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Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2017/18

 

Vorlesungen


Überblicksvorlesung: Einführung in die Geschichte der Frühen Neuzeit
Dozent
deflers_brbt PD Dr. Isabelle Deflers
Termin
Beginn: 19.10.2017
Do, 12 - 14 Uhr
KG I - HS 1010
Kommentar

Die Vorlesung bietet einen Überblick über die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen der europäischen Geschichte vom Anfang des 16. Jahrhunderts bis zum Beginn eines neuen Zeitalters, welches durch die Französische Revolution von 1789 eingeläutet wurde. Dabei werden nicht nur die wichtigsten politischen Ereignisse dargestellt, sondern auch die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebensbedingungen der damaligen Zeit berücksichtigt.
 
 
Leistung: Klausur in der letzten Vorlesungswoche
Literatur
Birgit Emich: Geschichte der Frühen Neuzeit studieren, Konstanz 2006; Thomas Maissen: Geschichte der Frühen Neuzeit, München 2013; Helmut Neuhaus (Hg.): Die Frühe Neuzeit als Epoche, München 2009; Luise Schorn-Schütte: Geschichte Europas in der Frühen Neuzeit. Studienhandbuch 1500-1789, Paderborn 2009; Anette Völker-Rasor (Hg.): Frühe Neuzeit (Oldenbourg Geschichte Lehrbuch), München 2000; https://www.uni-muenster.de/FNZ-Online/

Hauptseminare


Gelehrte Frauen in der Frühen Neuzeit
Dozent
deflers_brbt PD Dr. Isabelle Deflers
Termin
Beginn: 23.10.2017
Mo, 12 - 14 Uhr
KG IV - Übungsraum 2
Kommentar
„Frauen, die lesen, sind gefährlich“, so lautet eine der Reaktionen, die den Umgang mit gelehrten Frauen in der Frühen Neuzeit charakterisierten. Anhand einer Auswahl weiblicher Schicksale (u.a. Olympia Fluvia Morata, Anna Maria van Schurman, Marie Le Jars de Gournay, Emilie du Châtelet) soll der sozialen Rolle, der familiären Funktion sowie der Gedankenwelt und den künstlerischen Vorstellungen von gelehrten Frauen in der Gesellschaft der Frühen Neuzeit nachgegangen werden. Ziel des Hauptseminars ist es:
 
1.) sich mit dem Alltag frühneuzeitlicher Frauen zu beschäftigen, denen aufgrund ihrer Gelehrsamkeit eine besondere Aufmerksamkeit zukam,
 
2.) die Darstellung der „Frau“ als Projektionsfläche männlicher Begierde oder Furcht in Frage zu stellen und
 
3.) sich mit Theorien der Frauen- und Gender-Geschichte sowie Kultur-und Alltagsgeschichte intensiv auseinanderzusetzen.
 
Der Umgang mit Frauen und die Vorstellungen von Weiblichkeit in der Frühen Neuzeit werfen grundlegende ethisch-moralische Fragen auf, die im Laufe des Semesters diskutiert werden sollen.
 
 
Leistung: Hausarbeit mit dem Abgabetermin 19.03.2018
Literatur
Duby, Georges und Michelle Perrot (Hg.): Geschichte der Frauen, 5 Bde., Bd. 3: Frühe Neuzeit, hg. v. Arlette Farge, Frankfurt a.M. 1994; Michaela Hohkamp: Nonne, Königin und Kurtisane: Wissen, Bildung und Gelehrsamkeit von Frauen in der Frühen Neuzeit, Königstein/Ts. 2004; Juliane Jacobi: Mädchen- und Frauenbildung in Europa : von 1500 bis zur Gegenwart, Frankfurt am Main [u.a.] 2013.

