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Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2017 

 

Vorlesungen


Überblicksvorlesung: Frankreich in der Frühen Neuzeit
Dozent
deflers_brbt PD Dr. Isabelle Deflers
Termin
Beginn: 27.04.2017
Do, 12-14 Uhr
KG I - HS 1199
Kommentar
Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Geschichte Frankreichs vom Anfang des 16. Jahrhunderts bis zum Ende des Ancien Régime mit dem Anfang der Französischen Revolution 1789. Dabei werden nicht nur die wichtigsten politischen Ereignisse dargestellt, sondern auch die sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebensbedingungen der Franzosen berücksichtigt. Französische Lesekenntnisse sind nicht erforderlich, können aber hilfreich sein. 
 
 
Literatur
Bély, Lucien (Hg.), La France moderne, 1498-1789, Paris 1994; Chaline, Olivier, La France au XVIIIe siècle (1715-1787), Paris 2004; Cornette, Joël, Histoire de la France. L’affirmation de l’État absolu 1492-1652, 5. Aufl., Paris 2008; Ders., Absolutisme et Lumières 1652-1783, 5. Aufl., Paris 2008; Le Roy Ladurie, Emmanuel, L’Ancien Régime 1715-1770, Bd. 2, Paris 1991; Mieck, Ilja, Die Entstehung des modernen Frankreich 1450-1610. Strukturen, Institutionen, Entwicklungen, Stuttgart 1982; Schorn-Schütte, Luise, Geschichte Europas in der Frühen Neuzeit. Studienbuch 1500-1789, Paderborn 2009.

 

Proseminare 


Das Papsttum und der Kirchenstaat in der Frühen Neuzeit
Dozent
bild kühnerDr. Christian Kühner
Termin
Beginn: 25.04.2017
Di, 14-16 Uhr
KG I - HS 1227
Kommentar
In der Frühen Neuzeit spielte das Papsttum für die politische und religiöse Entwicklung des katholischen Teils Europas eine wichtige Rolle. Dabei unterschied sich das frühneuzeitliche Papsttum von der heutigen Gestalt dieser Institution dadurch, dass der Papst nicht nur geistliches Oberhaupt der katholischen Kirche, sondern auch weltlicher Herrscher über einen ausgedehnten Staat war, der weite Teile Mittelitaliens umfasste. Diese Doppelrolle des Papstes hatte zur Folge, dass er einerseits (als Kirchenoberhaupt) auf europäischer Ebene in Fragen der Religionspolitik mit den Großmächten interagierte, andererseits (als italienischer Territorialfürst) in die weltlichen Machtkämpfe der verschiedenen Staaten des politisch stark zersplitterten frühneuzeitlichen Italien verwickelt war.
Das Seminar wird das Papsttum in seiner frühneuzeitlichen Entwicklung darstellen, die vom – von den Reformatoren stark kritisierten – Renaissancepapsttum zur katholischen Reform führt, für die das Konzil von Trient und seine Folgen stehen; das Papsttum der Barockzeit zeichnete sich durch spektakuläre Bauprojekte aus, mit denen Rom als prachtvolle Residenzstadt ausgebaut wurde, worin sich auch der Anspruch der Päpste ausdrückte, dass Rom der Mittelpunkt der Christenheit sei. Des weiteren soll der Kirchenstaat sowohl in seinen inneren Strukturen als auch in seiner Einbindung in die Mächtepolitik Italiens untersucht werden, wo er – neben Venedig, Florenz, Mailand und Neapel-Sizilien – eines der fünf Machtzentren der Halbinsel bildete. In den Blick genommen wird dabei auch die päpstliche Kurie, die einerseits Verwaltungszentrum der Gesamtkirche, andererseits aber auch Ort päpstlicher Familienpolitik und der Machtkonkurrenz der römischen und italienischen Adelsfamilien war.
Das Seminar will anhand des gewählten Beispiels auch allgemeiner in eine Reihe von Grundzügen frühneuzeitlicher europäischer Gemeinwesen (z.B. Rolle der Religion, Patronage und Klientelismus, allmähliches Wachstum der Staatsgewalt) einführen; es richtet sich somit auch und gerade an Studierende des 1. und 2. Semesters. Studierende höherer Semester sind jedoch ebenfalls herzlich willkommen!
 
