München 1999; Alfred Kohler / Barbara Haider / Christine Ottner (Hg.), Karl V. 1500-1558. Neue Perspektiven seiner Herrschaft in Europa und Übersee, Wien 2002; Helga Schnabel-Schüle , Die Reformation 1495-1555. Politik mit Theologie und Religion, Stuttgart 2006.
Bemerkung Zuordnung für BA-Studiengänge: Vertiefung Neuzeit I (1500-1850); 4 ECTS
Leistungsnachweis Studienleistungen: - regelmäßige Teilnahme - Vor- und Nachbereitung - Klausur oder mündliche Prüfung (wird von dem/der Veranstaltungsleiter/in in der ersten Sitzung bekannt gegeben)

 

 

Proseminare

Konfessionskonflikt und Staatsbildung - Deutschland 1555-1620

Dozent

Prof. Dr. Johannes Arndt

Termin Mo 12-14
Übungsraum 2, KG IV
 
Kommentar In der überkommenen Historiographie galt das Zeitalter zwischen der Reformation und dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges vielfach als keine eigenständige Einheit, sondern als eine "fade Periode, eine Art glanzloser Zwischenakt", wie Heinz Schilling subsumierte. Erst in den letzten ca. 30 Jahren haben Forscher mit unterschiedlichen Ansätzen, vor allem Verfassungs- und Sozialhistoriker mit frühneuzeitlichem Forschungsschwerpunkt, Rechtshistoriker sowie Kirchenhistoriker der unterschiedlichen Konfessionen ein neues Bild dieser Epoche entworfen. Über die Gräben hinweg, die die Bezeichnungen "Gegenreformation" (Leopold von Ranke) oder "katholische Reform" (Hubert Jedin) aufgeworfen hatten, gelang es, diesen Zeitabschnitt unter der Begriffsbildung der "Konfessionalisierung" neu zu gliedern und dadurch überhaupt erst als eigenständiges Zeitalter zu konstituieren. "Konfessionalisierung" beschreibt einen langfristigen Prozeß, in den Territorien unterschiedlicher bekenntnismäßiger Ausprägung eine eigenständige politische und religiöse Grundordnung zu schaffen, die nach innen Stabilität und nach außen Selbstbehauptungsvermögen gewährleistete. Dabei gingen die Interessen der politischen Machthaber und der geistlichen Amtsträger Hand in Hand: Durch eine gegenüber dem Spätmittelalter verstärkte Kooperation von Staat und Kirche in allen Lebensbereichen wurde die herrschaftsmäßige Durchdringung in vielen deutschen Territorien im fraglichen Zeitraum vorangetrieben.
Literatur Kaspar von Greyerz u.a. (Hg.), Interkonfessionalität - Transkonfessionalität - binnenkonfessionelle Pluralität. Neue Forschungen zur Konfessionalisierungsthese, Gütersloh 2003; Maximilian Lanzinner , Konfessionelles Zeitalter 1555-1618, in: Wolfgang Reinhard (Hg.), Gebhardt Handbuch der deutschen Geschichte, 10., völlig neu bearbeitete Auflage, Bd. 10, Stuttgart 2001, S. 1-203; Wolfgang Reinhard / Heinz Schilling (Hg.), Die katholische Konfessionalisierung, Gütersloh 1995.
Bemerkung Tutorat: Mo 10-12 Uhr KG IV, R. 4429 Zuordnung für BA-Studiengänge: Grundlagen Neuzeit (16.-19. Jh.); deutsche Geschichte; 10 ECTS Zuordnung für BA-Studiengänge[2010]: Grundlagen Neuzeit (16.-18. Jh.); 10 ECTS  
Leistungsnachweis 1) Studienleistungen: - regelmäßige Teilnahme am Proseminar und am Tutorat - intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, einschließlich der Aufgaben, die von dem/der Veranstaltungsleiter/in in der ersten Proseminar-Sitzung bekannt gegeben werden (z. B. mündliches Referat, Essay, Sitzungsprotokoll, schriftliche Quelleninterpretation, Bibliographie, ...) - Klausur am Ende der Vorlesungszeit (2) Prüfungsleistung (schriftliche oder mündliche Modulteilprüfung): - Hausarbeit oder mündliche Prüfung (nach Wahl des/der Studierenden)

 

 

