Uni-Logo
Sie sind hier: Startseite Lehrveranstaltungen
Artikelaktionen

Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2018

 

Vorlesungen


Überblicksvorlesung: Europa im 17. Jahrhundert
Dozent
asch_brbt Prof. Dr. Ronald G. Asch
Termin
Beginn: 18.04.2018
Mi., 10 - 12 Uhr
KG II - HS 2006
Kommentar

Das 17. Jahrhundert gilt als „eisernes Jahrhundert“, denn wie keine andere Epoche der frühen Neuzeit war es durch fast permanente Kriege und eine Reihe von Katastrophen gekennzeichnet. Die klimatischen Auswirkungen der kleinen Eiszeit zu Beginn des Jahrhunderts, der Dreißigjährige Krieg, aber auch die europäischen Hegemonialkriege gegen Ende des Jahrhunderts prägten das Leben vieler Menschen ganz unmittelbar. Die zweite Hälfte des Jahrhunderts war auch durch eine aufblühende Barockkultur, durch glänzende Hofhaltungen in Versailles, in Wien, aber auch in kleineren deutschen Residenzen, gekennzeichnet. Außer in England und Polen erstarkte allenthalben der monarchische Staat, ob man dies nun mit dem Schlagwort „Absolutismus“ kennzeichnen will oder nicht. Die sozialen Hierarchien wurden im Zuge einer Re-Aristokratisierung und Refeudalisierung der Gesellschaft eher verfestigt, die soziale Mobilität nahm in vielen Ländern ab. Zugleich ist das Jahrhundert aber die Epoche einer beginnenden Aufklärung und zumindest in den letzten Jahrzehnten einer kulturellen Säkularisierung. Auch der Aufstieg der modernen Naturwissenschaften von Kepler und Galilei bis hin zu Newton fällt in diese Zeit, die mit dem aristotelischen Weltbild, das die Attacken des Humanismus in weiten Teilen eben doch überdauert hatte, brach.
 
Leistung: Klausur in der letzten Vorlesungswoche
Literatur

Thomas Munck, Seventeenth Century Europe: State, Conflict and the Social Order in Europe 1598 – 1700, Basingstoke 2005; Volker Press, Krieg und Krisen. Deutschland 1600-1715, München 1991; Hamish Scott (Hrsg.), The Oxford Handbook of Early Modern European History 1350-1750, 2. Bde., Oxford 2015.

Hauptseminare


Der 30jährige Krieg. Vorgeschichte, Verlauf, Folgen.
Dozent
asch_brbt Prof. Dr. Ronald G. Asch
Termin
Beginn: 18.04.2018
Mi., 14 - 16 Uhr
Breisacher Tor - R. 0101
Kommentar
In diesem Jahr jährt sich zum 400ten Mal der Prager Fenstersturz (23. Mai 1618), der einen Konflikt auslöste, der erst nach 30 Jahren, mit dem Frieden zu Münster und Osnabrück zum Abschluss kam. Der 30jährige Krieg war zumindest seit den 1630er Jahren ein gesamteuropäischer Konflikt, an dem die meisten größeren europäischen Mächte phasenweise aktiv beteiligt waren, mit der Ausnahme Polens und des Osmanischen Reiches. In Mitteleuropa hinterließ der Krieg eine Spur der Verwüstung und war mit dafür verantwortlich, dass sich die politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentren Deutschlands auf Kosten vor allem des Südwestens verschoben, aber auch anderer Zerstörungszonen zugunsten des Ostens und z. T. auch des Nordwestens (Aufstieg Hamburgs). Die Habsburgermonarchie ging trotz allem gefestigt aus dem Krieg hervor, während Schweden zeitweilig zur europäischen Großmacht aufstieg und Frankreich die Fundamente für die hegemoniale Position legen konnte, die es unter Ludwig XIV. genoss. Der Westfälische Friedenskongress schuf zumindest für das Reich eine transkonfessionelle Friedensordnung, die die religiösen Konflikte ausklammerte. Das Seminar soll die Frage, ob der Krieg (zumindest anfangs) ein Religionskrieg war, ebenso thematisieren wie die erfahrungsgeschichtliche Dimension des Konfliktes (etwa an Hand von Selbstzeugnissen). Das Söldner- und Militärunternehmerwesen und die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung sollen ebenfalls berücksichtigt werden.
 