Proseminare 


Religion und Politik in Frankreich von den Religionskriegen bis zur Aufklärung
Dozent
bild kühnerDr. Christian Kühner
Termin
Beginn: 17.10.2017
Di, 14 - 16 Uhr
Alte Universität - R 01 042
Kommentar
In den letzten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts war Frankreich ein Land, in dem zwischen Katholiken und Protestanten Religionskriege stattfanden, die mit großer Brutalität geführt wurden. Anderthalb Jahrhundertespäter, im mittleren und späten 18. Jahrhundert, war Frankreich ein Land, in dem die Intellektuellen der Aufklärung nicht nur zu den christlichen Kirchen, sondern – zumindest was die radikaleren unter ihnen betraf – zur Religion als solcher ein skeptisches und distanziertes, manche sogar ein grundlegendablehnendes Verhältnis hatten. Das Seminar wird der Leitfrage nachgehen, wie sich im Zeitraum relativ weniger Generationen ein derart grundlegender Wandel der religiösen Kultur und damit auch des Verhältnisses von Politik und Religion ergeben konnte. Dabei soll gezeigt werden, dass die scheinbar naheliegende Antwort –eine lineare Entwicklung von einem Zeitalter irrationaler religiöser Gewalt zur vernunftgeleiteten Aufklärung –zu einfach ist und der Komplexität der Entwicklungen nicht gerecht wird.
Das Seminar wird mit einem Blick auf die Ausbreitung der Reformation calvinistischer Prägung in Frankreichbeginnen und versuchen zu ergründen, warum die religiöse Spaltung in Katholiken und Protestanten nicht in die Form eines friedlichen Zusammenlebens gebracht werden konnte, sondern in Gestalt der Religionskriege gewaltsam eskalierte. Es wird danach die Friedens- und Toleranzregelung des Edikts von Nantes untersuchen– wobei zu zeigen sein wird, dass dieses Edikt zwar die Religionskriege widerstreitender Adelsfaktionen beendete, im frühen 17. Jahrhundert nun aber die königliche Zentralmacht ihrerseits militärisch gegen die protestantische Minderheit vorging, der ihre bewaffneten Sicherheitsplätze schrittweise genommen wurden. Die Situation des Katholizismus im französischen 17. Jahrhundert wird auch zu thematisieren sein – die nationalkirchliche Tendenz des Gallikanismus mitsamt ihren Implikationen für das Verhältnis von französischer Monarchie und Papsttum sowie die Kontroverse um die Frömmigkeitsbewegung des Jansenismus werden zur Sprache kommen. Die Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 führte zur Massenemigration französischer Protestanten; aber noch zu Beginn des 18. Jahrhunderts brachen im Camisardenaufstand Konfliktlinien und Konfliktformen wieder auf, die deutlich an die Zeit der Religionskriege erinnern. Abschließend wird zu betrachten sein, wie im Laufe des

18. Jahrhunderts die Aufklärung mit ihrer Religionskritik auch die Verbindung von Staat und Kirche und damit einen wesentlichen Teil der Legitimationsgrundlage der Monarchie infrage stellte, wohingegen Staat und Kirche an dieser Verbindung festhielten – eine Spannung, die dann in der (im Seminar selbst nicht mehr zu behandelnden) Französischen Revolution zum Ausbruch kam.

Französischkenntnisse sind zum Besuch des Seminars nicht erforderlich.

 

 
Leistung: Hausarbeit mit dem Abgabetermin 06.03.2018
Literatur
Joseph Bergin, The politics of religion in early modern France, New Haven, Conn. 2014; ders., Church, society, and religious change in France, 1580-1730, New Haven, Conn. 2009; ders., Crown, church and episcopate under Louis XIV, New Haven, Conn. 2004; W. Gregory Monahan, Let God Arise. The War and Rebellion of the Camisards, Oxford 2014; Lothar Schilling, Das Jahrhundert Ludwigs XIV. Frankreich im Grand Siècle1598-1715, Darmstadt 2010; Denis Crouzet, Dieu en ses royaumes. Une histoire des guerres de religion, Seyssel 2008; ders., Les guerriers de Dieu. La violence au temps des troubles de religion (vers 1525-vers1610), 2 Bde., Seyssel 1990; Michel De Waele, Réconcilier les Français : La fin des troubles de religion(1589-1598), Paris 2015 ; Heinz Thoma (Hg.), Handbuch Europäische Aufklärung. Begriffe – Konzepte –Wirkung, Stuttgart/Weimar 2015.

Die Kolonisierung Nordamerikas durch England
Dozent
toenjes2Dr. Christopher Toenjes
Termin
Beginn: 23.10.2017
Mo, 10 - 12 Uhr
KG I - HS 1140
Kommentar
Die englische Kolonisierung Nordamerikas begann erst fast hundert Jahre nach der Entdeckung Amerikas durch Columbus im Jahre 1492. Sir Walter Raleighs Bestreben in der 2. Hälfte der 1580er Jahre, Kolonien auf Roanoke zu etablieren, blieb erfolglos. Als es den Engländern endlich gelang, eine permanente Kolonie Anfang des 17. Jahrhunderts im heutigen Virginia zu etablieren, waren die ersten Siedlungsversuche in Jamestown alles andere als erfolgreich und mussten mehrfach beinahe aufgegeben werden. Erst nach vielen bitteren Erfahrungen wurde die Kolonie befestigt. In diesem Proseminar werden wir erkunden, warum England über ein Jahrhundert nach der Entdeckung Amerikas eine Kolonie gründete. Wie waren die politischen, wirtschaftlichen und religiösen Verhältnisse in England am Vorabend und Anfang der Kolonisierung Nordamerikas, und was hofften sie mit der Etablierung einer Kolonie in der Neuen Welt erreichen zu können? Im Rahmen des Proseminars werden wir ebenfalls die ersten Siedler betrachten und der Frage nachgehen, was sie zum Auswandern nach Amerika bewegte. In erster Linie fallen diejenigen auf, die auf Reichtümer hofften, aber auch diejenigen, die vor religiöser Verfolgung flohen. Die Kolonisierung Nordamerikas vollzog sich im Gefolge der Reformation in Europa und England, welche zu gewaltigen und blutigen Spaltungen innerhalb des westlichen Christentums führte, deren Nachwirkungen noch heute zu spüren sind. Dieser religiöse Aspekt sollte das Gesicht Nordamerikas langfristig prägen und spielte eine bedeutende Rolle bei der Entstehung der verschiedenen Kolonien. Schließlich werden wir die Auswirkung der Kolonisierung auf die Einheimischen sowie die Auswirkungen des Sklavenhandels auf die Entwicklung der Kolonien im 17. Jahrhundert betrachten.
 