Europa im Jahrhundert der Aufklärung

Dozent

PD Dr. Christian Wieland

Termin Mo 10-12
Raum 1, Universitätsstr. 5
 
Kommentar Mit dem Begriff der „Aufklärung“ verbinden sich nach wie vor überwiegend positive Konnotationen, die in die Richtung von „Freiheit“, „Individualisierung“, „Aufbruch“ oder „Modernisierung“ weisen. Wenn man nun – zunächst eher instinktiv und diffus – davon ausgeht, daß mit der Aufklärung die Basis für die Lebensbedingungen sowie die intellektuellen und politischen Grundlagen unserer gegenwärtigen Existenz in demokratisch-liberalen und säkularisierten „westlichen“ Gesellschaften gelegt wurde, dann sollte allein diese Annahme ein hinreichender Grund dafür sein, sich näher mit dem Phänomen der Aufklärung zu beschäftigen. Im Proseminar soll dies auf zwei Ebenen geschehen: Zum einen werden wir theoretische Grundlagentexte der Aufklärung lesen, wir werden uns mit den philosophischen Grundüberzeugungen und politischen Forderungen von „Aufklärern“ in Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland beschäftigen. Zum anderen werden wir versuchen, ein Panorama der politischen Situation im Europa des 18. Jahrhunderts zu erarbeiten und uns die Frage stellen, ob es in dieser Zeit so etwas wie eine „aufgeklärte Politik“ gegeben hat. Dies sollte uns dazu befähigen, den Fortschritts- und Neuerungsenthusiasmus der Aufklärer kritisch zu hinterfragen. Das Seminar dient der Einführung in das Studium der Geschichte, in den Umgang mit Forschungsliteratur und die Interpretation von Quellen – wie es sich für das Studium an einer deutschen Universität gehört - von einem konkreten und zugleich hinreichend allgemeinen Phänomen ausgehend.
Literatur Horst Möller, Vernunft und Kritik. Deutsche Aufklärung im 17. und 18. Jahrhundert, Frankfurt a. M. 1986; Barbara Stollberg-Rilinger, Europa im Jahrhundert der Aufklärung, Stuttgart 2000 (zur Anschaffung empfohlen).
Bemerkung Tutorat: Mo 14-16 Uhr, KG IV, R. 4429 Zuordnung für BA-Studiengänge: Grundlagen Neuzeit (16.-19. Jh.); deutsche Geschichte und außerhalb der deutschen Geschichte; 10 ECTS   Zuordnung für BA-Studiengänge[2010]: Grundlagen Neuzeit (16.-18. Jh.); 10 ECTS    
Leistungsnachweis 1) Studienleistungen: - regelmäßige Teilnahme am Proseminar und am Tutorat - intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, einschließlich der Aufgaben, die von dem/der Veranstaltungsleiter/in in der ersten Proseminar-Sitzung bekannt gegeben werden (z. B. mündliches Referat, Essay, Sitzungsprotokoll, schriftliche Quelleninterpretation, Bibliographie, ...) - Klausur am Ende der Vorlesungszeit (2) Prüfungsleistung (schriftliche oder mündliche Modulteilprüfung): - Hausarbeit oder mündliche Prüfung (nach Wahl des/der Studierenden)

 

Hauptseminare

Der Aufstieg Brandenburg-Preußens 1640-1786

Dozent

Prof. Dr. Johannes Arndt

Termin Mi 10-12
Raum 1, Universitätsstr. 5
 
Kommentar Das Seminar soll den "Aufstieg" der Hohenzollernmonarchie vom Schauplatz des Kriegstheaters 1640 bis zur europäischen Großmacht 1786 nachzeichnen. Die vier Herrscher sollen dabei in ihrem politischen Wollen bei jeweils begrenzten Möglichkeiten gezeigt werden. Noch wichtiger ist allerdings ihr Beitrag zur militärischen Konsolidierung, zeremoniellen Besserstellung, verwaltungsgeschichtlichen Verdichtung und machtpolitischen Expansion, wobei jeweils wenig Rücksicht darauf genommen wurde, was Zeitgenossen und insbesondere die Herrschaftskonkurrenten für ziemlich und angemessen hielten. Stets wird der Blick darauf gerichtet, was die jeweilige Politik für die brandenburg-preußische Einwohnerschaft in ihrer sozialen Differenzierung bedeutete.
Literatur Christopher Clark , Preußen: Aufstieg und Niedergang. 1600-1947, München 2007 (engl. 2006); Frank-Lothar Kroll (Hg.), Preußens Herrscher. Von den ersten Hohenzollern bis Wilhelm II., München 2000; Johannes Kunisch , Friedrich der Große. Der König und seine Zeit, München 2004; Ernst Opgenoorth , Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst von Brandenburg. Eine politische Biographie, 2 Bde., Göttingen u.a. 1971-1978; Franziska Windt (Red.), Preußen 1701. Eine europäische Geschichte. Ausstellung des Deutschen Historischen Museums Berlin in der Orangerie des Schlosses Charlottenburg, 6. Mai bis 5. August 2001, 2 Bde., Berlin 2001.
Bemerkung Anmeldung bitte per e-mail an: johannes.arndt@geschichte.uni-freiburg.de Zuordnung für BA-Studiengänge: Vertiefung Neuzeit I (1500-1850); 10 ECTS Zuordnung für MA-Studiengang Geschichte: Geschichte der Neuzeit, Vertiefung Geschichte der Frühen Neuzeit; 10 ECTS Zuordnung für MA-Studiengang Vergleichende Geschichte der Neuzeit: Geschichte der Frühen Neuzeit; Vertiefung Deutsche Geschichte, Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte; 10 ECTS
Leistungsnachweis (1)  Studienleistungen: -     regelmäßige Teilnahme -     intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, einschließlich der Aufgaben, die von dem/der Veranstaltungsleiter/in in der ersten Sitzung bekannt gegeben werden (z.B. Referat, Essay, Sitzungsprotokoll, schriftliche Quelleninterpretation, Bibliographie, …) -     Klausur und/oder Essays   (2) Prüfungsleistung (schriftliche oder mündliche Modulteilprüfung; bei MA nur schriftliche Modulteilprüfung):