 
Der Abgabetermin der Hausarbeit ist am 6. Sept. 2017.
ggf. mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 31.07.2017 und 06.10.2017.
Literatur
Michael Matheus/Bernd Schneidmüller/Stefan Weinfurter/Alfried Wieczorek (Hg.), Die Päpste, 4 Bde., Regensburg/Mannheim 2016-2017; Bruno Steimer (Hg.), Herder Lexikon Päpste und Papsttum, Freiburg/Basel/Wien 2. Aufl. 2016; Horst Fuhrmann, Die Päpste. Von Petrus zu Benedikt XVI., München 4. Aufl. 2012; Georg Schwaiger/Manfred Heim, Kleines Lexikon der Päpste, München 2005; Georg Denzler, Das Papsttum. Geschichte und Gegenwart, München 2. Aufl. 2004; August Franzen/Remigius Bäumer, Papstgeschichte, Freiburg/Basel/Wien 4. Aufl. 1988; Wolfgang Reinhard, Freunde und Kreaturen. „Verflechtung“ als Konzept zur Erforschung historischer Führungsgruppen. Römische Oligarchie um 1600, München 1979; Nicole Reinhardt, Macht und Ohnmacht der Verflechtung. Rom und Bologna unter Paul V. Studien zur frühneuzeitlichen Mikropolitik im Kirchenstaat, Tübingen 2000; Christian Wieland, Fürsten, Freunde, Diplomaten. Die römisch-florentinischen Beziehungen unter Paul V. (1605-1621), Köln/Weimar/Wien 2004; Birgit Emich, Territoriale Integration in der Frühen Neuzeit. Ferrara und der Kirchenstaat, Köln/Weimar/Wien 2005.

Konfessionsbildung - Konfessionalisierung - Konfessionskultur.
Interpretationsansätze zur frühneuzeitlichen europäischen Glaubensspaltung
Dozent
bild kühnerDr. Christian Kühner
Termin
Beginn: 26.04.2017
Mi, 16-18 Uhr
Peterhof - R1
Kommentar
Das Zeitalter der europäischen Glaubensspaltung ab dem frühen 16. Jahrhundert ist seit der Entstehung der modernen Geschichtswissenschaft ein klassisches Thema historischer Analyse gewesen. Das Seminar möchte die wichtigsten Interpretationsansätze zu dieser Thematik vorstellen, wobei diese Ansätze in der Reihenfolge ihrer Entstehung vorgestellt und diskutiert werden sollen. Das Seminar wird mit Texten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts beginnen, als die Beschäftigung mit dem Reformationszeitalter noch überwiegend in Gestalt konfessionell gebundener und somit die je eigene konfessionelle Identität betonender Entwürfe geschah. Es wird sich dann mit der Theorie der Konfessionsbildung auseinandersetzen, die in der Mitte des 20. Jahrhunderts darauf hinwies, dass die Entwicklung katholischer, lutherischer und reformierter Konfessionskirchen nicht nur zeitlich parallel verlief, sondern auch viele parallele Phänomene auf allen Seiten existierten. Im Anschluss wird die Konfessionalisierungsthese behandelt werden, die Entstehung der neuzeitlichen Konfessionskirchen in ihrem gesellschaftlichen und politischen Kontext betrachtete und herausarbeitete, dass sich die Entstehung dieser Konfessionskirchen in zeitlicher und durchaus auch inhaltlicher Parallelität mit dem Wachstum des frühneuzeitlichen Staates abspielte. Den Abschluss werden aktuelle Ansätze bilden, insbesondere die Konzepte der Konfessionsgesellschaft und der Konfessionskultur, die nach den spezifischen konfessionellen Lebensformen im frühneuzeitlichen Europa fragen.
Das Seminar versteht sich somit einerseits als eine Einführung in die wichtigsten Interpretationsansätze zur Entstehung der neuzeitlichen christlichen Konfessionen im lateinischen Europa, will aber gleichzeitig auch an diesem Beispiel aufzeigen, wie sich die geschichtswissenschaftliche Diskussion über ein bestimmtes Thema im Laufe der Zeit entwickelt. Das Seminar hat somit auch einen methodischen und – da die Beschäftigung mit den verschiedenen Ansätzen in chronologischer Reihenfolge erfolgen wird – einen historiographiegeschichtlichen Aspekt.
Der Zugriff auf die Seminarthematik erfolgt also hier nicht über frühneuzeitliche Quellen, sondern über die Analyse verschiedener historiographischer Zugänge, also auf einer Metaebene. Das Seminar richtet sich daher vor allem an fortgeschrittene Studierende im Grundstudium, also im 3. und 4. Semester; Studierende des 1. und 2. Semesters sind jedoch auch herzlich willkommen!
 