Zwingende Voraussetzung:
Gute Englischkenntnisse sind Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Veranstaltung.


Leistung: Hausarbeit mit dem Abgabetermin 12.03.2018
Literatur
Pirate nests and the rise of the British Empire, 1570-1740, 2015; Hoffer, The brave new world: A history of early America, 2006; Richter, Before the Revolution: America's ancient pasts, 2011; Grizzard / Smith, Jamestown Colony: A political, social, and cultural history, 2007; Kupperman, The Jamestown project, 2007;Greene, Pursuits of happiness, 1988; Stevens, The poor Indians, 2004; Wright, Geraubtes Land: Amerika aus indianischer Sicht seit 1492, 1992; Kolchin, American slavery : 1619 - 1877, 2003; Miller, The New England mind: the seventeenth century, 1981; Staloff, The making of an American thinking class, 1998; Geiter, William Penn, 1975.

 

Übungen


Quellenübung zur Überblicksvorlesung Frühe Neuzeit
Dozent

deflers_brbtPD Dr. Isabelle Deflers

Termin
Beginn: 19.10.2017
Do, 14 - 16 Uhr
KG IV - HS 4121
Kommentar
Die Übung richtet sich an Studierende, die sich für die Geschichte der Frühen Neuzeit interessieren und ihre Kenntnisse im Zusammenhang mit der Überblicksvorlesung zum selben Thema vertiefen möchten.
 
 
Literatur
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Quellenübung zur katholischen Konfessionskultur im frühneuzeitlichen Europa
Dozent
bild kühnerDr. Christian Kühner
Termin
Beginn: 19.10.2017
Do, 14 - 16 Uhr
Peterhof - R 3
Kommentar
Im frühneuzeitlichen Europa war das Christentum nicht eine Frage der persönlichen religiösen Überzeugung, sondern eine umfassende Lebensordnung, die Staat, Gesellschaft und Lebenswelt prägte. Die verschiedenen christlichen Konfessionen brachten dabei auch deutlich verschiedene Konfessionskulturen hervor. Die Übung will anhand einer Reihe von Quellengenres Einblicke in die katholische Konfessionskultur im frühneuzeitlichen Europa eröffnen. Analysiert werden sollen unter anderem Religionsmandate, Konzilsdekrete, Katechismen, geistliche Autobiographien, sogenannte Mirakelbücher (Sammlungen der Wunder, die einem Wallfahrtsortzugeschrieben wurden), Visitationsprotokolle, Konversionsberichte und Schulordnungen.

 

 
Literatur
Andreas Holzem, Christentum in Deutschland 1550-1850, 2 Bde., Paderborn 2015; Peter Walter/Günther Wassilowsky (Hg.), Das Konzil von Trient und die katholische Konfessionskultur (1563-2013), Münster 2016;Albrecht P. Luttenberger (Hg.), Katholische Reform und Konfessionalisierung, Darmstadt 2006 (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte der Neuzeit. Freiherr vom Stein-Gedächtnisausgabe 17).

 

Kolloquium


Forschungskolloquium für die Frühe Neuzeit
Dozent
deflers_brbt PD Dr. Isabelle Deflers
Termin
Beginn: 23.10.2017
Mo, 18 - 20 Uhr
KG IV - HS 4429
Kommentar
Das Kolloquium wendet sich an fortgeschrittene Studierende und Examenskandidaten mit Interesse an der Frühen Neuzeit und dient der Auseinandersetzung mit neuerer Literatur - aber auch der Vorstellung von Abschlussarbeiten oder Examensthemen.
Literatur
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