-     Hausarbeit bzw. Literaturbericht jeweils im Umfang von 15-20
Seiten als Vorarbeit für die B.A.-Abschlussarbeit oder mündliche Prüfung
  (nach Wahl der/des Studierenden; gilt nicht für MA)

 

Was ist die Neue Welt und wer sind ihre Bewohner? Theologische, juristische und moralische Debatten über Amerika und die Amerikaner im 16. und 17. Jahrhundert

Dozent

PD Dr. Christian Wieland

Termin Di 14-16
Raum 107, Breisacher Tor
 
Kommentar Mit der Entdeckung Amerikas durch die Europäer setzte unmittelbar eine – vor allem aber nicht nur – in Spanien geführte lebhafte Debatte um die Frage ein, was das denn sei, was man dort entdeckt hatte, und wie man die Menschen, die dort lebten, beurteilen sollte. Man würde es sich zu leicht machen, wenn man das Verhalten der Kolonisatoren allein als verbrecherisch und gewissenlos einstufen würde, denn trotz der unbestrittenen Grausamkeit im Umgang der Europäer mit der indigenen Bevölkerung war die Diskussion um den Status und Charakter der „Amerikaner“ von höchstem intellektuellen und moralischen Niveau. Im Seminar sollen genau diese Versuche, die Entdeckung einer „neuen Welt“ in wissenschaftlicher sowie religiöser und theologischer Weise zu verarbeiten, nachgezeichnet werden: Waren die „Indianer“ Menschen oder nicht, Sklaven von Natur oder frei, Kinder oder mündige Erwachsene, Gottes vergessene Geschöpfe oder Objekte der Missionierung? Und welche politischen, wirtschaftlichen und religiösen Konsequenzen ergaben sich aus den unterschiedlichen Antworten, die auf diese Fragen gegeben wurden? Im Mittelpunkt des Seminars wird die gemeinsame Lektüre der theologischen, philosophischen, juristischen, ethnologischen und geographischen Schriften stehen, die den Vorgang der Entdeckung und Kolonisierung Amerikas in Europa flankierten; eine eurozentrische Sicht auf Amerika, gewiß, aber doch eine, in der die existentielle Herausforderung der alten Welt durch die neue überdeutlich wird.
Literatur Urs Bitterli, Die ‚Wilden‘ und die ‚Zivilisierten‘. Grundzüge einer Geistes- und Kulturgeschichte der europäisch-überseeischen Begegnung, München 2. Aufl. 1991; Mariano Delgado (Bearb.), Gott in Lateinamerika: Texte aus 5 Jahrhunderten. Ein Lesebuch zur Geschichte, Düsseldorf   1991; John H. Elliott, The Old World and the New, 1492 – 1650, Cambridge 1970; Wolfgang Reinhard, Geschichte der europäischen Expansion. Band 2: Die Neue Welt, Stuttgart u. a. 1985.
Bemerkung Anmeldung bitte per e-mail an: christian.wieland@geschichte.uni-freiburg.de Zuordnung für BA-Studiengänge: Vertiefung Neuzeit I (1500-1850); 10 ECTS Zuordnung für MA-Studiengang Geschichte: Geschichte der Neuzeit, Vertiefung Geschichte der Frühen Neuzeit; 10 ECTS Zuordnung für MA-Studiengang Vergleichende Geschichte der Neuzeit: Geschichte der Frühen Neuzeit; Vertiefung Westeuropäische Geschichte, Außereuropäische Geschichte, Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte; 10 ECTS        
Leistungsnachweis (1)  Studienleistungen: -     regelmäßige Teilnahme -     intensive Vor- und Nachbereitung der Sitzungen, einschließlich der Aufgaben, die von dem/der Veranstaltungsleiter/in in der ersten Sitzung bekannt gegeben werden (z.B. Referat, Essay, Sitzungsprotokoll, schriftliche Quelleninterpretation, Bibliographie, …) -     Klausur und/oder Essays   (2) Prüfungsleistung (schriftliche oder mündliche Modulteilprüfung; bei MA nur schriftliche Modulteilprüfung):