 
Der Abgabetermin der Hausarbeit ist am 6. Sept. 2017.
ggf. mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 31.07.2017 und 06.10.2017.
Literatur
Thomas Brockmann/Dieter J. Weiß (Hg.), Das Konfessionalisierungsparadigma. Leistungen, Probleme, Grenzen, Münster 2013; Dieter J. Weiß, Katholische Reform und Gegenreformation. Ein Überblick, Darmstadt 2010; Peter Hersche, Muße und Verschwendung, 2 Bde., Freiburg/Basel/Wien 2006; Heinz Schilling (Hg.), Die reformierte Konfessionalisierung in Deutschland. Das Problem der „zweiten Reformation“, Gütersloh 1986; Wolfgang Reinhard/Heinz Schilling (Hg.), Die katholische Konfessionalisierung, Münster 1995; Andreas Holzem, Christentum in Deutschland 1550-1850, 2 Bde., Paderborn 2015; Thomas Kaufmann (Hg.), Frühneuzeitliche Konfessionskulturen, Gütersloh 2008; Thomas Kaufmann, Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Friede. Kirchengeschichtliche Studien zur lutherischen Konfessionskultur, Tübingen 1998.

Die Herrschaft der Tudors
Dozent
toenjes2Dr. Christopher Toenjes
Termin
Beginn: 08.05.2017
Mo, 10-12 Uhr
KG I - HS1036
Kommentar
Die Epoche der Tudor-Herrschaft in England (1485–1603) ist eine von gewaltigen Umwälzungen gekennzeichnete Zeit gewesen. In Folge der sog. Rosenkriege waren die frühen Tudor-Monarchen damit beschäftigt, ihre Herrschaft zu stabilisieren und ihre Nachfolge zu sichern. In der Tat gelang es dem ersten dieser Könige, Heinrich VII., eine effiziente Herrschaft aufzubauen und seine Dynastie zu etablieren. Während der Regentschaft seines Sohnes, Heinrich VIII., kam es zum Bruch mit Rom, was weitreichende Konsequenzen für England und den europäischen Kontinent haben sollte. Trotz seiner sechs Ehen hinterließ Heinrich VIII. lediglich einen männlichen Nachkommen, der allerdings nicht einmal das 16. Lebensjahr vollendete.
So wurde das Königsreich von Maria bzw. Elisabeth und damit erstmals von weiblicher Hand regiert (wenn man von einer unbedeutenden Ausnahme im 12. Jahrhundert absieht). Entgegen allen Erwartungen zeigten die zwei Königinnen Durchsetzungsvermögen. Maria war größtenteils mit der Abwehr der Reformation und der Wiederherstellung der alten Kirche beschäftigt, die sie dermaßen energisch betrieb, dass ihr von vielen Protestanten das Attribut „bloody“ verliehen wurde. Unter der Herrschaft ihrer Schwester Elisabeth vermochte der neue Glaube in England Fuß zu fassen, was zu  veränderten politischen Konstellationen in ganz Europa führte. Das einst verbündete katholische Spanien wurde fortan zum „Erbfeind“, während das protestantische Schottland, mit dem England bislang einige Konflikte ausgetragen hatte, zum neuen Alliierten avancierte. Schließlich erlangte mit Jakob I. ein Schotte im Jahr 1603 auch die englische Krone.
Im oben angekündigten Proseminar werden wir der Frage nachgehen, von welchen Leitgedanken die Politik der fünf Tudor-Monarchen geprägt war. Was haben sie als wichtig betrachtet und warum? Was ist das Vermächtnis dieser Herrscher?