Leistung:
Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 01.09.2018.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 16.07.2018 und 05.10.2018.
Literatur
Peter Wilson, Der Dreißigjährige Krieg. Eine europäische Tragödie, Darmstadt 2017; The Ashgate Research Companion to the Thirty Years' War, Olaf Asbach (Hrsg.), Farnham 2014; Johannes Arndt, Der Dreißigjährige Krieg 1618-1648 (Reclams Universal-Bibliothek), Stuttgart 2009; Robert Rebitsch (Hrsg.), 1618. Der Beginn des Dreißigjährigen Krieges, Wien 2017; Heinz Duchhardt, Der Weg in die Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges, Die Krisendekade 1608-1618, München 2017; Christoph Kampmann, Europa und das Reich im Dreißigjährigen Krieg: Geschichte eines europäischen Konflikts, Stuttgart 2008. Vergl. auch http://www.hab.de/de/home/wissenschaft/forschungsprofil-und-projekte/digitale-edition-und-kommentierung-der-tagebuecher-des-fuersten-christian-ii-von-anhalt-bernburg-1599-1656.html (Tagebücher des Fürsten Christians II. zu Anhalt).

Proseminare 


Europa um 1600: konfessionelle Konflikte und Friedensbemühungen
Dozent

asch_brbt Prof. Dr. Ronald G. Asch

Termin
Beginn: 23.04.2018
Mo., 14 - 16 Uhr
KG IV - 4429
Kommentar
Das Proseminar will sich mit der Übergangszeit vom 16. zum 17. Jahrhundert auseinandersetzen. Einige Jahre lang sah es so aus, als könne Europa die Epoche der konfessionellen Kriege und machtpolitischen Auseinandersetzungen um die Position Spaniens in Europa hinter sich lassen, Kompromisse deuteten sich an wie im Edikt von Nantes (1598), das die Religionskriege in Frankreich einstweilen beendete, oder im Waffenstillstand zwischen Spanien und den Niederlanden (1609). Zugleich war dies eine Zeit, in der die Menschen mit der Einsicht zurechtkommen mussten, dass die religiöse Einheit der (westlichen) Christenheit verloren gegangen war und sich nun unterschiedliche theologische Wahrheitsansprüche auf Dauer unversöhnt gegenüber standen. Manche Historiker sehen die Epoche ganz durch den „Konfessionsfundamentalismus“ dominiert, andere betonen hingegen eher die Flexibilität der Grenzen zwischen den feindlichen Lagern. Das Proseminar will Grundprobleme der Epoche erörtern und sich dabei auf die Möglichkeit eines Ausgleichs zwischen den Konfessionen ebenso konzentrieren wie auf die Herausforderungen der Menschen durch Missernten (Kleine Eiszeit) und die Folgen der Kriege
 
 
Leistung:
Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 01.09.2018.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 16.07.2018 und 05.10.2018.

Literatur
Heinz Schilling Konfessionalisierung und Staatsinteressen Internationale Beziehungen 1559-1660, Paderborn 2007. Henry Kamen, Golden Age Spain, Basingstoke 1988; Heinz Duchhardt, Der Weg in die Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges. Die Krisendekade 1608-1618, München 2017.

Das Heilige Römische Reich deutscher Nation
Dozent
bild kühnerDr. Christian Kühner
Termin
Beginn: 17.04.2018
Di., 14 - 16 Uhr
Peterhof - R1
Kommentar
In der Frühen Neuzeit war der deutschsprachige Raum nicht in Form eines oder mehrerer Nationalstaaten organisiert, sondern dort befand sich das Heilige Römische Reich deutscher Nation, aus der Rückschau auch vereinfachend „das Alte Reich“ genannt. Die zeitgenössischen Staatstheoretiker stellte dieses Gebilde vor das Problem, dass es sich der Zuordnung zu den klassischen Staatsformen Monarchie, Aristokratie und Demokratie entzog. Tatsächlich handelte es sich um eine Art lockeren Dachverband, der sich über Territorien ganz unterschiedlicher Art und Größe wölbte: An der Seite einer Handvoll größerer Territorien wie Bayern, Sachsen oder Brandenburg, die in ihrer Gestalt einigermaßen vertraut erscheinen, standen Gebilde, die sich aus heutiger Sicht weit fremdartiger darstellen, so etwa die sogenannten Hochstifte, in denen Fürstbischöfe herrschten, die Reichsabteien, die vielen kleinen Grafschaften, die Reichsstädte oder die Reichsritterschaft.
Das Seminar will das Alte Reich einerseits als politisches System vorstellen und seine wichtigsten Institutionen, ihre Funktionsweise und die politische Kultur des Reiches erläutern; es will andererseits wichtige Wendepunkte in der frühneuzeitlichen Geschichte des Alten Reiches unter die Lupe nehmen. So sollen die Reichsreform um 1500, die Auswirkungen der Reformation auf das politische Gefüge des Reiches (insbesondere in Form des Augsburger Religionsfriedens 1555), der Dreißigjährige Krieg und der Westfälische Frieden, die Entwicklungen nach dem Dreißigjährigen Krieg (insbesondere mit der Entstehung des „Immerwährenden Reichstags“ in Regensburg), die zunehmende Lähmung des Reichsverbands durch den preußisch-österreichischen Dualismus im 18. Jahrhundert und schließlich der Untergang des Alten Reiches im Zuge der napoleonischen Kriege betrachtet werden.
Das Seminar versteht sich als Einführung in Grundprobleme frühneuzeitlicher deutscher Geschichte; es will gleichzeitig auch Grundprobleme frühneuzeitlicher politischer Geschichte, z.B. die Prägung frühneuzeitlicher Politik durch symbolische Kommunikation, thematisieren.
 