-     Hausarbeit bzw. Literaturbericht jeweils im Umfang von 15-20
Seiten als Vorarbeit für die B.A.-Abschlussarbeit oder mündliche Prüfung
  (nach Wahl der/des Studierenden; gilt nicht für MA)

 

Übungen

Zwischen bäuerlicher Subsistenz und globalem Handel. Wirtschaftsgeschichte der Frühen Neuzeit

Dozent

PD Dr. Christian Wieland

Termin Mo 12-14
Universitätsstr. 5 - Raum 1
 
Kommentar Die Frühe Neuzeit ist – als „Neuzeit“ – charakterisiert durch Formen der Ökonomie, die in vieler Hinsicht Strukturen der eigentlichen Moderne vorweg zu nehmen scheinen: Dazu gehört v. a. der im eigentlichen Sinne globale Handel, die wirtschaftliche Verflechtung der „alten“ mit der „neuen“ Welt und die daraus resultierenden neuen Möglichkeiten des Verbrauchs, die schnell in den Alltag großer Bevölkerungsgruppen eindrangen, ob man dabei an die Kaffee- und Zigarettenpause oder den Fünf-Uhr-Tee denkt. Gleichzeitig entstanden im frühneuzeitlichen Europa Metropolen, deren Konsumgewohnheiten sich wie Musterbücher des gegenwärtigen Massenkonsums ausnehmen. Daneben gilt es jedoch festzuhalten, daß die übergroße Mehrheit der europäischen Bevölkerung nach wie vor auf dem Lande lebte und auf die traditionelle Form des Lebensunterhalts, die Landwirtschaft, angewiesen war. Allerdings blieben auch die landwirtschaftlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen im Laufe der Frühen Neuzeit ganz und gar nicht unverändert; nicht nur die allmähliche, quasi-industrielle Massenproduktion von Verbrauchsgütern (in Manufakturen oder durch Heimarbeit) oder die Professionalisierung des Bergbaus, auch erneuerte Methoden des Landwirtschaftens selbst hatten langfristig gleichsam revolutionäre Auswirkungen auf die sozialen Verhältnisse. In der Übung sollen beide für die Frühe Neuzeit charakteristischen Aspekte der Wirtschaft und des Wirtschaftens, die Beharrung und die Veränderung, in den Blick genommen werden: Landwirtschaft, Bergbau, Handel und Handwerk werden ebenso betrachtet wie die Bedingungen des Verbrauchs; und neben einem Blick auf die Wirtschaftstheorien der Frühen Neuzeit soll auch die Debatte unterschiedlicher historiographischer Zugänge zum Wirtschaften vergangener Gesellschaften nicht zu kurz kommen.
Literatur Rainer Gömmel, Die Entwicklung der Wirtschaft im Zeitalter des Merkantilismus 1620 – 1800 (= EdG 46), München 1998; Franz Mathis, Die deutsche Wirtschaft im 16. Jahrhundert (= EdG 11), München 1992; Peter Musgrave, The Early Modern European Economy, Basingstoke/New York 1999.
Bemerkung Zuordnung für BA-Studiengänge: Vertiefung Neuzeit I (1500-1850); 4 ECTS       
Leistungsnachweis Studienleistungen:
-     regelmäßige Teilnahme
-     Vor- und Nachbereitung
-     Referat und/oder schriftliche Studienleistung (z.B. Klausur, kurze Hausarbeit, Essays) (wird von dem/der Veranstaltungsleiter/in in der ersten Sitzung bekannt gegeben)

 

Kolloquium

Dozent

rga

Prof. Dr. Ronald G. Asch

Termin Mi 20-22 Uhr
KGIV Übungsraum 2
 
Kommentar Das Forschungskolloquium zur Frühen Neuzeit richtet sich sowohl an Examenskandidaten als auch an Studierende in höheren Semestern, die an der Geschichte der Frühen Neuzeit in besonderer Weise interessiert sind. Im Kolloquium sollen laufende Arbeitsprojekte vorgestellt werden – in dieser Hinsicht sind auch Vorträge auswärtiger Gelehrter vorgesehen – und wichtige neuere Publikationen gemeinsam diskutiert werden.
Bemerkung  
Leistungsnachweis  

 

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