Der Abgabetermin der Hausarbeit ist am 05.09.2017 .
ggf. mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 21.08. und 11.09.2017.
Literatur
Loades, Elizabeth I, London 2003; Macculloch, The Boy King Edward VI and the Protestant Reformation, Los Angelus 2002; Bucholz / Key, Early Modern England 1485 - 1714 : A Narrative History, Malden 2004; Guy, Henry VIII : The Quest for Fame, London 2014; Guy, Tudor England, Oxford 1990; Betteridge, Henry VIII and the Court : Art, Politics and Performance, Farnham 2013; Duffy, Saints, Sacrilege and Sedition : Religion and Conflict in the Tudor Reformations, London 2012.

Hauptseminare


Die (ersten) Wittenberger Reformatoren
Dozent
deflers_brbt PD Dr. Isabelle Deflers
Termin
Beginn: 08.05.2017
Mo, 12-14 Uhr
Breisacher Tor - R 107
Kommentar
Im Jubiläumsjahr der Reformation 2017 möchte das Hauptseminar sich sowohl mit Martin Luther als auch mit den wichtigsten Reformatoren beschäftigen, die von Wittenberg aus die Anfänge der Reformation im Alten Reich mitgeprägt haben. Wer kennt zum Beispiel die Bedeutung Philipp Melanchthons, der das berühmte Augsburger Bekenntnis (die Confessio Augustana) von 1530 verfasste und als Humanist und Praeceptor Germaniae wegen seiner zahlreichen Universität- und Schulreformen in die Geschichte einging? Das Hauptseminar wird sich mit der Frage beschäftigen, inwiefern die Wittenberger Reformatoren Einfluss auf die Entfaltung der reformatorischen Partei ausgeübt haben und inwieweit sich ihre Meinungen von Luthers Auffassung unterschieden.
 
 
Der Abgabetermin der Hausarbeit ist am 18. Sept. 2017.
ggf. mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 31.07.2017 und 06.10.2017.
Literatur
Martin Greschat (Hg.), Gestalten der Kirchengeschichte. Reformationszeit I und II, Bd. V und VI, 2. Aufl. Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 1994; Martin H. Jung, Reformation und Konfessionelles Zeitalter (1517 - 1648), Göttingen 2012; Thomas Kaufmann, Geschichte der Reformation in Deutschland, Neuaufl. Berlin 2016; Thomas Kaufmann, Erlöste und Verdammte: eine Geschichte der Reformation, München 2016; Volker Leppin, Die fremde Reformation. Luthers mystische Wurzeln, München 2016; Volker Reinhardt, Luther der Ketzer : Rom und die Reformation, Neuaufl. München 2016; Heinz Scheible, Melanchthon. Vermittler der Reformation. Eine Biographie, überarbeitete Neuaufl. München 2016; Luise Schorn-Schütte, Die Reformation: Vorgeschichte, Verlauf, Wirkung, 6., überarbeitete Auflage, München 2016.

 

Übungen


Quellenübung zur Überblicksvorlesung
Dozent
deflers_brbtPD Dr. Isabelle Deflers
Termin
Beginn: 27.04.2017
Do, 14-16 Uhr
Wilhelmstr. 26 - R 00006
Kommentar
Die Übung richtet sich an Studierende, die sich für die Geschichte Frankreichs in der Frühen Neuzeit interessieren, über französische Lesekenntnisse verfügen und ihre Kenntnisse im Zusammenhang mit der Überblicksvorlesung zum selben Thema vertiefen möchten.

 

 
Literatur
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Kolloquium


Forschungskolloquium
Dozent
deflers_brbt PD Dr. Isabelle Deflers
Termin
Beginn: 08.05.2017
Mo, 18-20 Uhr
KG IV - 4429
Kommentar
Das Kolloquium wendet sich an fortgeschrittene Studierende und Examenskandidaten mit Interesse an der Frühen Neuzeit und dient der Auseinandersetzung mit neuerer Literatur - aber auch der Vorstellung von Abschlussarbeiten oder Examensthemen.
Literatur
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