Zwingende Voraussetzung:
Gute Englischkenntnisse sind Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Veranstaltung.
 

Leistung:
Das Abgabedatum für die Hausarbeit ist der 05.09.2018.
Mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 16.07.2018 und 05.10.2018.
Literatur
Axel Gotthard, Das Alte Reich, Darmstadt 5. Aufl. 2013; Barbara Stollberg-Rilinger, Des Kaisers alte Kleider. Verfassungsgeschichte und Symbolsprache des Alten Reiches, München 2008; Peter H. Wilson, The Holy Roman Empire. A Thousand Years of Europe’s History, London 2016; Georg Schmidt, Geschichte des Alten Reiches. Staat und Nation in der Frühen Neuzeit, 1495-1806, München 1999; Peter Claus Hartmann, Das Heilige Römische Reich deutscher Nation in der Neuzeit, 1486-1806, Stuttgart 2005; Bruno Gebhardt/Rolf Häfele (Hg.), Handbuch der deutschen Geschichte, 10. Aufl., Bde. 9-12, Stuttgart 2001-2006.

„Nie blos für finstre Gelehrte, sondern für den edler denkenden Menschen“. Die Epoche der Aufklärung aus wissens- und bildungsgeschichtlicher Perspektive
Dozent
Dr. Sophie Ruppel
Termin
Beginn: 26.04.2018
Do, 8 - 10 Uhr
KG IV - 4429
Kommentar
Das Proseminar behandelt die Epoche der Aufklärung unter der Fragestellung, wie sich der aufklärerische Anspruch nach einer allgemeinen Verbreitung von Wissen, Wissenschaft und Bildung im 18. Jahrhundert konkret manifestierte. Bedingungen der Wissensproduktion, Wissenszirkulation und der Anwendung von Wissen werden dabei ebenso untersucht wie die Frage, welche Wissensbestände gesammelt, verbreitet und genutzt wurden.
Insbesondere stehen dabei als Quellengrundlage die Kommunikationsmedien im Fokus, die sich aus der sprichwörtlich gewordenen „Lese- und Schreibwut“ der Aufklärer entwickelten: die aufklärerischen Journale und Zeitschriften, die Handbuch-, Lehrbuch und Ratgeberliteratur, „Bestseller“ des rasch größer werdenden Buchmarkts oder auch Dokumente der aufklärerischen Briefkultur. Deutschsprachige Medien werden dabei vorrangig im Zentrum stehen, im Sinne einer transnationalen Geschichte kommen aber auch Formen der Vernetzung im europäischen Raum in den Blick. Wie sich Akteure und Akteurinnen konkret in diese neuen Kommunikationswelten einbringen konnten, soll nicht zuletzt auch an Einzelpersonen betrachtet werden.
Das Proseminar gibt damit sowohl einen Einblick in die Epoche der Aufklärung wie auch in neue geschichtswissenschaftliche Ansätze der Wissensgeschichte. Grundlegende Fragen des wissenschaftlichen Arbeitens und der Nutzung epochenspezifischer Nachschlagewerke und Hilfsmittel fließen in den Basiskurs und das zugehörige Tutorat ein.

 

 
Literatur
Outram, Dorinda: The Enlightenment, Cambridge 3. Aufl. 2013.; Körber, Esther-Beate: Die Zeit der Aufklärung. Eine Geschichte des 18. Jahrhunderts, Darmstadt 2006.; Burke, Peter: What is the History of Knowledge?, Cambridge 2016.; Van Dülmen, Richard und Rauschenbach, Sina (Hrsg.): Macht des Wissens. Die Entstehung der modernen Wissensgesellschaft, Köln 2004.

 

Übung


Haupt- und Residenzstädte im frühneuzeitlichen Europa
Dozent
bild kühner Dr. Christian Kühner
Termin
Beginn: 18.04.2018
Mi., 16 - 18 Uhr
Breisacher Tor - R107
Kommentar
Betrachtet man Europa zu Beginn der Neuzeit, so fällt auf, dass es zwar Kontinuitäten, aber auch deutliche Diskontinuitäten hinsichtlich der Frage gibt, welche Städte damals als besonders groß und bedeutend hervorragten und ein Gebiet in weitem Umkreis dominierten und welche das heute tun. Paris und London waren damals wie heute unbestrittene Zentren ihrer Länder; aber nicht wenige nationale und regionale Hauptstädte Europas waren noch bis weit in die Frühe Neuzeit hinein keineswegs die bedeutendsten urbanen Zentren in weitem Umkreis. München etwa konnte es noch im 16. Jahrhundert keineswegs mit den beiden bedeutenden Reichsstädten Augsburg und Nürnberg aufnehmen. Rom hatte sich im Spätmittelalter auf einem demographischen Tiefpunkt befunden, von dem aus es in der Renaissance- und Barockzeit zu einer stürmischen Entwicklung ansetzte. Die Festungsstadt Wien wandelte sich erst nach der erfolglosen türkischen Belagerung von 1683 zu einer glanzvollen barocken Metropole. Berlin, Hauptstadt der vergleichsweise armen Mark Brandenburg, wurde erst mit dem Aufstieg Brandenburg-Preußens zu einem wichtigen urbanen Zentrum.
Die Übung will in vergleichender Perspektive danach fragen, wie der Ausbau des frühneuzeitlichen Staates die Städtelandschaft in Europa umordnete, indem die Residenzstädte als politisch-administrative Zentren der entstehenden Staatswesen an politischer, in der Folge an demographischer und wirtschaftlicher und damit auch an kultureller Bedeutung zunahmen. Die oft mehr oder weniger stadtrepublikanisch verfassten Handelsstädte des Spätmittelalters fielen gegenüber diesen Orten zurück, die ihre Bedeutung daraus zogen, dass ein Fürst sie zu seinem Sitz gemacht hatte. Welche sozialen Gruppen prägten Hauptstädte? Wie veränderte das Wachstum der Hauptstädte die Stadtgesellschaft? Welche Wirtschaftszweige waren wichtig, welche blühten auch und gerade durch die Präsenz eines Hofes auf? Welche Rolle spielten kulturelles Leben und intellektuelle Milieus, die in Hauptstädten entstanden – durchaus nicht immer nur im Einklang mit dem, was die Herrscher selbst bevorzugten? Durch diese und verwandte Fragen soll die Übung dazu verhelfen, Parallelen und Unterschiede in der Entwicklung frühneuzeitlicher europäischer Hauptstädte aufzuzeigen.
 
Literatur
Peter Clark (Hg.), Capital cities and their hinterlands in early modern Europe, Aldershot 1996; Volker Reinhardt, Geschichte Roms. Von der Antike bis zur Gegenwart, München 2. Aufl. 2014; Stephen Inwood, A History of London, London 1998; Yvan Combeau, Histoire de Paris, Paris 1999; Jean-Pierre Babelon, Paris au XVIe siècle, Paris 1987 (Nouvelle histoire de Paris); Rene Pillorget, Paris sous les premiers Bourbons, 1594-1661, Paris 1988 (Nouvelle histoire de Paris); Georges Dethan, Paris au temps de Louis XIV, 1660-1715, Paris 1990 (Nouvelle histoire de Paris); Jean Chagniot, Paris au XVIIIe siècle, Paris 1988 (Nouvelle histoire de Paris); Richard Bauer, Geschichte Münchens. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, München 2008; Johannes Sachslehner, Wien. Geschichte einer Stadt, Wien 2006; Bernd Stöver, Geschichte Berlins, München 2010.
 


Kolloquium

  Forschungskolloquium der Frühen Neuzeit
 Dozent

asch_brbt Prof. Dr. Ronald G. Asch

 Termin
Beginn: 23.04.2018
Mo., 18 - 20 Uhr
KG IV - 4429
 Kommentar Das Kolloquium wendet sich an fortgeschrittene Studierende und Examenskandidaten/innen. Es besteht die Möglichkeit Abschlussarbeiten und Examensthemen vorzustellen. Überdies sollen wichtige Neuerscheinungen gemeinsam diskutiert werden.
 Literatur Link zum Kolloquiumsplan
 

 

Benutzerspezifische Werkzeuge